Vererben und Erben

Was tun im Trauerfall?

Eine große Anzahl solcher Testamente wird allerdings fehlerhaft aufgesetzt und ist damit angreifbar. Ein Testament ist als kompletter Text eigenhändig abzufassen, die Unterschrift allein reicht nicht. Um Zweifel auszuschließen, sind Ort und Datum anzugeben. Sollte der Erblasser nachweislich in geistiger Verwirrtheit oder unter Druck Dritter gehandelt haben, ist das Testament nichtig. Wenn man ein Testament vor einem Notar errichtet, können Fehler in Form und Inhalt leichter vermieden werden. Gründe für eine Erbeinsetzung müssen nicht genannt werden. Neben der Erbeinsetzung kann man die Zuwendung von Vermächtnissen bestimmen. Damit werden einzelne Wertsachen an einen oder mehrere Erben verteilt. Beim sogenannten Berliner Testament kann der Erblasser das Gesamterbe zunächst dem überlebenden Ehegatten hinterlassen. Die Kinder als Nacherben können ihren Pflichtteil einfordern, in diesem Fall allerdings nur die Hälfte des normalen gesetzlichen Erbteils. Setzt der Erblasser mehrere Personen ein, erben diese gemeinschaftlich nach den vom Erblasser bestimmten Quoten. Das Testament sollte beim Notar hinterlegt werden.
Das Bundesministerium der Justiz hat im Servicebereich auf www.bmj.de die Broschüre „Erben und Vererben. Informationen und Erklärungen zum Erbrecht“ bereitgestellt.

Testament – ja oder nein?
Am besten nehmen Sie jetzt einmal Papier und Bleistift zur Hand und zeichnen sich auf, wer Erbe sein würde, wenn Ihnen heute etwas zustieße. Befriedigt Sie das Ergebnis? Oder haben Sie vielleicht ein Stiefkind, welches Sie nicht ohne Erbteil zurücklassen wollen; vielleicht wollen Sie einen Teil Ihres Besitzes einer wohltätigen Organisation vermachen? Vielleicht wollen Sie aber auch nur verhindern, dass Ihre Ehefrau bei Ihrem Tod die kostbare Briefmarkensammlung verkaufen muss, weil Ihr missratener Neffe Theodor zu einem Viertel erbberechtigt ist? In all diesen Fällen müssen Sie ein Testament errichten.
Die Errichtung eines Testamentes ist in jedem Falle auch dann sinnvoll, wenn größere Werte auf dem Spiel stehen, die Nachfolge eines Unternehmens geregelt werden muss oder eine unwirtschaftliche Verteilung des Nachlasses unter eine Vielzahl gesetzlicher Erben vermieden werden soll. Auch junge Ehepaare sollten schon bei der Eheschließung überlegen, wer Erbe sein soll, wenn einem der Ehepartner plötzlich etwas zustößt, denn meistens verfügen auch junge Leute bei der Heirat bereits über Vermögenswerte. Soll der Überlebende allein erben, dann müssen Sie ein Testament machen, denn nur mit einem Testament können Sie verhindern, dass die gesetzliche Erbfolge Anwendung findet. Ein Testament geht der gesetzlichen Erbfolge immer vor. Hat der oder die Verstorbene ein Testament hinterlassen, so überlagert dies die Vorschriften über die gesetzliche Erbfolge. Es erben also nur diejenigen, die im Testament erwähnt werden. Hiervon gibt es nur eine Ausnahme: die  Pflichtteilsberechtigten. Sie haben regelmäßig auch bei einem anders lautenden Testament Anspruch auf den sogenannten Pflichtteil, das heißt auf Geldzahlung in Höhe der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. (aus: „Erben und Vererben“ unter www.bmj.de)