Paulas Nachrichten

Bei null Grad geht Paula der Salat kaputt

26.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

irgendwie fehlt mir der Schnee! Es ist ja sehr kalt. Dann könnte es doch auch endlich schneien.

Das habe ich dem Andreas in dieser Woche einmal erzählt. Der hat nur mit dem Kopf geschüttelt und gesagt: „Ich kann ja deine Begeisterung für den Schnee verstehen. Aber wir brauchen den doch jetzt nicht ein halbes Jahr lang! Die Kälte ist doch schlimm genug.“

Dann ist er gleich zu seiner Wetterstation gerannt und hat ganz hektisch auf die Temperaturanzeige geguckt. „Da!“, hat er gerufen, „Schon wieder Minustemperaturen!“

Ich habe versucht, ihn zu beruhigen: „Aber, aber, mein lieber Freund! Es ist doch noch ganz früh am Morgen. Das wird heute bestimmt noch wärmer.“

Er hat darauf beharrt und hat gemeint: „Aber Minustemperaturen! Das müsste doch noch nicht sein!“

Das habe ich jetzt nicht verstanden. Ich habe gefragt: „Was regst du dich denn so auf? Ob das jetzt einen Grad minus hat oder gerade mal ein Grad plus, so groß ist doch der Unterschied gar nicht!“

Diesmal hat er mir recht gegeben. Zumindest ein bisschen. Er hat gesagt: „Das mag ja schon sein. Aber weißt du, Paula, das Auge friert eben mit!“

Das habe ich nun überhaupt nicht kapiert. Ich habe geschnattert: „Klar, das Auge gehört ja zu deinem verfrorenen Körper. Dann friert’s auch mit. Oder was willst du damit sagen? Ist das etwa so ein komisches Erwachsenensprichwort?“

„Richtig erkannt“, hat der Andreas gesagt. „Das ist ein von mir umgewandeltes Sprichwort. Eigentlich sagt man: ,Das Auge isst mit.‘ Damit ist gemeint: Eine Mahlzeit sieht besonders lecker aus. Und ich meine mit dem ,frierenden Auge‘: Wenn man auf dem Thermometer sieht, wie kalt es ist, friert man gleich viel mehr. Deshalb wäre ich jetzt gerne in Amerika. Da würden jetzt nämlich beinahe 32 Grad auf dem Thermometer stehen.“

„Das ist ja nichts Besonderes. Du hast ja schon oft von den Wüsten da drüben erzählt. Klar, dass es da auch jetzt heiß ist“, habe ich gesagt.

Aber der Andreas hat gleich erwidert: „Das meine ich nicht! Da wären jetzt beinahe 32 Grad auf dem Thermometer, auch wenn es dort genauso kalt wäre wie hier bei uns.“

„Das ist ja doof“, habe ich gelacht. „Haben die Amerikaner denn nur kaputte Thermometer?“

Und der Andreas hat gleich mitgelacht. „Nein, die Thermometer sind nicht kaputt. Die messen nur anders. Die messen nicht in Grad Celsius wie wir. Die messen in Grad Fahrenheit. Null Grad Celsius sind dann 32 Grad Fahrenheit.“

„Das ist ja ein toller Trick. Kann sich jedes Land sein Thermometer einfach so aussuchen?“, wollte ich wissen.

„Eigentlich nicht. Es wäre ja schon praktisch, wenn alle die gleichen Einheiten hätten. Aber die Amerikaner zum Beispiel haben auch andere Längeneinheiten. Die haben keine Kilometer, Meter und Zentimeter. Die haben Meilen und Inches zum Beispiel.“

Ich habe dann überlegt: „Tja, das mag ja sein. Aber wieso gibt es überhaupt solche verschiedenen Einheiten?“

Der Andreas hat mich gelobt: „Hach, Paula, du bist einfach meine schlaue Reporterin. Du stellst fast immer die richtigen Fragen. Unsere Angaben in Celsius kommen von dem Herrn Anders Celsius. Das war eigentlich ein schwedischer Sternenforscher, ein Astronom. Der hat sich schon vor über 250 Jahren was Tolles überlegt. Er hat geguckt, bei welcher Temperatur Wasser gefriert. Das waren dann seine null Grad Celsius. Und dann hat er noch geguckt, wann Wasser kocht. Das waren seine 100 Grad Celsius.“

„Das klingt gut. Gab’s denn dann auch noch einen Typen mit dem Namen Fahrenheit?“, wollte ich wissen.

„Richtig vermutet“, hat der Andreas lächelnd gesagt. „Und der war ein bisschen komischer. Er war ein deutscher Erfinder. Er hat noch vor Celsius gelebt. Er ist eines Tages in seiner Heimatstadt Danzig vor die Türe gegangen. Da war es sehr, sehr kalt. Und da hat er dann gemeint: ,So, das sind jetzt null Grad.‘ Null Grad Fahrenheit also. Das waren ungefähr minus 18 Grad Celsius. Und dann hat er gesagt: ,So, und die Temperatur von meinem Körper, das sind jetzt einfach 100 Grad.‘ 100 Grad Fahrenheit also. Es kommt also immer darauf an, auf was man sich bezieht.“

„Hm“, habe ich mir überlegt, „dann könnte ich ja auch meine eigene Temperatureinheit erfinden. Dann wären null Grad Paula die Temperatur, bei der meine Salatköpfe im Garten kaputtgehen. Und 100 Grad Paula wären die Temperatur, bei der Schokolade schmilzt.“

Der Andreas musste lachen: „Das können viele Kinder bestimmt nachvollziehen. Zumindest das mit der Schokolade.“ Stimmt das, liebe Kinder? Eure Paula

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