Paulas Nachrichten

10.02.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

NÜRTINGEN. „American Dreams“ in Malerei und Musik erwartete die Besucher eines besonderen Konzerts, das am Freitagabend in der Kreuzkirche die faszinierende Bilderwelt des New Yorker Künstlers James Rizzi in wie dafür gemachte Rhythmen versetzte. Dazu hatte die Nürtinger Musikerin Iris Oettinger, die den 2011 verstorbenen Maler noch persönlich gekannt hatte, Freunde und Kollegen eingeladen, um die lustigen Figuren des Künstlers zu heißen Jazz-Grooves tanzen zu lassen. Mit von der Partie waren unter anderem die Ausstellungs-Initiatorin Brigitte Kuder-Broß mit ihrem Team und, als Überraschung, der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich.

Der übernahm auch gleich die Rolle des Moderators und bat um Nachsicht für den leider verhinderten EU-Kommissar Günter Oettinger (mit der Musikerin nicht verwandt). Hennrich versprach einen Abend voller Überraschungen und wünschte allen Anwesenden einen genussreichen Abend mit Kunst und Musik.

Nicht ins Disney-, nein, nach Rizziland, dahin wo die Menschen, wie James Rizzis Bilder, für (fast) alles aufgeschlossen und fröhlich seien, wolle sie, so Iris Oettinger, die Gäste an diesem Abend entführen und hatte dazu prominente Unterstützung angefordert. Gerne gefolgt waren ihrem Ruf der Posaunist und Sänger Alexander Katz und Pianist Martin Giebel, dazu Miss „Lady Bass“ Lindy Huppertsberg und der legendäre Gründer und Klarinettist der Frankfurter Barrelhouse Jazz Band, Reimer von Essen, die gemeinsam den Hot Sounds des Oldtime Jazz erfolgreich neues Leben einhauchten. Zugegeben eine Formulierung, die dem Posaunisten ein gewisses Grinsen entlocken dürfte.

Um der Veranstaltung die passende Partyatmosphäre zu belassen, hatten die Veranstalter weitgehend auf eine Bestuhlung des Erdgeschosses der Kreuzkirche verzichtet, und so gruppierten sich die Gäste um die wenigen Stehtischchen oder standen gleich vor die Bühne, um einerseits den Blickkontakt mit den Musikern nicht missen zu müssen und mit dabei zu sein, wenn Brigitte Kuder-Broß und die Schlagzeugerin des speziell für diesen Anlass zusammengetrommelten Jazzquintetts sich über ihre gemeinsamen Erlebnisse mit dem allzu früh verstorbenen Künstler unterhielten und die aus jenen Zeiten stammenden Devotionalien präsentierten.

Schnittchen und ein Gläschen Wein rundeten das Rizziland-Feeling der Besucher ab, und der, wenn auch eher gebremste, Rock-’n’-Roll-Groove, den die Band zum Schluss mit den mehr New Orleans als New York zuzurechnenden Songs „Jambalaya“ und „Hello Josephine“ zum Besten gab, rundete einen gelungenen Abend ab, an dem nach der allseits gefeierten Zugabe, „Oh, when the saints go marching in“, noch Zeit war, sich mit den Musikern oder auch nur untereinander zu unterhalten. Noch gehörte übrigens James Rizzi nicht zu den einmarschierenden Saints, auch wenn während des Abends eine Art „Heiligsprechung“ des Künstlers in fühlbare Nähe gerückt schien.

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