Vorsorge

Wie fit ist man wirklich? Rechtzeitig zum Gesundheitscheck
Jeder Zweite (57 Prozent) war bisher nicht beim Training, weil er sich auch ohne Fortbildung im Straßenverkehr sicher fühlt. Ginge es um ihre Fahrtüchtigkeit, verließen sich viele zu stark auf ihre Selbsteinschätzung, sagt Sandra Demuth vom DVR: „Professionelle Fahrlehrer können die Fähigkeiten eines Autofahrers viel besser einschätzen. Sie erkennen frühzeitig eventuelle Leistungseinbußen und sind in der Lage, konkrete Tipps für den Alltag im Straßenverkehr zu geben.“
Arzt testet Hör- und Sehvermögen
Auch im gesundheitlichen Bereich vertrauen die meisten Autofahrer ihrer Selbsteinschätzung: 71 Prozent der Befragten sind der Ansicht, ein Gesundheitscheck stehe erst an, wenn Fahrer bei sich selbst körperliche Beeinträchtigungen feststellen – eine Haltung, die das Unfallrisiko erhöhen kann.
Fahrtüchtigkeit lässt nach
Bei den Befragten über 65 Jahre sind sogar 78 Prozent der Ansicht, dass ein Gesundheitscheck erst notwendig ist, wenn man selbst merkt, dass die Fahrtüchtigkeit nachlässt. Vor allem älteren Verkehrsteilnehmern rät Demuth daher, ihre Fahrfitness regelmäßig von einem Arzt überprüfen zu lassen, bevor sich Einschränkungen bemerkbar machen oder Fahrten bei schlechtem Wetter beispielsweise als unangenehm empfunden werden. Die „forsa“-Erhebung ergab jedoch, dass eine deutliche Mehrheit der Fahrer über 65 Jahre (85 Prozent) noch keinen solchen Gesundheitscheck gemacht hat, bei dem unter anderem Hör- und Sehvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit und Beweglichkeit getestet werden.
Sicher mobil bis ins hohe Alter
Die „Aktion Schulterblick“ des DVR macht auf die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks aufmerksam. Mehr Informationen gibt es unter www.dvr.de/schulterblick. Die Aktion wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt.

Sind die Angehörigen richtig abgesichert?
Wer den eigenen Nachlass plant, der sollte sich ehrlich fragen, ob seine Angehörigen auch ausreichend abgesichert sind. Denn Krankheit oder im schlimmsten Fall ein Todesfall können die Lebens- und Familiensituation dramatisch verändern. Je jünger die Familie, desto weniger Vermögen ist in der Regel aufgebaut und desto wichtiger ist hier zusätzlicher Schutz. Dass das Thema Hinterbliebenenabsicherung auch in Zeiten einer steigenden Lebenserwartung wichtig ist, belegt die Statistik. So starben etwa 2011 über 134 000 Menschen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Der frühe Tod eines Familienangehörigen kann neben der psychischen so auch zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden. Sich auf staatliche Sicherungssysteme zu verlassen, wäre fatal. Denn die gesetzliche Hinterbliebenenversorgung deckt nur einen Bruchteil dessen ab, was Familien benötigen, um den Ausfall der Bezüge des verstorbenen Angehörigen zu kompensieren. 2011 beispielsweise betrug die durchschnittliche Witwenrente in den neuen Bundesländern nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen durchschnittlich 593 Euro im Monat. In den alten Bundesländern waren es gerade einmal 565 Euro. Anspruch auf die volle Witwen-/Witwerrente hat nur, wer mindestens 45 Jahre alt ist oder voll oder teilweise erwerbsgemindert ist beziehungsweise sich um die Erziehung eines noch nicht volljährigen Kindes kümmert. Die Höhe der Witwen-/Witwerrente richtet sich dabei nach dem Rentenanspruch des Verstorbenen, wird jedoch nur in den ersten drei vollen Kalendermonaten nach dem Tod in voller Höhe ausgezahlt. Danach reduziert sich der Anspruch bei der kleinen Witwen-/Witwerrente auf 