Paulas Nachrichten

Die Krabbenspinne macht sich unsichtbar

04.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erstaunlich, was sich die Natur alles einfallen lässt: Eine bestimmte Spinne ändert ihre Farbe, damit sie nicht erkannt wird. Das können nur ganz wenige der über 1000 Spinnenarten in Deutschland.

Hier sieht man eine Veränderliche Krabbenspinne mit einem gelben Körper auf einer Frauenschuh-Orchidee. Foto: Peter Zschunke

Was ist denn das? Mal ist die Spinne weiß. Und mal leuchtend gelb. Das ist ja seltsam. Doch für diese Spinnen-Art ist es völlig normal, die Farbe zu verändern. Deswegen heißt das Tier auch so: Veränderliche Krabbenspinne. Das besondere Krabbeltier kann sich an seine Umgebung anpassen. Und zwar an einige Farben von Blumen, auf denen sie lebt. Auf denen sitzt sie dann und wartet manchmal stundenlang auf ihre Nahrung. „Spinnen sind geduldig“, erklärt der Spinnenforscher Peter Jäger vom Senckenberg-Institut in Frankfurt am Main.

Auf einer weißen Blüte hat die Spinne einen weißen Körper und ist dann fast unsichtbar. Nur wenn man ganz genau hinschaut, kann man sie erkennen. Auf der gelben Blüte einer Frauenschuh-Orchidee im Wald ist auch die Spinne ganz gelb. Und was ist mit roten oder lila Blüten? „Wenn Insekten die gelbe Spinne in der Mitte einer violetten Blüte sehen, nehmen sie diese als Teil der Blüte wahr“, antwortet der Fachmann.

Die Farbe wechseln kann aber nur das Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne. Das Männchen ist viel kleiner und hat nur eine einzige Aufgabe: für Nachkommen sorgen. Krabbenspinnen leben nur ein Jahr lang. Kreuzspinnen dagegen werden zwei Jahre alt. Diese gehören zu den vielen Spinnen, die ein Netz spinnen. Die Veränderlichen Krabbenspinnen machen das nicht. Sie warten auf Insekten, die auf der Suche nach Nektar sind und deswegen zu den Blüten fliegen. Bei den Weibchen ist der Farbwechsel deswegen eine gute Tarnung.

„Sie erbeuten alles, was sie kriegen können“, erklärt der Experte Peter Jäger. „Schwebfliegen, Bienen, Schmetterlinge, auch Insekten, die viel größer sind als sie selbst.“ Dann packt die Spinne ihre Beute mit den großen Vorderbeinen. Mit den kleineren Hinterbeinen hält sie sich an der Blüte fest. „Sie setzt ihren Giftbiss gezielt in der Kopfregion an, das Insekt ist nach kurzer Zeit tot.“ Danach wird das Insekt ausgesagt, zurück bleibt eine leere Hülle. Manche Menschen finden das schaurig. Aber so ist die Natur.

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