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Das Ende eines großen Krieges

10.11.2018, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Vor 100 Jahren ging der Erste Weltkrieg nach vier Jahren Kampf zu Ende

Vier Jahre lang hatten Soldaten in Europa gekämpft. Nun sollte endlich Schluss sein. Doch einen Krieg zu beenden ist gar nicht so einfach.

Ein deutscher Soldat spaziert am 24. April 1915 durch einen Schützengraben vor Ypern (Belgien) in Westflandern. Vor Ypern kam im Ersten Weltkrieg der deutsche Vormarsch nach Belgien zum Stehen. Foto: dpa

FREIBURG. Am 11. November um Punkt 11 Uhr war er vorbei. Der große Krieg ging zu Ende. Vier Jahre lang hatten Soldaten in Europa gekämpft. Es kamen fürchterliche neue Waffen zum Einsatz und Millionen Menschen starben. Der Erste Weltkrieg war einer der schlimmsten Kriege, die es jemals gegeben hatte. Vor 100 Jahren endete er mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstands.

„Einen Krieg zu beenden, ist wahnsinnig kompliziert“, erklärt der Fachmann Jörn Leonhard. Und im Ersten Weltkrieg war die Sache besonders schwierig. Das hat mit der Entstehung des Krieges zu tun, mit seiner Dauer und vor allem den vielen, vielen Opfern.

In den Kriegsländern dachte man nämlich lange: „Jetzt sind schon so viele Menschen gestorben, ihnen zuliebe müssen wir weitermachen!“

Auch in Deutschland dachten viele so. Doch in den Gefechten lief es für die deutschen Soldaten immer schlechter. Die obersten Militärleute erkannten: „Wir brauchen einen Frieden – und zwar so schnell wie möglich!“ „Viele Deutsche waren von dieser Nachricht völlig überrascht. Denn ihnen wurde lange Zeit vorgemacht, man könne den Krieg gewinnen“, erzählt Jörn Leonhard.

Doch wie beendet man einen Krieg? Damals schickten die Deutschen zunächst eine Art Brief und baten um Gespräche. Dann begann eine Geheim-Mission. Der wichtigste Mann dabei: Matthias Erzberger. Er war Politiker und sollte den Waffenstillstand aushandeln. Die obersten Militärleute, die den Krieg mit angezettelt hatten, drückten sich vor dieser Verantwortung.

Zusammen mit einigen anderen setzte sich Matthias Erzberger in den Zug und machte sich auf den Weg nach Frankreich. Das Ziel war eine Waldlichtung in der Nähe der Stadt Compiègne. Die Stadt war für alle gut zu erreichen, denn dort kreuzten sich mehrere wichtige Eisenbahnstrecken.

Mit dabei waren Vertreter aus Frankreich und Großbritannien. Mit diesen beiden Ländern lag Deutschland im Krieg, unter anderem.

Die Friedensverhandlungen fanden in einem Eisenbahnwaggon statt. Dolmetscher übersetzten hin und her und Matthias Erzberger versuchte, so gut wie möglich zu verhandeln. Das war aber gar nicht so einfach, denn schließlich hatte ja Deutschland um die Gespräche gebeten.

Die Zeit drängte, denn der Krieg war noch in vollem Gang – und in jeder weiteren Minute starben Soldaten. Am Ende musste Matthias Erzberger unterschreiben, dass es sein Land war, das um Frieden gebeten hat. „Damit musste Deutschland im Prinzip zugeben, dass es der Verlierer war“, erklärt Jörn Leonhard.

Viele Leute in Deutschland fanden das ungerecht. Doch Matthias Erzberger hatte keine andere Wahl, nur so konnte es Frieden geben. Alle Länder verabredeten: Der Krieg endet am 11. November um Punkt 11 Uhr. Um diese Uhrzeit gaben Trompeter ein Signal und alle Soldaten wussten, dass sie aufhörten konnten zu kämpfen.

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