25 Prozent und bei der großen auf 55 Prozent. Allerdings werden eigene Einkommen nach einem bestimmten Verfahren angerechnet, sodass es zu weiteren Kürzungen kommen kann. Für die meisten wird das Thema Hinterbliebenenabsicherung und Zukunftsplanung kurz nach Abschluss der Ausbildung akut. Da stellt sich die Frage, wie man etwa seine eigene Arbeitskraft absichert. Spätestens wenn man eine Familie gründet, eine eigene Immobilie erwirbt, im Beruf durchstartet und Verantwortung übernimmt, gilt es, sich mit Fragen der Absicherung zu beschäftigen. Dabei ist dies eigentlich ein fließender Prozess, da sich die Lebenssituationen verändern und sich die Frage der Absicherung immer wieder neu stellt. In jungen Jahren geht es zunächst nur um die Absicherung des Partners, später kommen womöglich Kinder hinzu und dann die eigenen vier Wände, die man per Kredit finanziert hat, der auch nach dem Ausfall des Haupternährers zurückgezahlt werden will. Dass der hinterbliebene Partner darauf angewiesen ist, das gemeinsame Zuhause zu veräußern, ist für die meisten eine grausame Vorstellung. Hierzu kann es jedoch kommen, wenn das eigene Einkommen und die liquiden Mittel der Erbschaft nicht ausreichen, um den täglichen Bedarf zu decken. Gleiches gilt, wenn Nachkommen auf der Auszahlung ihres Pflichtteils bestehen. Zum Glück bietet die Versicherungswirtschaft unterschiedliche Lösungen, um Hinterbliebene abzusichern.

Nicht mehr handlungsfähig: Patientenverfügung und mehr
Jeder kann durch Unfall, Krankheit oder Alter in die Lage kommen, wichtige Fragen nicht mehr selbst beantworten zu können. Das Betreuungsrecht beantwortet die Frage, wer die Entscheidungen trifft, wenn eigenverantwortliches Handeln nicht mehr möglich ist. Dabei soll das Selbstbestimmungsrecht so gut wie möglich gewahrt werden.
Rechtzeitige Vorsorge
Wird vom Gericht ein Betreuer bestellt, kann er nur in dem gerichtlich festgelegten Umfang handeln und muss dabei auch die Wünsche des Betroffenen beachten. Rechtzeitige Vorsorge macht eine selbstbestimmte Lebensführung möglich, auch für die Lebenslagen, in denen man seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann.
In gesunden Tagen vorausschauen
Mit Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung kann jeder schon in gesunden Tagen vorausschauend für die Wechselfälle des Lebens entscheiden.
Formulare im Netz
Für Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung stellt das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Formulare zur Verfügung und gibt nähere Hinweise in der Broschüre „Betreuungsrecht“. Die Broschüre erläutert auch,  unter welchen Voraussetzungen eine Betreuung angeordnet wird, wie sie sich auswirkt, welche Aufgaben ein Betreuer hat und wie seine Tätigkeit in persönlichen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten aussieht. Über die Patientenverfügung informiert eine weitere Broschüre, die auch Empfehlungen für die Formulierung der individuellen Entscheidung enthält. Weitere Infos und Broschüren zum Herunterladen finden Interessierte unter www.bmjv.de.

Betriebsrenten sind beliebt
Die betriebliche Altersvorsorge gilt im Vergleich als besonders sichere Form der Vorsorge: Jeder dritte Beschäftigte (35 Prozent) ist laut einer Umfrage davon überzeugt. Auch im Hinblick auf die Rentabilität wird die betriebliche Altersvorsorge (bAV) tendenziell besser eingeschätzt als andere Anlagen: Jeder Vierte (25 Prozent) ist der Ansicht, dass sie hohe Erträge garantiert. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) spricht sich sogar dafür aus, sie für alle Arbeitnehmer zur Pflicht zu machen.
