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Auf der Suche nach dem Riesenkalmar In der Tiefe sind keine Pflanzen mehr, weil es kein Licht gibt, sondern nur noch Tiere

12.09.2015, Von Jennifer Heck — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ana ist 15 Jahre alt. Mit ihren Eltern wohnt sie zeitweise auf einem Schiff. Ihre Eltern steigen für ihre Arbeit sogar in ein U-Boot. Beide sind Forscher.

HORTA (dpa). Ana wacht im Hafen auf. Sie will den Tag zusammen mit ihren Eltern im U-Boot verbringen. Dazu zieht sie kurze Sachen an. „Weil es warm ist im U-Boot“, erklärt sie. „Man geht da auch ohne Schuhe rein.“

Anas Eltern sind Forscher und wollen einen besonders großen Tintenfisch filmen: einen Riesenkalmar. Weil Ana gerade Ferien hat, bleibt die Familie sogar für mehrere Wochen auf einem Schiff. Ana erzählt, wie so ein Tauchgang abläuft.

Gegen neun Uhr fährt der Katamaran los. Das ist ein Schiff mit zwei großen Schwimmkörpern. Im Sommer ist das Meer vor den Azoren am ruhigsten. Herr und Frau Jakobsen steigen deshalb im Sommer sehr oft in ihr U-Boot. Die Azoren sind mehrere Inseln, die im Atlantischen Ozean liegen. Sie gehören zu Portugal.

Nach etwa einer Stunde erreichen sie ihr Ziel. Hier wollen Anas Eltern nach dem Riesenkalmar Ausschau halten. „Das U-Boot wird zu dem Punkt gezogen, wo es hin soll“, sagt Ana. „Dann fahren wir mit einem Schlauchboot dahin und steigen hinein.“

Das heißt, durch eine Luke klettern Ana und ihre Eltern von oben in den kleinen Raum des U-Bootes. Ana setzt sich auf einen der drei Sitze im U-Boot. Um sie herum sind viele Maschinen, zum Beispiel zum Funken und um die Luft zu säubern. Außerdem gibt es viele Knöpfe, für die Scheinwerfer und die Kameras. Davon sitzt eine unter dem Boden und eine vor dem Boot, um die Tiere zu filmen.

Sind alle drin und ist die Luke geschlossen, geht es los. „Dazu muss man ein Ventil aufdrehen oder mehrere Ventile“, sagt Ana. „Das macht mein Papa.“ Er ist der Pilot und steuert das U-Boot. Durch das Öffnen der Ventile strömt Wasser in Kammern, in denen vorher Luft war. Das U-Boot wird schwerer und sinkt langsam nach unten. Jetzt muss ihr Papa schauen, ob im Wasser Leinen von Fischern zu sehen sind. Das U-Boot könnte sonst darin hängen bleiben.

Ana sieht nun Fische durch eine Art Glasscheibe, die extra dafür entwickelt wurde. Ihre Mama filmt die Tiere. Je weiter das U-Boot sinkt, umso kühler und angenehmer wird die Temperatur. Auch Fischernetze gibt es dort nicht mehr. Jetzt darf auch Ana mal mit dem Joystick das Boot steuern. „Am Anfang war es ein bisschen kompliziert“, sagt Ana. Aber dann hatte sie den Dreh raus. Sie lenkt das U-Boot sogar so, dass ihre Mama einen kleinen Kalmar filmen kann. „Das war spektakulär“, freut sich Kirsten Jakobsen.

Bis das U-Boot auf dem Meeresboden ankommt, hat es einen Kilometer Strecke zurückgelegt. Das dauert etwa 40 Minuten. „Wenn man den Meeresboden erreicht, sieht man ihn aus ein paar Metern Entfernung“, sagt Frau Jakobsen. „Pflanzen gibt es da unten nicht mehr, weil es kein Licht gibt“. Auf dem Boden liegt vor allem Sand. Lavafelsen, Korallen und Schwämme sind zu sehen und natürlich Fische!

Ana und ihre Eltern filmen die Tiere, schauen sich um und reden miteinander. Manchmal hören sie Musik. Durch die große Kuppel haben die drei einen tollen Blick nach draußen. Sie können nur so gut und weit sehen, weil das U-Boot sehr starke Lichter hat. „Manchmal machen wir das Licht aus“, sagt Frau Jakobsen. „Dann ist es ganz dunkel und man sieht draußen verschiedene Tiere blinken.“

Nach fünf Stunden steigen sie wieder auf. Dann treibt das U-Boot an der Wasseroberfläche. Ein Schlauchboot holt die drei ab. „Dann wird das U-Boot wieder an der Leine festgemacht und zurückgezogen“, sagt Ana. Unter dem Schiff öffnen sich große Klappen. Dort fährt das U-Boot hinein und wird hochgehoben. Die Klappen schließen sich und das UBoot wartet auf den nächsten Tag in der Unterwasserwelt.

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