Paulas Nachrichten

Capoeira: tanzen und kämpfen, ohne sich zu berühren

16.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tanz, Akrobatik und Kampf – das alles steckt in Capoeira. In Brasilien ist das ein beliebter Tanzsport. Auch in Berlin schwingen Mädchen ihre Füße in die Luft und machen einarmige Räder.

Jetzt sind Ambra und Franca dran: Sie stehen auf und laufen in die Mitte eines Kreises. Um sie herum sitzen viele Kinder. Die klatschen und singen zu brasilianischer Musik, die aus den Boxen dröhnt. Die Mädchen geben sich die Hand. Dann machen sie gleichzeitig Handstände auf einer Hand, formen eine Brücke oder drehen sich schnell um sich selbst! „Die Roda am Ende der Stunde mag ich am liebsten“, schwärmt die elfjährige Ambra. Roda wird der Kreis beim Capoeira genannt, den Menschen bilden. Ambra lernt seit etwa drei Jahren den Kampftanz aus dem Land Brasilien in Südamerika. Vieles beim Capoeira sieht aus wie Tanz, dazu kommt Akrobatisches – und Bewegungen wie bei einem Kampf. Beim Capoeira berühren sich die Kämpfer aber nicht einmal. Eigentlich. „Man muss schon darauf achten, dass man viel Platz dazwischen hat“, erzählt die zehnjährige Franca. Sonst kriegt man vielleicht doch einen Schlag ab. Einmal hat sie schon versehentlich ein Mädchen aus der Gruppe getroffen. Mehr als ein paar blaue Flecken oder eine Beule gibt es aber nie, erzählen die Mädchen. „Ich hab mir das einmal angesehen und fand das gleich toll“, erzählt die achtjährige Chioma über Capoeira. Am Anfang musste sie viel üben, damit manche Schritte klappten. Inzwischen dreht sie sich aber geschickt im Kreis und schwingt einen Fuß in die Luft. Lehrerin Gildete macht nämlich gerade einen neuen Schritt vor: links, rechts, drehen. Und das Ganze immer im Rhythmus zur Musik. Die Mädchen tragen beim Unterricht alle die typische Capoeira-Kleidung: lange weiße Hosen und weiße Shirts. Und um den Bauch einen besonderen Gürtel. Bei Ambra ist der aus zwei grünen Kordeln mit gelber Spitze. Ambra hat nämlich schon den dritten Capoeira-Gürtel. Das heißt, sie hat nun die dritte Stufe im Capoeira erreicht. Um den Gürtel zu kriegen, musste sie gegen einen Capoeira-Meister kämpfen. Sie hat sich wohl ganz gut geschlagen: Am Ende hat er ihr den neuen Gürtel um den Bauch gebunden.

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