Paulas Nachrichten

Die Kletterkünstler bereiten sich auf den Winter vor

14.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ihr rot-braunes Fell tarnt sie perfekt. Flink flitzen sie davon: Wenn du ein Eichhörnchen beobachten möchtest, musst du oft genau hingucken. Im Moment stehen die Chancen allerdings gut. Die Hörnchen bereiten sich auf den Winter vor und sammeln dazu alles, was ihnen schmeckt: Eicheln, Nüsse, Bucheckern und Kastanien zum Beispiel. Die Vorräte verbuddeln sie meist in der Erde und holen sie im Winter wieder hervor. Denn Eichhörnchen machen keinen Winterschlaf. Sie halten Winterruhe und sparen so Energie. Sie können aber an wärmeren Tagen aufwachen. Sie müssen so im Winter nicht viel fressen.

Manchmal vergessen sie ein paar versteckte Nüsse in der Erde. „Daraus wachsen dann ganz viele Nussbäume“, sagt Helga Meissner. Die 48-Jährige arbeitet für einen Eichhörnchen-Notruf und kümmert sich um kranke Eichhörnchen. Sie ist eine besondere Art von Tier-Doktor – eine Tier-Homöopathin. Das heißt: Sie behandelt Tiere mit natürlichen Wirkstoffen, zum Beispiel Pflanzenstoffen.

Zurzeit turnen vier Eichhörnchen durch das Gehege in ihrem Garten in Holzwickede im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Tiere mit dem rötlich glänzenden Fell und dem weißen Bauch flitzen über die Baumstämme oder laufen kopfüber die Wände herunter.

Lange bleiben sie nicht mehr hier. Denn nach ihrer Krankheit oder nach dem Sturz aus dem Nest sind sie wieder fit und wollen raus in die Natur. „Am Anfang sind sie etwas unsicher im Wald“, erzählt Helga Meissner über das Aussetzen in der Natur. Deshalb kommen ihre Schlafzimmer – das sind kleine Kisten – mit in den Wald. „Da können sie dann in der ersten Zeit schlafen“, sagt die Eichhörnchen-Schützerin. Später wohnen die Eichhörnchen dann wieder in Kobeln. So heißen die Nester, die sie sich in Astgabeln bauen. „Die sind kugelrund wie ein Fußball und schön warm“, sagt Meissner. Eichhörnchen polstern ihre Kobel zum Beispiel mit Moos und Gräsern. Die Tiere haben in der Regel nicht nur ein Zuhause, sondern mehrere. „Damit sie ausweichen können, wenn sie von einem Feind bedroht werden“, erklärt Meissner. Zu den natürlichen Feinden gehören zum Beispiel Marder, Katzen oder Greifvögel.

Aber: „Der größte Feind der Eichhörnchen ist der Mensch“, meint Helga Meissner. Acht von zehn Tieren würden nicht älter als ein Jahr, erzählt sie. Autos überrollen die Eichhörnchen, manche ertrinken in Regentonnen. Wenn sie allerdings Glück haben, dann können Eichhörnchen recht lange leben: zehn bis zwölf Jahre. Das ist viel Zeit, um Baumstämme hoch und runter zu flitzen.

Ein Eichhörnchen sucht im Herbstlaub nach Winternahrung. Das können Nüsse sein oder Eicheln. Wer die Tiere mag, kann ihnen auch welche hinstellen. Foto: Oliver Berg

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