Paulas Nachrichten

Die spannende Welt unter den Steinen

08.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit Gerhard Laukötter kann man eine ganz besondere Waldtour machen – zu Tieren, die unter Steinen leben. „Von oben sehen Steine total unbewohnt aus“, erzählt der Biologe aus Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen. „Aber wenn du sie umdrehst, musst du schnell sein.“ Denn ein Teil der Tierchen, die darunter leben, flüchtet dann. Da hilft nur: Schnell eine Becherlupe darüber stülpen oder sie mit der Hand einfangen. Denn sonst sind die kleinen Sprinter fort, ehe du sie angucken kannst – die Steinkriecher, Kurzflügelkäfer, Aaskäfer, Laufkäfer, Spinnen, Tausendfüßler und wie sie alle heißen. Gartenfreunde sehen die kleinen Krabbler übrigens gern. Viele von ihnen ernähren sich nämlich von Schädlingen wie Blattläusen und Raupen.

„Steine sind äußerst begehrte Plätze“, sagt der Biologe und erklärt warum: „Dort ist es dunkel, feucht und geschützt.“ Ideal für kleine Tiere, die viele Feinde haben, nachts auf Beutezug gehen und tagsüber schlafen. „Unter dem Stein sind sie gut geschützt.“ Bei einer Wanderung von Stein zu Stein lassen sich in kürzester Zeit ganz verschiedene Tiere beobachten. Denn oft finden sich unter den Steinen ganz verschiedene Grüppchen von Tieren zusammen.

Manche kann man auch in aller Ruhe anschauen. Schneckeneier und Käfergelege kleben zum Beispiel am Stein fest. Andere wie die Schnurwürmer rollen sich ein. Und Regenwürmer sind ebenfalls nicht so schnell unterwegs. „Auch Schnecken sitzen gerne unter Steinen, weil sie dort Mineralien finden, die sie etwa für ihr Gehäuse brauchen“, erklärt der Biologe. Dabei sind auch ihre Feinde nicht weit. Unter größeren Steinen wohnen zum Beispiel Kröten, die Schnecken fressen.

Diese Tiere leben unter einem Stein.

Paulas Nachrichten