So funktioniert’s
Die betriebliche Altersvorsorge funktioniert so: Der Arbeitnehmer wandelt einen Teil seines Bruttogehalts in eine Rentenversicherung um, ohne dass dafür Steuern und Sozialabgaben zu zahlen sind. Je nach Vereinbarung mit dem Arbeitgeber spart er allein, teilt sich den Betrag mit dem Unternehmen oder erhält die betriebliche Altersvorsorge komplett vom Chef zum Lohn dazu. „Von Rentenbeginn an muss er zwar Steuern und Sozialabgaben auf seine betriebliche Altersvorsorge zahlen, doch weil das Einkommen in der Regel niedriger ist als im Erwerbsleben, ist die Steuerlast vergleichsweise gering“, so Stefan Weinert von der Postbank. „Und Krankenkassenbeiträge fallen erst  dann an, wenn die Einnahmen den Mindestbetrag für Versorgungsbezüge überschreiten.“ Zahlt der Chef einen Anteil, lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge aus Expertensicht allemal.
Verschiedene Arten
Fünf Formen stehen dabei zur Auswahl: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Pensionszusage. Wichtig für den Arbeitnehmer: Wechselt er die Stelle, darf er die erworbenen Ansprüche aus der bAV mitnehmen – was im Falle von Direktversicherung, Pensionsfonds und Pensionskasse problemlos ist. Bei der Unterstützungskasse ist zu beachten, dass der neue Arbeitgeber nur weiter einzahlen kann, wenn er selbst auch Mitglied ist. Wurde aber eine Pensionszusage gegeben, behält der Mitarbeiter die Ansprüche meist nur, wenn sie „unverfallbar“ geworden sind. Die  Unverfallbarkeit ist für Zusagen nach dem Jahr 2009 gesetzlich dann erreicht, wenn diese zum Zeitpunkt des Ausscheidens des Arbeitnehmers bereits seit fünf Jahren bestanden und er zudem das 25. Lebensjahr vollendet hat. Ist beides gegeben, kann das Bezugsrecht übrigens auch dann nicht mehr widerrufen werden, wenn das Unternehmen in die Insolvenz gehen muss.

Guter Plan! Vorsorge leicht gemacht
Die Rente scheint in weiter Ferne? Dennoch sollte sich jeder Berufstätige bereits heute Gedanken über seinen Ruhestand machen und Versorgungslücken schließen. Eine Postbank-Studie zeigt: Private Vorsorge ist noch keine Selbstverständlichkeit. Nein, über Nacht wird niemand Rentner.  Trotzdem kann der Ruhestand böse Überraschungen bereithalten. Das gilt insbesondere für die Bundesbürger, die sich noch immer ganz auf die gesetzliche Rente verlassen. Und laut Postbank-Studie rechnen lediglich 56 Prozent der Berufstätigen damit, dass sie im Alter Geld aus einer privaten Altersvorsorge erhalten werden, von den Befragten aus Ostdeutschland sind es sogar nur 49 Prozent. „Die gesetzliche Rente wird künftig nur noch die Grundversorgung sicherstellen, das ist Konsens unter allen Experten“, sagt Helma Eckhardt von der Postbank. „Um die entstehende Versorgungslücke auszugleichen und im Ruhestand ohne finanzielle Sorgen leben zu können, sollte deshalb heute jeder privat vorsorgen.“ Welche Strategie man dafür wählt, hängt von der persönlichen Lebenssituation, dem Alter, dem aktuellen Einkommen und den künftigen Plänen für das Rentenalter ab. So können Jüngere nach einer ausführlichen Beratung durch Experten durchaus eine etwas risikoreichere Anlagestrategie wählen und zum Beispiel auf Aktienfonds setzen. Kursschwankungen werden mittel und langfristig ausgeglichen, die Rendite liegt in vielen Fällen höher als bei sicherheitsorientierten Anlageformen wie etwa der klassischen Lebensversicherung. „Zudem muss ein jüngerer Anleger monatlich deutlich weniger zurücklegen, um den gleichen Betrag anzusparen, als jemand, der erst mit 40 oder 50 Jahren mit der Altersvorsorge startet“, sagt Helma Eckhardt. „Es lohnt sich daher auch, mit geringem Einkommen und kleinen Sparraten zu starten.“
