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Bergleute machten Knochenjob unter der Erde

06.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Was für ein knochenharter Job! Hubert Formella hat als junger Mann auf der Zeche Zollern in Dortmund gearbeitet. In diesem Bergwerk in Nordrhein-Westfalen haben er und seine Kollegen Kohle abgebaut.

Sie waren dafür einige hundert Meter unter der Erde. Unter Tage, wie Bergleute sagen, war es heiß und nass. Und eng: „Ich musste auf dem Rücken, dem Bauch oder der Seite liegen“, berichtet der Kumpel. So nennt man Bergleute auch. „Ich habe die Kohlestücke mit einem Presslufthammer aus der Schicht geschlagen“, erzählt Hubert Formella. Das war sehr anstrengend. Dazu kam die schlechte Luft und der Dreck. Denn die Bergleute haben sogar Sprengstoff verwendet, um an die Kohle heranzukommen. Ungefähr acht Stunden dauerte die Schicht der Bergleute.

Zehn Jahre hat Hubert Formella diesen Job gemacht – von 1952 bis 1962. Wenn er heute auf dem Zechengelände unterwegs ist, begrüßen ihn die Leute immer noch mit den Worten „Glück auf!“. So wünschten sich die Bergarbeiter früher, dass sie heil wieder nach oben kamen. Obwohl der Job gefährlich war, denkt Hubert Formella gern an seine Zeit unter Tage zurück. „Ich habe hier viel gelernt“, sagt er. Zum Beispiel, was Zusammenhalt bedeutet. Denn man musste sich auf die anderen Kumpel verlassen können, wenn einem was passierte.

Die Zeche Zollern liegt im Ruhrgebiet. Die Region ist weltweit bekannt für den Bergbau. Doch die große Zeit der Zechen ist vorbei. Vor etwa 45 Jahren mussten viele Bergwerke schließen. Das hatte mehrere Gründe. Zum Beispiel konnte man Kohle billiger in anderen Ländern einkaufen.

Die Zeche Zollern ist heute ein Museum. Noch immer stehen die zwei großen Fördertürme auf dem Gelände. Sie ragen viele Meter hoch in den Himmel. Mit ihrer Hilfe konnte man die Kohle aus der Erde holen. Fördern nennen das die Experten.

Bergleute vom Bergwerk Walsum Zeche Voerde ziehen sich in der Schwarzkaue um. Umkleideschränke für die Bergarbeiter gibt es in Zechen meist nicht. Stattdessen werden die Klamotten in sogenannten Kauenkörben unter die Decke gezogen und dort aufbewahrt. Foto: Roland Weihrauch

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