Paulas Nachrichten

Die Donau schützen

30.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wenn man von Deutschland bis ans Schwarze Meer reisen will, dann braucht man nicht unbedingt ein Auto oder Flugzeug. Man könnte den ganzen Weg auch mit dem Schiff zurücklegen – auf der Donau.

Die Donau ist der zweitlängste Fluss in Europa. Der Fluss und all seine Nebenflüsse fließen durch mehr als 15 Länder oder an ihren Grenzen entlang. Dabei sind auch die Gewässer mitgezählt, die in die Donau münden. Zu den Staaten gehören unter anderem Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien.

Ihren Anfang nimmt die Donau in Baden-Württemberg in der Nähe der Stadt Donaueschingen. Dort im Schwarzwald treffen zwei kleine Bäche zusammen und werden zur Donau: die Breg und die Brigach. Sie wachsen dann schnell zu einem großen Strom an, auf dem Schiffe fahren können. Wie eine Riesenschlange sieht es auf der Landkarte aus, wenn sich die Donau durch Europa windet. Sie endet nach einigen Tausend Kilometern im Schwarzen Meer. Das ist natürlich nicht wirklich schwarz, sondern heißt nur so.

Die Donau ist aber nicht nur lang, sondern manchmal auch richtig breit. An einer Stelle sind es von einem Ufer zum anderen rund 900 Meter. So lang sind etwa neun Fußballfelder aneinandergereiht!

Kurz bevor die Donau ins Meer fließt, verzweigt sie sich dann und wird zu unzähligen kleinen Flüssen und Bächen. So ein Gebiet nennt man Delta.

An der Donau und an ihren Nebenflüssen wohnen mehr als 80 Millionen Menschen. Das sind etwa so viele wie in ganz Deutschland. Für viele von ihnen ist der Fluss enorm wichtig. Sie arbeiten für die Schifffahrt, sind also zum Beispiel Kapitäne. Oder sie sind Bauern und brauchen das Flusswasser, um ihre Felder zu bestellen.

Außerdem ist der Fluss natürlich auch für viele Tiere lebensnotwendig. Über 5000 verschiedene Arten leben in der Donau oder an ihren Ufern. Darunter sind auch zum Teil bedrohte Vögel wie der Schwarzstorch oder der Seeadler. Und im Wasser tummeln sich rund 100 verschiedene Fischarten. Wusstest du, dass in der Donau Fische leben, die es schon zur Zeit der Dinosaurier gegeben hat? Störe gehören zu den ältesten heute noch lebenden Tierarten. Bekannt ist der Stör vor allem wegen seiner Eier. Die heißen Kaviar und werden in edlen Restaurants zum Essen serviert. Vor allem deswegen sind Störe in vielen Teilen der Welt vom Aussterben bedroht.

Weil die Donau für Menschen und Tiere so wichtig ist, muss sie geschützt werden. Das fanden viele Politiker in Europa schon vor 16 Jahren. Sie haben damals einen Vertrag geschlossen. Darin haben sie vereinbart, zusammen besser auf den Fluss aufzupassen. Das war am 29. Juni. An diesem Datum ist inzwischen jedes Jahr der Tag der Donau. Der Donau-Tag wird in verschiedenen Ländern gefeiert. Sie alle wollen zeigen, dass man die Donau schützen muss.

Der Fluss hat nämlich in der Vergangenheit sehr gelitten: Viele große Schiffe haben das Wasser verschmutzt. An manchen Stellen wurde Abwasser in die Donau geleitet. Außerdem wurden an den Ufern viele feuchte Wiesen ausgetrocknet, damit Bauern dort ihre Felder anlegen konnten. Für manche Tiere und Pflanzen blieb dann kein Platz mehr.

Wie eine Riesenschlange windet sich die Donau durch Europa. Mit einem Schiff kann man in viele Länder schippern. Fotos: Armin Weigel

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