Gesund

Mit der Nadel gegen Depressionen

29.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Akupunktur ist eine wissenschaftlich basierte und nebenwirkungsarme Therapie

MÜNCHEN (pm). Laut Bundesgesundheitsministerium werden Depressionen im Jahre 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Mit etwa vier Millionen depressiv Erkrankten gehören sie in Deutschland schon heute zu den häufigsten Beschwerden.

Akupunktur ist eine wissenschaftlich basierte und nebenwirkungsarme ergänzende Therapie bei Depressionen. Für die Wirksamkeit der Nadeln sprechen aktuelle Auswertungen mehrerer internationaler Studien der letzten Jahre. Das Interesse an Akupunktur als begleitende Therapie wächst. Bei einer Depression handelt es sich um eine ernste psychische Erkrankung, die sich in unterschiedlichen Formen und Schweregraden zeigt.

Ihre Auslöser können ganz verschiedener Natur sein. Lebensumstände, Belastungen, genetische Faktoren, aber auch Jahreszeiten begünstigen – oftmals im Zusammenspiel – eine Erkrankung.

Um die Betroffenen effektiv behandeln zu können, ist eine frühe Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie wichtig.

Eine gängige Behandlungsmethode ist die Kombination von Medikamenten, zum Beispiel Antidepressiva und Psycho- oder Verhaltenstherapie.

Darüber hinaus können begleitende Maßnahmen wie Licht-, Ergo- oder Kunsttherapie oder Sport zur Heilung beitragen.

Seit einigen Jahren werden auch Akupunkturnadeln in Kombination mit den herkömmlichen Therapien erfolgreich gegen Depressionen eingesetzt. Da sich eine Depression in vielen verschiedenen Anzeichen und Symptomen äußern kann, ist eine differenzierte, qualitativ hochwertige Akupunktur von großer Bedeutung.

Überzeugende Wirkung

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Akupunktur schon lange zur Behandlung von Symptomen der Depressionen angewandt. In Deutschland gilt die Wirksamkeit des komplementär-medizinischen Verfahrens bei bestimmten Krankheitsbildern als wissenschaftlich erwiesen und anerkannt. Dazu gehören beispielsweise Knieschmerzen bei Arthrose und Rückenschmerzen. Bei diesen Beschwerden werden die Kosten einer Akupunktur-Behandlung in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Geringe Nebenwirkung

Eine Auswertung mehrerer in den letzten Jahren weltweit durchgeführter Studien zeigt auf, dass die Nadeln auch bei Depressionen wirken können. In sogenannten „multimodalen“ Behandlungskonzepten, die die verschiedenen Therapien zusammenführen, lindert Akupunktur als ergänzende Anwendung häufig erfolgreich die Symptome. Darüber hinaus profitieren Patienten davon, „dass die Akupunktur oft eine Verringerung der Medikamentendosis ermöglicht und eine vergleichsweise sehr geringe Rate unerwünschter Wirkungen zeigt“, so PD Dr. med. Dominik Irnich, Erster Vorsitzender der 1951 gegründeten Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, Leiter der Interdisziplinären Schmerzambulanz am Klinikum der Ludwig-Maximilians- Universität München (LMU) und kürzlich ausgezeichnet mit dem renommierten „Excellence in Integrated Medicine Research Award 2016“.

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