Paulas Nachrichten

05.10.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Für den Aufsteiger FV 09 Nürtingen entwickelt sich die Landesliga immer mehr zur Wohlfühloase: Das fröhliche Punktesammeln ging auch gestern ungebremst weiter. Der 2:0-Heimsieg gegen bis zu diesem Zeitpunkt noch ungeschlagene Bad Boller war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes – nicht nur wegen des dritten Nullneun-Sieges in Folge.

Bemerkenswert war in erster Linie, mit welcher Unbekümmertheit und Zielstrebigkeit die Nürtinger in die Partie gingen. Während auf den Stehrängen noch die letzten der rund 150 Zuschauer ein optimales Plätzchen suchten oder noch den Wurststand bevölkerten, traten auf dem Rasen bereits die Herren Kottmann und Bublica entscheidend in Aktion. Sowohl in der 3. als auch in der 6. Minute spielte Simon Kottmann den exzellenten Vorbereiter für seinen Sturmpartner. Beide Male schloss Adonis Bublica den jeweiligen Querpass aus kurzer Distanz mit einem platzierten Schuss ab.

Die bis dahin so erfolgsverwöhnten Boller wussten anfangs nicht so recht wie ihnen geschah, binnen kürzester Zeit waren sie von den Nürtingern mit Pässen in die Tiefe regelrecht übertölpelt worden. „Trotzdem war der 2:0-Pausenstand glücklich für uns“, bilanzierte 09-Trainer Daniel Teufel nach dem munteren und auch qualitativ ordentlichen Landesligamatch. Die Nürtinger, durchgehend kampf- und laufstark, bekamen es nämlich bis zum erlösenden Pausenpfiff gleich mit einer ganzen Serie wütender Angriffe zu tun. Hochkaräter resultierten allerdings nur wenige daraus, was vor allen Dingen dem guten Stellungsspiel der 09-Abwehrreihe geschuldet war.

Zwar wurde der Aufsteiger „hergespielt“, wie es Trainer Teufel salopp formulierte, Gegentore blieben freilich aus. Den fehlenden Anschlusstreffer nannte auch Bolls Abwehrchef Anastasios Kivotidis als den zentralen Grund für die Niederlage: „Wir hatten nach dem miserablen Start mit dem 0:2-Rückstand dann vor der Pause mehrfach die Chance, wieder ins Spiel zu kommen, diese jedoch nicht genutzt“. Die letzte Konsequenz hat laut Kivotidis gefehlt.

Was wiederum auch an den aufopferungsvoll kämpfenden Nürtingern lag. Immer wieder gelang es Teufels Mannen, Schüsse zu blocken, Pässe in die Tiefe zu unterbinden, Flankenläufe des Gegners zu unterbrechen. Um die hohen Hereingaben kümmerte sich zudem schwerpunktmäßig Abwehrriese Thomas Burkhardt – neben Kottmann bester Akteur auf dem Feld.

Der Nürtinger Sturm auf Tabellenplatz sechs hing auch in Halbzeit zwei am seidenen Faden. Doch im Gegensatz zur Schlussphase der ersten Hälfte, als die Abwehr um Kapitän Pavlos Osipidis Schwerstarbeit verrichten musste und kaum Entlastung in Sicht war, eröffneten sich nach dem Seitenwechsel immer wieder Räume für Konter. Was in der Theorie gut klingt, muss in der Praxis bekanntlich nicht immer gut funktionieren. Dass die 09-Angreifer alleine viermal in 1:1-Situationen den Torwart anschossen, statt mit technischer Finesse und entsprechender Konzentration das 3:0 zu markieren, war ein großer Schwachpunkt des FVN am gestrigen Nachmittag.

„Da müssen wir einfach mehr draus machen“, kritisierte Daniel Teufel. Zumal ein drittes Tor ein echtes Mittel zur Nervenberuhigung gewesen wäre. Denn die Gäste versuchten es in der Schlussphase mit allen Mitteln: Steilpässe, hohe Flanken – im Strafraumgewühl behielten die Gastgeber jedoch meist die Karten in der Hand, auch Keeper Max Mausch wirkte immer wieder als Ruhepol im Getümmel. So waren lediglich zwei Kopfbälle an den rechten Pfosten die herausragenden Offensivaktionen aus Boller Sicht.

Der Schlusspfiff des weitgehend fehlerfrei pfeifenden Unparteiischen Simon Hofmann (Stuttgart) war Auftakt für kollektiven 09-Jubel. Mit 13 Punkten aus sieben Spielen haben die Kicker vom Wörth einen beeindruckenden Start hingelegt. „Manchmal muss man auch ein wenig Dusel haben“, lautete das Schluss-Statement von Coach Teufel, „aber natürlich bin ich auf die Mannschaft stolz und sehr glücklich“.

FV 09 Nürtingen – TSV Bad Boll 2:0

FV 09 Nürtingen: Mausch – Siegert, Burkhardt, Osipidis, Schick (46. Gaygusuz) – König (51. Kelava), Bauer, Schwindt, Kottmann – Coconcelli (82. Bosch), Bublica (65. Mader).

TSV Bad Boll: Scherrenbacher – Blessing (75. Vetter), Persch, Kivotidis, Feldmeier – Hartmann, Heilemann, Gromer, Sebastian Aust (65. Hansjörg Aust) – Zuljevic, Bräuning (65. Mettang).

Schiedsrichter: Simon Hofmann (Stuttgart).

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