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Die Würfelnatter stellt sich tot

04.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bei Gefahr stinkt sie nach Fisch, zischt warnend und richtet sich drohend auf: Die Würfelnatter. Doch für Menschen ist die Schlange vollkommen harmlos, sagt die Biologin Sigrid Lenz. Die Natter hat zwar Zähne, aber beißt Menschen nicht und ist ungiftig.

Würfelnattern können etwa einen Meter lang werden. Ihr Körper hat eine Grundfärbung in Grau-, Braun- und Grüntönen mit einem schwarzen, würfelartigen Muster. Der Bauch ist meist hell gefärbt und gefleckt.

Zu sehen bekommt man Würfelnattern eher selten. Denn der Tierart geht es nicht gut. Es gibt sie nur noch in einer einzigen Region in Deutschland, in Rheinland-Pfalz.

Dort lebt die Würfelnatter nur in wenigen, besonders warmen Abschnitten an den Flüssen Lahn, Nahe und Mosel. Rund tausend Würfelnattern sollen dort noch leben – die Schlange ist vom Aussterben bedroht.

Das hängt mit dem Bau von Abwasserrohren und Straßen an den Flussufern zusammen. Die zerstören den Lebensraum der Würfelnatter. Denn das Tier ist anspruchsvoll: Die Schlange braucht Flüsse, um dort Fische und Frösche zu fangen. Und Uferzonen, um sich im Winter in Dämmen und Mauern zu verkriechen. Außerdem mag sie Kies- oder Sandbänke. Dort lässt sie sich von der Sonne wärmen. Denn die Natter ist wechselwarm. Das heißt, sie kann keine eigene Körperwärme erzeugen, wird bei Kälte starr und kann sich erst bei Wärme flink bewegen.

Das Tier ist ganz schön pfiffig: Wenn Gefahr droht, stellt es sich einfach tot. Dann legt sich die Natter auf den Rücken, öffnet das Maul leicht und lässt die gespaltene Zunge schlaff heraushängen. Ihre Feinde sind Mäuse, Waschbären und Vögel: Die plündern die Gelege der Schlange. Raubfische und Greifvögel fressen auch die älteren Tiere. Junge Würfelnattern geraten zudem auf Straßen leicht unter die Räder von Autos oder Radfahrern.

Eine Würfelnatter sonnt sich. Eng eingerollt liegt sie im Sand. Die Schlange ist ungiftig und vom Aussterben bedroht. Foto: Thomas Frey

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