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Ein Meister der Tiefe – Abenteurer Jacques Piccard

11.10.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sie wagten sich fast 11 000 Meter unter den Meeresspiegel, der Tiefseeforscher Jacques Piccard und ein Begleiter. Damit sind sie die einzigen Menschen, die so weit unten am Meeresboden gewesen sind.

 

Fast 11 000 Meter unter dem Wasserspiegel können Menschen nicht überleben – es sei denn, sie haben eine besondere Ausrüstung. Die Einzigen, die sich bislang so tief hinunterwagten, waren der Meeresforscher Jacques Piccard und sein Begleiter Don Walsh. Ihr Tauchschiff hieß „Trieste“.

Die „Trieste“ war eine große Kugel aus dickem Stahl und hatte Scheinwerfer. Da drüber hingen Tanks mit speziellem Benzin, in die beim Absinken zusätzlich auch noch Wasser strömte. Außerdem waren schwere Kugeln an Bord. Dadurch wurde das Boot so schwer, dass es sank.

Fast fünf Stunden tauchten Piccard und Walsh am 23. Januar 1960 hinab in die eiskalte, stockdunkle Tiefsee. Dort im Marianengraben, der zwischen Australien und Japan liegt, soll die tiefste Stelle aller Ozeane sein. Sie landeten auf dem Grund des Pazifischen Ozeans.

Die Aktion war extrem gefährlich. Riesige Mengen Wasser lasteten auf der Tauchkugel. Sie musste 170 000 Tonnen Gewicht aushalten – also mehr als 30 000 Elefanten. Angst? „Am Grund war es dann so schön, friedlich und still, da kamen wir nicht auf die Idee, Angst zu haben“, sagte Piccard später einer Zeitung. Nach etwa 20 Minuten stiegen sie wieder auf, unter anderem, indem sie Eisenschrott abwarfen. Der Aufstieg dauerte mehr als drei Stunden. Durchgefroren erreichten Piccard und Walsh die Oberfläche und wurden als Helden gefeiert. Seitdem hat keiner ihren Rekord gebrochen.

Wäre Piccard heute ein junger Mann, wäre er gerne Astronaut geworden. Das verriet er einer Zeitung nicht lang vor seinem Tod im Jahr 2008: „Für mich ist die Landung auf dem Mond die schönste Expedition, die sich überhaupt vorstellen lässt.“

Im Maßstab 1:10 ist ein Modell des 1953 gebauten Tiefseetauchbootes „Trieste“ im Meeresmuseum Stralsund zu bestaunen. Foto: Stefan Sauer

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