Staatliche Förderung nutzen
Allen, die heute fürs Alter vorsorgen möchten, rät die Expertin, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen. Zu diesen zählen vermögenswirksame Leistungen, eine Betriebsrente oder Riester-Verträge, die sich auch zur Finanzierung einer Immobilie eignen können. Wie hoch die persönliche Versorgungslücke im Alter sein wird, kann jeder selbst berechnen. Gemeinsam mit dem Institut für Vorsorge- und Finanzplanung hat die Postbank einen Ruhestandsplaner entwickelt, der anhand persönlicher Angaben die Lücke kalkuliert, die im Alter zwischen dem tatsächlichen Bedarf und der Rente klafft. Interessierte finden ihn im Internet unter https://ruhestandsplaner.postbank.de. Dieser Planer zeigt nicht nur, was im Alter fehlt, sondern gibt gleichzeitig Empfehlungen, wie man die Lücke schließen kann. Doch hier gilt: „Nach einer grundlegenden Information geht nichts über eine Beratung durch einen Fachmann“, so Helma Eckhardt.

Holen Frauen bei der Altersvorsorge auf?

Laut einer Studie erwarten 57 Prozent der berufstätigen Frauen Geld aus einer privaten Altersvorsorge – und ziehen damit mit den Männern gleich. 2011 waren es lediglich 46 Prozent. Die durchschnittliche monatliche Rate, die Frauen in die Vorsorge investieren, sank jedoch von 179 Euro auf 166 Euro. Männer geben hingegen 202 Euro im Monat für die private Rente aus (2011: 194 Euro).
Geringer Verdienst sorgt für Lücke
„Es überrascht nicht, dass Frauen deutlich weniger für die Vorsorge aufwenden als Männer“, kommentiert Iris Laduch-Reichelt von der Postbank. „Frauen verdienen immer noch deutlich schlechter als ihre männlichen Kollegen –  hierzulande erhält eine vollbeschäftigte Frau knapp 22 Prozent weniger Lohn als ein Mann.“ Außerdem unterbrechen sie ihre Erwerbstätigkeit häufiger oder nehmen sozialversicherungsfreie Teilzeitbeschäftigungen auf, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.
Staatliche Unterstützung holen
Umso wichtiger ist es, bei der privaten Altersvorsorge staatliche Unterstützung
zu nutzen: Im Rahmen der Riester-Rente leistet der Staat eine jährliche Grundzulage von 154 Euro sowie 185 Euro für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde, für später Geborene gibt es sogar 300 Euro. Auch Minijobberinnen können riestern, wenn sie auf ihre Versicherungsfreiheit
in der gesetzlichen Rentenversicherung verzichten. Investiert beispielsweise eine geringfügig Beschäftigte mindestens 60 Euro im Jahr in einen Riester-Vertrag, erhält sie die Förderung.
Riestern ist möglich
Hausfrauen profitieren ebenfalls mit diesem relativ geringen jährlichen Beitrag. Voraussetzung ist allerdings, dass ihr Ehemann bereits einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat.

