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Die Beutezüge der ersten Piraten

11.06.2016, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Schon vor mehr als 2000 Jahren zogen Seeräuber über die Meere

Von Klaus Störtebeker und seinen Helfern haben viele Leute schon gehört. Die Seeräuber machten im Mittelalter die Meere unsicher. Aber Piraten gab es schon viel früher – vor mehreren Tausend Jahren. Sie griffen meist keine Schiffe an, sondern ganze Dörfer!

Ein Kriegsschiff des Volkes der Karthager (ab 6. Jh. v. Chr.) ist als Modell im Museum und Park Kalkriese in Bramsche (Niedersachsen) zu sehen. Das Exponat ist Teil der Sonderausstellung „Gefahr auf See – Piraten der Antike“. Mit solchen Schiffen waren auch Piraten schon in der Antike unterwegs. Foto: Friso Gentsch

KALKRIESE. Piraten, das sind doch diese verwegenen Typen: mit Augenklappe und einem Papagei auf der Schulter. Wenn es um Seeräuber geht, denken viele Leute erst mal an diese Abenteuer-Geschichten. Diese spielen vor etwa 300 Jahren. Damals segelten Piraten über die Meere und verbreiteten Angst und Schrecken.

Piraten gab es aber auch schon viel früher: in der Antike, vor mehr als 2000 Jahren. „Viele waren zuerst Soldat und wurden dann arbeitslos. Sie mussten sich überlegen, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen – und wurden Seeräuber“, erklärt Heidrun Derks.

Die Frau arbeitet in einem Museum in Bramsche, einem Ort im Bundesland Niedersachsen. Dort gibt es gerade eine große Ausstellung über die Piraten der Antike. Die Expertin erzählt: In der Antike überfielen die Piraten meist keine Schiffe auf See. Sie griffen die Städte und Dörfer an der Küste an und plünderten sie aus. Mit ihrem Schiff konnten sie anschließend schnell entkommen.

Solche Raubzüge waren in der Antike nichts Ungewöhnliches. „Herrscher nutzten solche Raubzüge zum Beispiel auch. Denn so konnten sie ihre Kriegskasse auffüllen“, verrät Heidrun Derks. In solchen Fällen arbeiteten die Piraten also im Auftrag des Herrschers.

Oft ging es den Piraten auch nicht direkt um Gold oder Geld, sondern um eine ganz andere Beute: Sie raubten Menschen und verkauften sie als Sklaven weiter, zum Beispiel an die Römer.

Irgendwann gingen die Römer aber gegen die Piraten vor. Die Seeräuber waren in der Zwischenzeit richtig gefährlich geworden. Sie hatten sogar einen römischen Hafen überfallen. Sie entführten bedeutende Römer und verbündeten sich mit Roms Feinden. Außerdem blockierten sie Getreidelieferungen nach Rom.

Das ließen sich die Römer nicht gefallen! Sie schickten ihren besten Feldherrn los: einen Mann namens Gnaeus Pompeius Magnus. „Er hatte zwei Ideen“, verrät Heidrun Derks. „Er bot den Piraten einerseits an, sie zu begnadigen.“ Er wollte ihnen dabei helfen, eine neue Arbeit zu finden. Aber nur, wenn sie sich freiwillig ergaben.

Das taten wohl auch viele Piraten. Die anderen wurden von Gnaeus verfolgt. Dann war es mit der antiken Piraterie vorbei. So steht es zumindest in alten Schriften. Aber ob das wirklich so war? Vielleicht schipperten die Seeräuber auch in einigen Gegenden weiter über die Meere – und verbreiteten Angst und Schrecken

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