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Ein Kleiderhaken aus der römischen Schmiede Auch vor ungefähr 2000 Jahren war die Fertigungstechnik kaum anders

12.09.2015, Von David Kluthe — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martin Becker hat nie einen Römer kennengelernt. Doch mit der Schmiedekunst von früher kennt er sich aus. Er stellt Werkzeuge, Waffen und Truhen her. Manchmal zeigt er auch Kindern das Schmieden.

Der Schmied Martin Becker bedient zwei Blasebälge in einer römischen Schmiede im Archäologischen Park in Xanten (Nordrhein-Westfalen). Ein Blasebalg pustet Luft in die Glut.

XANTEN (dpa). Es rauscht, knarzt und knistert. Blaue Flammen fackeln über der Kohle. Funken fliegen durch die Luft. Immer wieder drückt Martin Becker den Blasebalg hinunter und zieht ihn wieder hoch.

Der kräftige Mann arbeitet in einer römischen Schmiede. Aber Moment mal! Haben die Römer nicht vor langer, langer Zeit gelebt? Das stimmt. Die römische Schmiede gehört zu einem Park in Xanten.

Die Stadt liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Früher gehörte sie zum römischen Reich. Vor ungefähr 2000 Jahren lebten in Xanten Tausende Römer.

Heute ist von der römischen Stadt nicht mehr viel übrig. Trotzdem bekommt man einen Eindruck, wie die Römer damals lebten. Archäologen haben Teile der Stadt nachgebaut. Dazu gehören die Häuser der Handwerker.

Vorsichtig nimmt Martin Becker das glühende Eisen mit einer Zange aus dem Feuer. Der Schmied zeigt Kindern an diesem Tag, wie die Römer damals schmiedeten. Heute stellt er mit den Besuchern Kleiderhaken her. Neugierig stehen die Kinder am Rand der Schmiede und schauen ihm zu. Einige von ihnen dürfen sogar mithelfen.

Dazu gehört auch Lilli aus der Hauptstadt Berlin. Sie ist zwölf Jahre alt und mit ihren Großeltern nach Xanten gereist. Anfangs ist sie noch etwas nervös. Doch dann schmiedet sie drauflos. Martin Becker gibt Tipps und hilft bei den einzelnen Schritten.

Anfangs ist nur eine Stange mit einem glühenden Ende zu sehen. Der Schmied legt das leuchtende Stück auf den Amboss und hämmert darauf herum. In diesem Zustand lässt sich das Eisen leicht verformen. Sobald es abkühlt, ist es hart wie ein Hammer.

Auch Lilli darf mitmachen. „Kräftig zuhauen“, ruft der Schmied. Und siehe da: Schon ist vorne eine Spitze zu sehen. Martin Becker legt das Stück Eisen wieder in die Glut. Lilli übernimmt den Blasebalg. Das Gerät pustet Luft heraus und lässt die Kohlen glühen. Danach wird wieder gehämmert.

Der Kleiderhaken ist in ein paar Minuten fertig. Erst biegt Martin Becker die eine Seite mit dem Hammer um. Danach trennt er ein Stück der Stange ab und formt die andere Seite. Schließlich hält Lilli ihren Kleiderhaken in der Hand.

„Ich möchte das meiner besten Freundin zum Geburtstag schenken2, sagt sie. Das passt! Ihre Freundin heißt Stefanie. Und der Kleiderhaken sieht fertig aus wie ein S. S wie Stefanie.

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Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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