Sennerpokal 2017

Krönender Abschluss einer denkwürdigen Woche

24.07.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die 58. Auflage des Sennerpokals beim TSV Beuren endet mit überglücklichen Siegern, stolzen Organisatoren und ganz großen Emotionen

Als Schlaitdorfs Kapitän Kevin Rock gestern Nachmittag um kurz nach 18 Uhr mit einem lauten Jubelschrei den Sennerpokal in die Höhe reckte, ging eine denkwürdige Turnierwoche zu Ende. Tanzende Sieger, strahlende Organisatoren und rundum zufriedene Zuschauer verdeutlichten auch am Finaltag noch einmal: Der TSV Beuren kann stolz sein auf das, was er in den zurückliegenden acht Tagen geleistet hat.

Die 58. Auflage des Traditionsturniers unserer Zeitung, sie wird als eine denkwürdige in die Sennerpokal-Annalen eingehen – und das aus vielen Gründen. Denkwürdig war das Turnier allein schon wegen den Siegern. Keiner hatte sie auf dem Zettel, aber am Ende hatten sie es dann doch geschafft. Zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte durfte die SpVgg Germania Schlaitdorf den Sennerpokal in die Höhe recken, nachdem der Außenseiter aus der Kreisliga A in einem hochklassigen und bis zur letzten Sekunde hoch spannenden Finale den zweiten Underdog, den TV Unterboihingen, mit 2:1 besiegt hatte.

Waren die Endspiele der zurückliegenden Jahre häufig eine eher einseitige Angelegenheit, hielt es dieses Mal nur wenige Zuschauer in der spektakulären Schlussphase auf ihren Sitzen. Und selten waren den Gewinnern so viel Freude und so viele Emotionen anzusehen, wie der sympathischen Truppe von Trainer Matteo Casisa, die ihr Glück kaum fassen konnte, als sie aus den Händen von VfB-Kapitän Christian Gentner und Senner-Druckhaus-Geschäftsführer Markus Krichenbauer die begehrte Trophäe in Empfang nehmen durfte. „Unglaublich, unfassbar“, jubelte Germania-Kapitän Kevin Rock mit Blick auf seine strahlenden Mitspieler, die noch auf dem Platz vor vollen Rängen ihren Titel überschwänglich feierten. „Das hier“, sagte er, „das hatte sich keiner von uns erträumt.“

„Ein Team, ein Cup“ – die Organisatoren des TSV Beuren verabschiedeten sich von ihrem Publikum, während es 60 intensive Finalminuten später die SpVgg Germania Schlaitdorf im Lettenwäldle richtig Krachen ließ.

Sportlich denkwürdig war das Turnier in Beuren aber nicht nur wegen den Überraschungssiegern aus Schlaitdorf, sondern auch aufgrund der Endrunde insgesamt. Packende Spiele, dramatische Entscheidungen und mehr als nur eine faustdicke Überraschung durften die 4748 Zuschauer an den beiden Finaltagen erleben. Mit Schlaitdorf, Unterboihingen und dem TSV Neuenhaus hatten drei Kreisligisten den Sprung in die Halbfinals geschafft.

Die Kleinen stemmten sich wieder einmal mit großem Einsatz und viel Herzblut gegen die spielerische Überlegenheit der Landes- und Bezirksligateams – in diesem Jahr mit großem Erfolg. „Das freut uns mega. Es ist schön für die Attraktivität des Wettbewerbs, wenn nicht immer nur die Großen gewinnen“, sagte Turnierleiter Peter Schnerring stellvertretend für die vielen mitfiebernden Fans. „Und das ist bestimmt auch etwas, was den Leuten beim Gedanken an den Sennerpokal in Beuren lange in Erinnerung bleibt“, zeigte er sich überzeugt.

Das wird es, und noch vieles mehr. Vor allem die unnachahmliche Stadion-Atmosphäre, die die Beurener allein schon wegen der geografischen Beschaffenheit ihrer Sportanlage im Lettenwäldle zu bieten hatten, beeindruckte die Zuschauer aus nah und fern. Die steilen Hänge an der Haupt- und Gegengeraden, die LED-Großbildleinwand, mit Reimund Elbe ein begnadeter Rhetoriker und Stadionsprecher, wie er im Buche steht, und schließlich die neue Tribüne direkt in der Verlängerung des großen Festzeltes, sorgten alle zusammen spätestens beim Einmarsch der beiden Finalgegner für Gänsehautstimmung pur im weiten Rund. „So eine Kulisse hätte ich mir im Lettenwäldle niemals vorstellen können“, schwärmte der sichtlich berührte Vorsitzende des TSV Beuren, Gerd Rebmann, als er seinen Blick über die klatschenden Massen auf den rappelvollen Rängen schweifen ließ.

15 460 handgezählte Zuschauer waren in den zurückliegenden acht Turniertagen nach Beuren gepilgert und sorgten als treue Kunden für Speis und Trank dafür, dass die Großveranstaltung für den Ausrichter auch wegen der rauschenden Feste von Donnerstag- bis Sonntagnacht in finanzieller Hinsicht ein großer Erfolg wurde.

Aber gefüllte Vereinskasse hin oder her. Denkwürdig bleibt der Sennerpokal in Beuren in erster Linie als große Organisationsleistung eines gesamten Ortes. Noch einmal hatten sich die 30 Hauptverantwortlichen in ihren hellblauen Shirts am gestrigen Sonntag zwischen Spiel um Platz drei und dem großen Finale versammelt. Noch einmal umarmten sie sich, klatschen und sangen ihre Sennerpokalhymne „Ein Team, ein Cup“, ehe sie sich geschlossen von ihrem Publikum verabschiedeten. „Alle hatten Tränen in den Augen“, schilderte Rebmann den für seine Truppe bewegenden Moment.

„Es war ein überwältigendes Sportevent“, zeigte sich Beurens Bürgermeister Daniel Gluiber auf seine Schäfchen sichtlich stolz. „Das Turnier hat unseren gesamten Ort zusammengeschweißt“, lobte er das große Engagement aller, die zu der erfolgreichen Woche beigetragen hatten. „Es gab keine einzelnen Vereine mehr“, betonte Rebmann. „Alle waren der TSV.“

Und so hatte der Sennerpokal am großen Finaltag noch einmal alles zu bieten, was die Zuschauer seit Jahren in Scharen auf das Turniergelände lockt: Spannende Spiele, massenhaft Tore, tragische Verlierer und freudestrahlende Sieger, freundliche Gesichter, Wein, Weib und Gesang – oder zusammengefasst, alles, was sich die Sportlerseele aus tiefstem Herzen wünscht.

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