So wird das Portfolio rentenfit
Angesichts dauerhaft niedriger Zinsen gelten Aktien und Fonds als gute Alternative zu Festgeld, Tagesgeld, Lebensversicherung und Co. Damit lässt sich langfristig Kapital für die Rente aufbauen. Doch Vorsicht: Da Aktien und auch Fonds großen Kursschwankungen unterliegen können, sollten weitsichtige Sparer rechtzeitig Gewinne mitnehmen und auf konservativere Anlageformen mit mehr Sicherheit umsteigen. „Die Investition in Aktien oder Fonds ist eine geeignete Strategie für Anleger, die noch einen komfortablen Zeitpuffer bis zur Rente haben. Denn dann können eventuelle Kurstiefs ausgesessen werden“, erklärt Helma Eckhardt von der Postbank. Dabei rät die Expertin, zunächst einmal schwankende und risikoreiche Anlagen aus dem Portfolio zu nehmen, die zwar den größten Gewinn versprechen, aber eben auch für tiefe Löcher im Portemonnaie sorgen können.
In Fonds mit höherer Sicherheit
„Zunächst können Teile des Vermögens in Fonds mit höherem Sicherheitsanspruch oder Rentenfonds umgeschichtet oder auch in Aktien von langfristig stabilen Unternehmen investiert werden“, rät sie. „Eine weitere gute Möglichkeit, das Kapital vor Verlusten zu schützen und trotzdem von Kursgewinnen an der Börse zu profitieren, sind die sogenannten Garantiefonds“, erklärt Helma Eckhardt. „Eine Variante dieser Anlageform verspricht, dass man mindestens das eingesetzte Kapital zurückerhält, wenn die Anteile bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden.“ Die Rendite ist in der Regel jedoch nicht so hoch wie bei klassischen Aktienfonds. Viele Vorteile bieten auch Fondssparpläne, bei denen man regelmäßig in einen Fonds einzahlt. „Sie minimieren das Risiko, Aktien zum falschen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen“, so die Postbank Expertin. Außerdem sind sie sehr flexibel, weil die Sparer ihre Raten jederzeit nach Wunsch neu anpassen können.
Raus aus Aktien
Zug um Zug sollte man sich schließlich aber ganz aus dem Aktienmarkt zurückziehen – und höchstens noch etwas „Spielgeld“ an der Börse investieren, das man nicht für den Lebensunterhalt benötigt. „Beim Eintritt ins Rentenalter sollte das Vermögen komplett in sichere Anlageformen wie Tages- oder Festgeldkonten, Sparbriefe oder Bundeswertpapiere umgeschichtet worden sein. Denn so können ungewollte Verluste infolge plötzlicher Kursstürze im Rentenalter vermieden werden.“

Wohnen je nach Bedarf
Die Ansprüche an Wohneinrichtungen für Senioren haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt und damit auch die Wohnangebote. Gebrechen, Hilfsbedürftigkeit und Vereinsamung, die einen veranlassen, die eigene Wohnung aufzugeben, treten heute im Durchschnitt deutlich später auf als bei früheren Generationen. Eine reine Standardversorgung genügt schon lange nicht mehr: Stattdessen steht bei Wohnangeboten für Senioren mittlerweile die individuelle Lebensgestaltung im Vordergrund. Daher haben Pflege- und Altenheime das Leistungsspektrum an die neuen Ansprüche angepasst.  Zwischenzeitlich sind auch etliche neue Wohnprojekte entstanden, die eine sinnvolle Alternative bieten können. Immer noch nimmt die Zahl der unterschiedlichen Wohnmodelle stetig zu. Von der betreuten  Wohngemeinschaft, den Mehrgenerationenhäusern über die gemeinschaftlichen Wohnprojekte bis hin zur Senioren-WG oder Wohngruppen im Pflegeheim, schier endlos scheinen die Möglichkeiten für bedarfsgerechtes Wohnen im Alter zu sein. Besonders gefragt sind Wohnformen, die pflegebedürftigen Menschen sowohl eine umfassende Betreuung bieten als auch ein möglichst selbstbestimmtes Leben erlauben. Mit der Vielzahl der Möglichkeiten wird es auch immer schwieriger, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Wohnform die geeignete ist. Dennoch ist es wichtig sich damit zu beschäftigen, damit man im Bedarfsfall die beste Wohnform auswählen kann. Wichtig ist auch, alle finanziellen und rechtlichen Aspekte zu berücksichtigen, denn Kosten für Unterbringung und Pflege spielen bei der Entscheidung für eine stationäre Einrichtung oder andere Alternativen eine wichtige Rolle. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, für welche Wohnformen das aktuelle Heimgesetz gilt.

