Paulas Nachrichten

"Der beste Beruf der Welt"

23.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dennis ist 18 Jahre alt geworden. Aber die große Geburtstagsfeier mit Familie und Freunden muss erst einmal warten. Der Job geht vor. Dennis lernt nämlich den Beruf des Krabbenfischers.

Und dafür muss er immer dann mit dem Schiff aufs Meer hinaus, wenn das Wetter gut genug ist. Auch bei Geburtstagen wird da keine Ausnahme gemacht. Dennis ist das aber egal. „Krabbenfischer ist der beste Beruf der Welt“, sagt er. Dennis lernt bei Kapitän Gerold Conradi. Der lebt in Greetsiel, einem Fischerdorf in Ostfriesland im Bundesland Niedersachsen ganz nah an der Nordseeküste. Dennis und Kapitän Conradi sind mit ihrem Schiff aus dem Hafen gefahren und schon ein paar Stunden unterwegs, als die Insel Borkum in Sicht kommt. Auch die Niederlande sind zu sehen. In dieser Gegend ist die Nordsee so tief, wie ein Haus mit vier Etagen hoch ist. Ganz unten am Boden leben die Krabben. Die sind etwa so lang wie eine Bohne und für viele Menschen ein echter Leckerbissen. Deshalb sind Krabben im Geschäft auch sehr teuer. Dennis wird heute helfen, möglichst viele Krabben zu fangen. Doch zuerst ist Kapitän Conradi dran. Er weiß, wo im Meer besonders viele Krabben leben. Mit Hebeln und Schaltern im Steuerhaus des Schiffes klappt der Fischer zwei Netze aus, die an langen Stangen links und rechts auf dem Schiff hängen. Über Seile werden die Netze hinuntergelassen und über den Meeresboden gezogen. So fährt das Schiff – das die Fischer Krabbenkutter nennen – eine ganze Zeit. Schwimmen Krabben in das Netz, können sie nicht wieder heraus. Dennis trägt große Gummistiefel und dicke, wasserdichte Kleidung und muss jetzt mit anpacken. Er öffnet die eingeholten Netze. Tausende Krabben fallen in eine riesige Wanne auf dem Schiff. Dennis schaltet ein Förderband an, auf dem die Krabben wie über eine Treppe in eine Trommel rutschen. Die dreht sich wie eine Waschmaschine und hat kleine Löcher, durch die nur die Krabben passen. Alles andere wird aus der Trommel wieder ins Meer gespült. „Dazu gehören kleine Fische, Krebse und Seesterne. Die wollen wir nicht“, sagt Dennis. Die Krabben landen schließlich in Körben. Dennis schüttet sie in einen riesigen Kochtopf. Dort werden sie in Meereswasser gekocht. Danach sind sie nicht mehr so grau wie vorher, sondern bräunlich-rot. „An guten Tagen fangen wir eine Tonne Krabben“, sagt Dennis. Das ist so viel, wie manch ein Auto wiegt. An diesem Tag ist der Fang aber nur halb so schwer. „Hätte besser sein können“, meint Kapitän Conradi. Oft sind Dennis und er tagelang auf dem Schiff unterwegs. Das Land steuern sie nur kurz an, um ihre Fänge an Händler zu liefern. Auf dem Kutter haben sie eine Küche, ein kleines Bad und auch Betten.

Dennis, Auszubildender zum Fischer im ersten Lehrjahr, überwacht am frühen Morgen das Kochen der Krabben auf dem Krabbenkutter „Friedrich Conradi“. Es ist noch sehr früh am Morgen – der Himmel ist noch ganz dunkel. Foto: Ingo Wagner

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