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Ein Maler und die Natur Es war der Übergang von der alten Kunst-Richtung zur neuen

06.06.2015, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Am liebsten malte er draußen. Selbst Schnee und Kälte konnten ihn nicht abschrecken. Claude Monet machte vieles anders als andere Maler. Damit half er mit, eine neue Kunst-Richtung zu schaffen.

Das Gemälde „Sommer“ von Claude Monet (1840-1926) aus dem Jahr 1874 in der Nationalgalerie in Berlin. Claude Monet malte gern draußen.

FRANKFURT/MAIN (dpa). Was ist denn das für ein schreckliches Bild?! Wie kann man so etwas malen – und dann auch noch ausstellen wollen? So in etwa reagierten Fachleute, als sie das Bild eines Malers sahen. Das war vor rund 150 Jahren. Der Name des Malers war Claude Monet. Er lebte in dem Land Frankreich.

Das Gemälde „Sommer“ von Claude Monet (1840-1926) aus dem Jahr 1874 in der Nationalgalerie in Berlin. Claude Monet malte gern draußen.

Doch was hatte Monet Schreckliches gemalt? Das Bild heißt „Das Mittagessen“ und zeigt einen Tisch mit einer weißen Tischdecke. Teller und Gläser stehen herum, auch Brot, Trauben und Eier. An dem Tisch sitzen eine Frau und ein Kind. Das ist die Familie von Claude Monet. Mit der Frau war der Maler nicht verheiratet, was damals sehr unüblich war. Das Bild zeigt also eine Szene aus dem Alltag.

Das Gemälde „Sommer“ von Claude Monet (1840-1926) aus dem Jahr 1874 in der Nationalgalerie in Berlin. Claude Monet malte gern draußen.

„Aber so etwas malte man damals normalerweise nicht. Vor allem nicht auf einer riesigen Leinwand. Deshalb war das Bild etwas ganz Neues“, verrät die Fachfrau Felicity Korn. Sie arbeitet im Städel-Museum in der Stadt Frankfurt am Main. Dort gibt es gerade eine Ausstellung über Monet – und die Kunstrichtung, die mit ihm und anderen Künstlern anfing. Man nennt sie Impressionismus.

Fachleute von heute finden das Bild dagegen super. „Denn an dem Bild kann man den Übergang erkennen“, erklärt Felicity Korn. Nämlich den Übergang von der alten Kunst-Richtung hin zu der neuen. Bis dahin malten die Künstler nach bestimmten, strengen Regeln. Sie malten zum Beispiel immer wieder ähnliche Motive wie Landschaften.

Zum Malen gingen die Künstler aber nicht nach draußen, sie malten stattdessen in ihrem Arbeitszimmer. Die Landschaften, die sie malten, gab es oft so auch nicht. Sie wurden von den Malern erfunden und zusammengestellt. Das Bild sollte möglichst perfekt wirken. Das wollte Monet ändern. Er wollte keine perfekten und geschniegelten Bilder mehr! Er wollte stattdessen einen besonderen Moment einfangen, zum Beispiel den Sonnenaufgang am Hafen. Oder einen Sommertag auf einer Wiese – oder eben das Mittagessen seiner Familie. Für Claude Monet und andere Künstler waren dafür Dinge wie das Licht wichtig. Gab es Sonnenschein oder war es bewölkt? Ging vielleicht ein Wind? Das alles wollte Claude Monet in seinen Bildern einfangen. Deshalb arbeitete er auch nicht in einem Zimmer. Er ging viel lieber raus in die Natur und malte dort.

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