Paulas Nachrichten

Barfuß war nichts für reiche Füße

12.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Barfuß zu gehen, war in früheren Zeiten für viele Leute normal. Noch vor rund hundert Jahren liefen viele Kinder in Deutschland von Frühjahr bis Herbst mit nackten Füßen herum – auch in der Schule. Zwar gab es Schuhe längst, aber sie waren sehr teuer.

Schuhe sollten ursprünglich vor allem gegen Kälte, Nässe, spitze Steine oder Hitze schützen. Deshalb wickelten Menschen schon vor mehreren Tausend Jahren Lederlappen und Fell um ihre Füße. Die ersten Schuhe in einer ähnlichen Form wie wir sie heute kennen, sollen die Ägypter erfunden haben: Es waren Sandalen, aus Gras oder Leder geflochten. Auch das ist bereits ein paar Tausend Jahre her.

Im Laufe der Zeit veränderten Schuhe sich immer mehr. Sie wurden auch ein Zeichen für Reichtum oder Macht. Die Art der Schuhe verriet in früheren Kulturen ebenfalls etwas über den Stand eines Menschen. Ein Mächtiger hatte etwa andere Schuhe an als seine Diener.

Im Orient erfand man Stiefel, die nur Männer tragen durften. Für Frauen befestigte man Holzkeile unter Sandalen. Je höher der Holzkeil, desto angesehener war die Frau. In Europa wurden vor einigen Hundert Jahren Schnabelschuhe modern. Sie hatten etwa die Form eines Entenschnabels. Manche waren länger als der Arm eines Schulkinds. Die Länge zeigte den Reichtum des Schuh-Besitzers an.

Schuhe selbst waren lange Zeit teuer. Das änderte sich mit der Erfindung der Nähmaschine vor ungefähr 200 Jahren. Damals begann man in Europa, Schuhe in Fabriken herzustellen. Dadurch wurden sie nach und nach erschwinglich – auch für ärmere Leute.

Barfuß bei Wind und Wetter: Johannes Kathol aus Berlin zieht nicht gerne Schuhe an. Auf nackten Füßen läuft der Barfuß-Fan sogar durch die Stadt. Foto: Christoph Schieder

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