Paulas Nachrichten

Badeenten messen Strömung

05.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Meist ist Müll im Meer sehr schädlich für die Tiere und die Umwelt. Manchmal kann er aber auch nützlich sein: 1992, also vor gut 18 Jahren, gingen bei einem Sturm im pazifischen Ozean rund 29 000 Badewannen-Tiere über Bord eines Frachters.

Seitdem kreisen viele der Spielzeug-Tiere noch immer im Ozean – und helfen den Wissenschaftlern bei ihrer Arbeit. Mit dem Spielzeug können die Forscher zum Beispiel Meeresströmungen erforschen. Starke Strömungen können in einem Ozean riesige Strudel verursachen. Das Wasser bewegt sich dann in kilometergroßen Kreisen um ein Zentrum herum. Ähnlich wie das Wasser im Badewannenabfluss, nur dass die Bahnen eben viel, viel größer sind. Solche Wirbel gibt es in fast allen großen Meeren. Allerdings ist es sehr schwer, die Wasserbewegungen zu verfolgen. Über einen Wirbel im Nordatlantik weiß man trotzdem besonders viel. Denn in dem Wirbel zwischen Nordamerika und Asien ziehen nämlich die vielen tausend Badewannentiere ihre Runden. Die Forscher fanden so zum Beispiel heraus, dass ein Teil des Spielzeugs in drei Jahren ungefähr 13 000 Kilometer zurücklegt und schließlich wieder dort ankommt, wo man es Jahre zuvor gesichtet hat: vor der Küste Alaskas. Manche der Wannentiere sind aber durch die Meeresströmungen in andere Ozeane gewandert. Da man ziemlich genau weiß, an welcher Stelle die Tiere über Bord gingen, kann man die Meeresströmungen mit Hilfe der Badewannentiere nun ganz genau verfolgen. Für die Forscher war es deshalb unheimlich spannend, die Plastiktiere auf ihrem Weg durch den Wirbel zu beobachten. Aber sie waren auch geschockt, wie viel Müll sich im Zentrum des Strudels sammelt.

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