Paulas Nachrichten

„Acht Tage lang Nudeln mit Ketchup“

17.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher? Darüber reden gerade viele Leute in Deutschland. Der Anlass dafür sind die Sparpläne der deutschen Regierung.

Viele meinen: Die Politiker wollen vor allem armen und arbeitslosen Menschen künftig weniger Geld geben als bisher. Dabei reicht das Geld in vielen armen Familien schon jetzt kaum zum Leben, sagt der Fachmann Wolfgang Büscher. Er hat den dpa-Nachrichten für Kinder erzählt, was Armsein für viele Kinder in Deutschland bedeuten kann. Rund drei Millionen Mädchen und Jungen bei uns gelten als arm, schätzen Fachleute.

Was heißt es, arm zu sein?

Es fängt schon damit an, dass kein Geld für gesundes Essen da ist, etwa für Obst oder Gemüse. Gegen Ende des Monats wird es besonders schlimm. Da haben die Eltern nicht mehr genug Geld übrig. Dann gibt es zum Beispiel acht Tage nacheinander Nudeln mit Ketchup, weil das eben am billigsten ist. Viele Kinder gehen ohne Frühstück in die Schule. Sie können auch das Mittagessen dort in der Regel nicht bezahlen. Wenn die Kinder hungrig sind, können sie sich im Unterricht oft schlecht konzentrieren. Einige sind auch aggressiv, einfach weil sie Hunger haben.

Worauf müssen Kinder aus armen Familien noch verzichten?

Kinder aus armen Familien können fast nichts machen, was für andere Kinder normal ist.

Zum Beispiel einfach mal ins Kino, Schwimmbad oder Theater gehen. Diese Kinder sind in keinem Sportverein und haben auch sonst kaum Geld für Hobbys.

Selbst bei Schulausflügen oder Klassenfahrten können sie oft nicht dabei sein. Ihre Eltern können auch nicht mit ihnen in Urlaub fahren, weil sie so wenig Geld haben. Die Kinder kennen oft nur die Gegend, in der sie wohnen. Das bedeutet auch, dass sie gar nicht mitreden können, wenn sich andere über ihre Ferien oder Hobbys unterhalten. Die Kinder merken, dass sie arm sind. Sie fühlen sich oft verachtet und ausgegrenzt – als ob sie nicht richtig dazugehören.

Wie geht es den Eltern der Kinder?

Viele sind verzweifelt und verlieren irgendwann den Mut. Sie sind nicht mehr richtig fröhlich und vieles wird ihnen egal. Einige Eltern feiern nicht einmal mehr den Geburtstag ihrer Kinder. Unter dieser gedrückten Stimmung leiden die Kinder oft besonders.

Symbolbild: Kinder sozial schwacher Familien im Stadtteil Lehe von Bremerhaven nehmen in dem Kinderladen des Vereins „Rückenwind für Leher Kinder“ ein Mittagessen ein. Foto: Ingo Wagner

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Paula sorgt sich um die Äpfel

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich durch die Stadt zum Andreas gewatschelt. Der Wind hat ganz schön geweht. Der Andreas hat mich begrüßt: „He, Paula, schön dass du da bist! Der Wind hätte dich auch verwehen können. Oder auch deine Buchstaben. Dann hätte man gar nichts mehr auf…

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