Paulas Nachrichten

„Dein Bauch sagt dir: Tu es nicht!“

06.12.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Abenteurer auf Skiern – das ist Axel Naglich. Der 42-Jährige saust extreme Abfahrten hinunter. Nicht auf normalen Pisten, sondern von den höchsten Bergen der Welt . . .

Der Abhang ist extrem steil, mit Felsspitzen übersät und überall lauern Gletscherspalten. Lawinen drohen und manchmal ist der Schnee zu hartem Eis gefroren. Niemand käme auf die Idee, an diesem Ort in mehr als 5000 Metern Höhe über Felsen, Eis und Schnee zu klettern. Eine Abfahrt mit Skiern: ausgeschlossen! Nicht jedoch für Axel Naglich. Der Mann aus dem Ort Kitzbühel in Österreich ist Extrem-Skifahrer. Was andere für eine komplett wahnsinnige Idee halten, ist für den 42-Jährigen ein Abenteuer.

Eines seiner größten Erlebnisse war die Expedition zum Mount St. Elias in Alaska im Jahr 2007. Das Ziel von Axel Naglich und seinen Begleitern: als Erste die wohl längste schneebedeckte Skiabfahrt der Welt bis an den Pazifischen Ozean zu bewältigen. Doch der rund 5500 Meter hohe Berg machte es ihnen nicht leicht: Die Abhänge sind fast senkrecht. Nachts sinkt die Temperatur bis auf minus 60 Grad und das Wetter kann jede Minute umschlagen. „Die Logik sagt dir: Ist idiotisch. Und dein Bauch sagt dir auch: Tu es nicht!“, beschreibt Naglich. Eine falsche Bewegung an diesem Berg und alles ist vorbei. „Wenn’s gutgeht, bist du ein Held – wenn’s schiefgeht, bist du tot.“

Doch warum macht man so etwas Gefährliches? Die Abfahrt selbst findet Naglich nämlich nicht so vergnüglich. „Das kann mir keiner erzählen, dass es witzig ist, wenn du mit voller Hose in den Abgrund schaust und da runterfahren musst.“ Es ist vor allem das Drumherum, das den Extremsportler reizt: das Auskundschaften des Berges, die Suche nach dem besten Weg, die Nächte im Zelt und das Klettern zum Gipfel mit Skiern auf dem Rücken. Und das unglaubliche Gefühl am Ende, wenn alle das Abenteuer gut überstanden haben – so wie es auch am Mount St. Elias war.

Am wichtigsten sind für Naglich gute Begleiter. Denn wenn es gefährlich wird, müssen sich alle aufeinander verlassen können und sich helfen. „Es hat jeder mal seinen Durchhänger und wenn der Rest vom Team sagt, geht schon, das schaffen wir, dann hilft dir das“, erklärt der Extrem-Skifahrer. Und ein Begleiter darf nie fehlen: Gordon, ein kleiner Stoffeisbär, den ihm seine Frau geschenkt hat. „Das ist mein Talisman und logischerweise ist der immer dabei.“

Axel Naglich am Mount St. Elias Foto: Vitek Ludvik

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