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Die Doping-Detektive

06.08.2016, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kontrolleure und andere Experten prüfen, ob Sportler verbotene Mittel eingenommen haben

Immer wieder werden bei Sportlern Doping-Mittel nachgewiesen. Doping ist verboten. Einer, der versucht, Sportlern auf die Schliche zu kommen, ist Wilhelm Schänzer. Er ist der Chef eines Doping-Labors.

Warum dopen manche Sportler? Wie werden sie kontrolliert? Illustrationen & Icons; Grafik: D. Dytert

KÖLN. Wilhelm Schänzer ist eine Art Detektiv. Wo er arbeitet, darf nicht jeder einfach so hinein. Er arbeitet in einem großen Labor in der Stadt Köln im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Zusammen mit Kollegen versucht er herauszufinden, ob ein Sportler verbotene Mittel genommen hat – Dopingmittel. Solche Mittel sollen den Sportler zum Beispiel schneller machen oder stärker. Um Doping auf die Spur zu kommen, brauchen die Wissenschaftler moderne Geräte.

Aber warum ist Doping so schlimm? „Viele Doping-Mittel sind eigentlich Medikamente. Sie sind für Menschen, die krank sind. Und nicht für Sportler“, erklärt der Experte. Manchmal nehmen Sportler sogar Mittel, die überhaupt nicht für Menschen gemacht wurden, sondern für Tiere! Das kann schlimme Folgen für die Gesundheit haben. „Außerdem ist Doping einfach unfair“, sagt der Experte.

Wilhelm Schänzer geht in einen Raum mit kleinen Fläschchen. Darin ist Urin. Er stammt von Sportlern aus der ganzen Welt. Sie mussten ihn bei Kontrollen abgeben. „Zuerst wird die Probe für die Analyse vorbereitet. Das bedeutet, wir entfernen alle Stör-Substanzen. Das sind zum Beispiel Salze, die unser Körper ausscheidet“, sagt der Fachmann. Nachdem der Urin gereinigt wurde, ist er nicht mehr gelb, sondern durchsichtig. Anschließend wird die Probe aufgeteilt. Denn im Labor gibt es verschiedene Arbeitsgruppen. Diese untersuchen die Proben jeweils auf einen anderen Stoff.

Dann kann es mit dem Test losgehen: Die Probe kommt in ein Massenspektrometer. In dem Gerät passiert etwa Folgendes: Die Flüssigkeit wird mit winzigen Teilchen beschossen, mit Elektronen. Sie sorgen dafür, dass ein Stoff in seine Einzelteile zerfällt.

„Jeder Stoff zerfällt auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Das ist wie ein Fingerabdruck“, erklärt Wilhelm Schänzer. Genau diesen Zerfall beobachten die Forscher. An der Art wie und wann ein Stoff zerfällt, können sie erkennen, um welchen Stoff es sich handelt.

Nach 20 Minuten erscheint auf einem Computer-Bildschirm das Ergebnis. Wilhelm Schänzer zeigt auf eine Linie, die steil nach oben ausschlägt. Das ist kein gutes Zeichen. Denn die Spitze verrät: Da ist ein verbotenes Mittel in der Probe, es heißt Nandrolon. Also Doping! „Jetzt wird der Test noch mal wiederholt, um sicherzugehen, dass wir keine Fehler gemacht haben“, sagt Wilhelm Schänzer.

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