Paulas Nachrichten

Dieser Staat ist eine Welt für sich

09.03.2013, Von Julia Lutzeyer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Vatikan ist auch ohne Papst eine Reise wert

Das alles gibt es im Kirchenstaat: eine Post mit eigenen Briefmarken, eine Bank für Geldgeschäfte, einen Radiosender, einen Bahnhof, eine Armee und zahllose Kunstwerke.

Blick in die Vatikanischen Gärten auf das Gelände des Vatikanischen Radiosenders.

Habt ihr schon einmal von einem Mikrokosmos gehört? So sagt man zu einer Welt im Kleinen. Damit ist gemeint: Auf wenig Raum gibt es so gut wie alles, was man sich vorstellen kann. Auch der Vatikan ist eine Art Mikrokosmos. Er ist sowohl eine Stadt als auch ein Staat. Er ist Sitz der Katholischen Kirche und zugleich etwas wie eine weltweit handelnde Firma. Denn der Vatikan macht auch Geschäfte und ist ein wichtiger Arbeitgeber. Er hat sogar eine kleine Armee: die Schweizergarde. Da heutige Päpste keine Kriege mehr führen, wäre die Bezeichnung Hauspolizei oder Sicherheitsdienst zutreffender. Wie richtige Soldaten wirken diese Gardisten ohnehin nicht. Sie tragen farbenfrohe Uniformen, die aussehen wie Theaterkostüme. Ihre Aufgabe ist es, die Eingänge zu wichtigen Gebäuden des Vatikans zu bewachen. Außerdem passen sie auf, dass dem Papst nichts passiert. Sie sind für seine Sicherheit zuständig. Oft sichtbar tragen die Männer der Schweizergarde Hellebarden – lanzenartige Stichwaffen – und Schwerter. Heute verfügen sie zudem über modernere Waffen.

Wachmänner der Schweizergarde bewachen die Eingänge zu wichtigen Gebäuden des Vatikans.

Gerade hat der Vatikan kein Staatsoberhaupt. Und auch einen Regierungschef gibt es nicht. Das wäre der Papst. Doch nachdem Benedikt XVI. (sprich: „der Sechzehnte“) von seinem Amt zurückgetreten ist, sitzt gerade niemand auf dem Stuhl Petri. So nennt man Amt und Thron des Papstes. Damit das nicht so bleibt, finden bald Papstwahlen statt. Deswegen läuft im Vatikan alles etwas anders als sonst. Besucher der Vatikanischen Museen können zurzeit nicht in die Gärten gehen. Und auch die Decken- und Wandgemälde in der Sixtinischen Kapelle werden einige Zeit nicht zu besichtigen sein. Denn dort versammeln sich die Kardinäle, die obersten Kirchenmänner, für die Papstwahl.

Der Petersdom: Nicht nur durch seine mächtige Kuppel überragt er alle anderen Gebäude.

Ob katholisch oder nicht, ob christlich oder zu einer anderen Religion gehörend oder gar nicht gläubig: Der Vatikan ist auch ganz ohne Papst ein faszinierender Flecken Erde. Er steckt voller Geschichte und hat mehr Sehenswürdigkeiten als so manche Großstadt. Dabei leben im Papstland kaum mehr als 900 Menschen. Menschenleer ist es auf den Plätzen, in den Gebäuden und in den Kirchen aber höchstens nachts. Denn täglich strömen mehrere Tausend Besucher in die Stadt.

In der Sixtinischen Kapelle: Blick zur von Michelangelo bemalten Decke

Manche wollen im Petersdom beten. Schließlich zählt er bei Katholiken zu den wichtigsten Kirchen der Welt. Andere kommen wegen der antiken Statuen, den berühmten Gemälden und den prachtvollen Räumen der Vatikanischen Museen.

Gefragt sind dabei Geduld und Zeit, denn oft stehen lange Schlangen vor dem Museumseingang, und vom oberen Belvederepalast, wo sich der Zugang zum Museum befindet, legt man durch die Gänge der Ausstellungsräume, Innenhöfe und Wandelhallen viele Kilometer zurück.

Es geht treppauf, treppab, und am Ende gibt es großes Gedränge in der Sixtinischen Kapelle. Dort stehen Touristen aus aller Welt und legen den Kopf in den Nacken. Denn kaum etwas ist so berühmt wie das Deckenbild von Michelangelo Buonarroti. Der malte zum Beispiel die Hand Gottes. Sie zeigt auf die Hand Adams, nach der Bibel der erste Mensch. Gott hat ihn nach seinem Bild erschaffen. Das ist dargestellt.

Paulas Nachrichten

Ein Schaf als Mähmaschine

BERLIN (dpa). Wenn du nächstes Mal Schafe siehst, guck doch mal, ob du ein Rhönschaf entdeckst. Diese Tiere erkennst du an ihrem schwarzen Kopf. Hörner haben sie nicht. Hinter den Ohren beginnt die weiße Wolle. Ihr Körper ist lang und kräftig.

Rhönschafe sind sehr selten. Sie wären sogar…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten