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Ein Dreivierteljahr für 60 Seiten Im Englischunterricht hatte Florian Beck die Idee für sein Buch

18.01.2014, Von Markus Brinkmann — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sich hinsetzen und ein eigenes Buch schreiben klingt nach einer schwierigen Aufgabe. Der 14-jährige Florian Beck aus Frickenhausen hat es trotzdem versucht – und einen Roman über Elfen geschrieben.

Der glückliche Autor: Florian Beck mit seinem Roman „Die Elfe“. Darin geht es um einen Schüler, dessen Freund nicht weiß, dass er ein Fabelwesen ist . Foto: Jan Reich

Es ist wieder einmal eine dieser Englischstunden in der Schule, die einfach schier nicht enden wollen. Weil es so langweilig ist, nimmt sich Florian ein Stück Papier und fängt einfach an zu schreiben. Es geht um einen Jungen, in dessen Parallelklasse ein besonderer Junge ist. Er ist nämlich ein Elf, aber das weiß er noch nicht. Langsam füllt sich die erste Seite, dann die zweite. Am Ende hat Florian vier Seiten geschrieben. Das war vor drei Jahren – und Florian gerade mal elf Jahre alt.

„Florian ist freudestrahlend nach Hause gekommen und hat uns erzählt, dass er jetzt ein Buch schreibt“, sagt seine Mutter. „Wir haben ihn darin unterstützt, dachten aber, dass er daran schnell wieder die Lust verlieren würde.“ Das war aber nicht so. Florian schrieb weiter – im Zug auf dem Weg zur Schule, in den Ferien, abends. Immer dann, wenn er einen neuen Einfall hatte. „Manchmal bin ich nachts aufgestanden, weil ich eine Idee hatte“, erzählt Florian. „Ich hatte immer Angst, dass ich wieder etwas vergesse.“

Doch wie entwickelt man die Geschichte für ein ganzes Buch? „Das war gar nicht so schwierig“, sagt Florian. „Im Englischunterricht habe ich das komplette erste Kapitel geschrieben.“ Im Kopf hatte er bereits die Hauptfiguren und den Gegenspieler entwickelt. Wie es weitergehen sollte, das ließ Florian auf sich zukommen. Dass das nicht immer einfach war, zeigt ein Erlebnis: „Zwischendrin wusste ich mal nicht mehr, was ich schreiben soll“, erzählt er. „Meine Hauptfiguren waren auf dem Rücken eines Drachen unterwegs und mir war nicht klar, was als Nächstes passieren würde.“ Tage und Wochen rätselte Florian. Dann half ihm seine Mutter weiter. „Und die Lösung war eigentlich ganz einfach“, sagt er und lacht.

Dennoch lief beim ersten Buch natürlich nicht alles perfekt: „Ich habe auch gelernt“, sagt Florian. „Die ganzen handschriftlichen Seiten haben mir meine Eltern abgetippt - das würde ich heute lieber selbst machen.“ Er habe gemerkt, dass er viele Dinge beim Abtippen noch verändern könne. „Diese Chance habe ich nicht genutzt.“ Außerdem will Florian beim nächsten Buch ausführlicher schreiben. „In meinem ersten Buch ist der erste Tag eine Seite lang“, erzählt er.

Für sein komplettes Buch hat Florian am Ende ein Dreivierteljahr gebraucht. „Natürlich bin ich nicht jede Minute drangesessen“, sagt er. Als es endlich fertig war, sollte es Korrektur gelesen werden. Schließlich wollte Florian sein Buch auch veröffentlichen. „Den ersten Ausdruck hat meine Mutter korrigiert“, sagt er. „Als Nächstes haben meine Englischlehrerin, die Bibliothekarin und meine Oma das Buch gelesen.“ Jedes Mal habe er die Änderungen eingefügt.

Dann kam der große Tag. Florian hat sein Manuskript an den Verlag gesendet. Als Antwort kam ein Brief – und die Zusage. Doch damit begann erst die Arbeit: „Wir mussten 120 Menschen finden, die das Buch kaufen, denn erst dann druckt der Verlag das Buch“, sagt Florian. Gefragt wurden alle Verwandten, Freunde, Lehrer und Arbeitskollegen. „Das hat noch einmal ein Dreivierteljahr gedauert.“ Doch dann war es so weit. Das Buch ging in den Druck. „Es war schon etwas Besonderes, als ich das erste Buch dann in der Hand gehalten habe. Aber ich glaube, ich habe mich noch mehr gefreut, als ich den Brief vom Verlag bekommen habe, dass sie mein Buch verlegen.“ Obwohl Florian mittlerweile an zwei weiteren Büchern schreibt, will er dennoch nicht Autor werden. „Mich interessiert Chemie mehr. Bücher schreiben ist mir zu anstrengend, weil jeder immer wissen will, um was es geht.“

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