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Wenn Lebensmittel krank machen

29.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gluten und Milchzucker: Zahl der Erkrankten im Kreis Esslingen steigt

(pm) Die Zahl der an Lebensmittelunverträglichkeiten leidenden Menschen im Landkreis Esslingen steigt von Jahr zu Jahr. Nach einer Auswertung der AOK Neckar-Fils unter ihren Versicherten ließen sich 2016 insgesamt 336 Versicherte wegen Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) behandeln und damit 68 mehr als in 2015. Seit 2012 ist ein stetiger Anstieg zu beobachten. Auffällig dabei ist, dass zunehmend mehr Frauen als Männer unter dieser Erkrankung leiden.

Bei der Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) ist das Ergebnis noch drastischer. 2016 traf es die weiblichen Versicherten fast dreimal häufiger als die männlichen. Insgesamt erhielten 2000 Versicherte im Vorjahr die Diagnose. Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die auf einer Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut gegenüber Gluten beruht. „Gluten ist ein Eiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt, beispielsweise in Weizen, Dinkel und Roggen. Bei der Zöliakie können Nährstoffe und Mineralien vom Körper nicht mehr gut aufgenommen werden, sodass es zu einer Mangelernährung kommt und die unverdaute Nahrung im Darm Beschwerden verursacht“, sagt AOK-Ernährungsberaterin Gerlinde Steffan.

Die Zöliakie bestehe meist lebenslang, sei aber durch eine glutenfreie Ernährung behandelbar. Je nach Alter können die Symptome variieren. „Kinder bekommen oft schnell einen vorgewölbten Bauch und Durchfall mit Blähungen, wenn sie zum ersten Mal Getreideprodukte essen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind die Beschwerden schwächer und vielfältiger ausgeprägt“, sagt AOK-Ärztin Sabine Knapstein. Bei ihnen könnten beispielsweise Durchfall, starke Erschöpfung, eine verminderte Knochendichte und Eisenmangel, aber auch Depressionen, Unfruchtbarkeit oder Gelenkschmerzen auf eine Zöliakie hinweisen. „Wer Milchprodukte schwer verdauen kann, verträgt Milchzucker, also Laktose, womöglich nur in kleinen Mengen. Fachleute sprechen dann von Laktoseintoleranz“, so Knapstein. Die Beschwerden wie Völlegefühl, Unterbauchschmerzen, ausgeprägte Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und manchmal auch Verstopfung treten meist auf, kurz nachdem man Milch oder Milchprodukte zu sich genommen hat. Eine Laktoseintoleranz könne nicht geheilt werden. Mit einer angepassten Ernährung sei es aber möglich, beschwerdefrei zu leben. Bei Kindern unter fünf Jahren sei eine Laktoseintoleranz eher selten. „Meist entwickelt sie sich erst im Jugend- und Erwachsenenalter“, sagt Knapstein.

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