Fünf goldene Regeln fürs Vererben
Streit unter Erben? Kommt in den besten Familien vor. Und nicht nur dann, wenn es um astronomische Summen geht. Erblasser sollten deshalb schon zu Lebzeiten vorausschauend planen und sich bemühen, Konflikte zwischen den Erben zu vermeiden.
Tipp 1: Machen Sie ein Testament
Ohne Testament tritt die gesetzliche Erbfolge ein, die nicht immer sinnvoll ist. Vielfach entstehen hierdurch Erbengemeinschaften, die zu bösem Blut unter den Familienangehörigen führen. Durch geschickte Testamentsgestaltung kann man dies vermeiden, etwa durch die Einsetzung eines Alleinerben. Auch Erbverträge sind eine Alternative. Sie bieten flexible Gestaltungsmöglichkeiten und somit die Chance auf eine einvernehmliche Einigung zu Lebzeiten des Erblassers.
Tipp 2: Berücksichtigen Sie Pflichtteilsansprüche
Auch wenn ein Alleinerbe eingesetzt wird, steht den nächsten Verwandten ein Pflichtteil zu. Er beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Dies kann zu Problemen führen – zum Beispiel wenn das Erbe aus einer Immobilie besteht und der Alleinerbe die Pflichtteile nicht auszahlen kann. Diesem Fall beugen Erblasser vor, indem sie die gesetzlichen Erben etwa durch Schenkungen dazu bringen, auf ihren Pflicht teil zu verzichten. Der Verzicht muss notariell beglaubigt werden.
Tipp 3: Schenken Sie zu Lebzeiten und nutzen Sie Freibeträge
Apropos Schenkungen: Mehr als jeder sechste Erblasser (17 Prozent) plant, bereits vor seinem Tod einen Teil seines Vermögens zu verschenken, so eine aktuelle Allensbach-Studie im Auftrag der Postbank. Und 13 Prozent beschäftigen sich mit Steuersparmöglichkeiten für ihre Erben. Nach geltendem Recht steht jedem Beschenkten alle zehn Jahre ein vom Verwandtschaftsgrad abhängiger steuerlicher Freibetrag zu. Doch schenken Sie nicht übereilt – die Geschenke lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen.
Tipp 4: Ordnen Sie mögliche Vermächtnisse an
Der Erblasser kann durch ein „Vermächtnis“einen konkreten Gegenstand aus der Erbmasse herauslösen und einer bestimmten Person vermachen. Dies kann auch eine Rente sein. Der Vorteil: Der Vermächtnisnehmer wird rechtlich nicht zum Erben. Daher haftet er nicht für die Schulden des Verstorbenen oder für andere Nachlassverbindlichkeiten. Wird ein Alleinerbe eingesetzt, können andere Angehörige also über ein Vermächtnis dennoch mit einem Anteil am Vermögen bedacht werden.
Tipp 5: Sprechen Sie mit den Erben über Ihre Pläne
Laut Postbank-Studie haben mehr als die Hälfte (55 Prozent) der potenziellen Erblasser noch nicht mit den möglichen Erben über ihren Nachlass oder das Testament gesprochen. Bei den Erblassern über 65 Jahren ist es noch jeder Dritte (32 Prozent). Ein klärendes Gespräch, in dem der zukünftige Erblasser seine Pläne und Motive gegenüber seinen Angehörigen erläutert, kann später Konflikte unter den Erben vermeiden.