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Das macht ein gutes Schulbuch aus

10.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Unterricht ohne Schulbücher? Das ist eher selten. Für jedes Fach gibt es in der Regel ein eigenes Buch, manchmal sogar noch Übungshefte. Aber wer denkt sich die Bücher eigentlich aus?

„So eine schwere Mathe-Aufgabe! Wie soll ich da bloß auf das richtige Ergebnis kommen?“ – Wenn du mit einer Rechen-Aufgabe nicht weiterkommst, hast du dich vielleicht auch schon mal gefragt: Wer hat sich den Kram eigentlich ausgedacht? Ein Schulbuch wird in der Regel nicht von einem einzelnen Autor geschrieben, sondern von einem Team, sagte Imke Junack. Die 43-Jährige arbeitet in einem großen Schulbuchverlag. Sie ist verantwortlich für Grundschulbücher in den Fächern Mathe und Sachunterricht. Wenn ein Schulbuch entsteht, sind viele Personen daran beteiligt, erklärt sie: Lehrerinnen und Lehrer – aber auch Menschen, die in unterschiedlichen Berufen arbeiten, zum Beispiel an Universitäten. Manchmal schreiben 15 Autoren an einem Buch! Und denen liegt nicht daran, den Schülern das Leben schwer zu machen. Im Gegenteil: Sie wollen, dass Schüler und Lehrer möglichst viel Spaß am Lernen haben. Aber wie sieht denn das perfekte Schulbuch aus? Ein gutes Schulbuch muss den Kindern und Lehrern gefallen, findet Imke Junack. Außerdem müssen Schüler sich in den Büchern wiederfinden können. Das heißt: Wenn ein Schüler gerade erst lesen lernt, sieht man im Buch zum Beispiel Bilder von einer Schulhof-Szene oder den Weg zur Schule. Denn das sind Dinge, die man gut wiedererkennt – und dann fällt auch das Lesen von Wörtern leichter, sagt die Expertin. Aber auch Zeichnungen und Fotos gehören unbedingt zu einem guten Schulbuch. Wenn Schüler noch nicht so gut lesen können, helfen ihnen Bilder manchmal dabei zu verstehen, was sie bei Aufgaben tun sollen. Außerdem machen bunte Zeichnungen Schulbücher einfach schöner. Es soll ja nicht alles eine Text-Wüste sein. Aber trotzdem klappt das Lernen nicht bei jedem Schulbuch perfekt. Das kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht ist ein Schulbuch eher für Kinder in einem anderen Alter gedacht. In manchen Bundesländern lernt man erst ab der dritten Klasse Englisch, in anderen schon ab der ersten. Da kann man natürlich nicht dasselbe Buch nehmen. Oder wenn man etwas total langweilig oder gruselig findet – dann macht das Buch vielleicht auch keinen Spaß mehr. Dabei ist das total wichtig: „Man lernt gut und kann sich Sachen besser merken, wenn man Spaß hat“, sagt Imke Junack.

Für jedes Fach gibt es in der Regel ein eigenes Buch, manchmal sogar noch Übungshefte. Aber wer denkt sich die Bücher eigentlich aus? Foto: Achim Scheidemann

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