Pflege

Mehr Kommunikation im Alter dank Hausnotruf
Ein geschulter Mitarbeiter klärt in einem Gespräch die Dringlichkeit der Lage. Bei Bedarf kommt der Bereitschaftsdienst und leistet Hilfe. Auf dieser Basis bauen verschiedene moderne Erweiterungen des Hausnotrufs auf. Diese werden in der Fachsprache unter Ambient Assisted Living (AAL) zusammengefasst. Die neuesten Möglichkeiten erstrecken sich vom Sturzsensor, der selbständig Hilfe holt, über den Blutdruckoder Blutzuckermesser für zu Hause, der die Resultate direkt dem zuständigen Arzt übermittelt, bis hin zur mobilen Lösung mit integriertem GPS-Sender, welcher die genaue Position seines hilfesuchenden Trägers auch bei einem Spaziergang im Wald sofort ermitteln lässt. Dazu gesellen sich die neuesten Möglichkeiten zur altersangepassten Kommunikation.
Wichtig: Menschlicher Kontakt
Diese reichen von einfachen Apps für iPads und andere Tablets bis hin zu Videokonferenzen, welche die Senioren mit der ganzen Welt vernetzen. Bei allen Beispielen für den modernen Einsatz der Technik bleibt aber eines nicht zu vergessen: das Wichtigste ist und bleibt der menschliche Kontakt. Die Technik kann dafür bloß die bestmögliche Brücke bilden. Gerade im Bereich der vernetzten Kommunikation gibt es für die Sicherheit älterer Menschen viele gute Einsatzmöglichkeiten. Mittels moderner Videotechnologie könnte sich der Leitstellen-Mitarbeiter zur Verifizierung des Notfalls durch den virtuellen Blick ins Unfallzimmer sofort ein genaues Bild der Lage machen.
Kommunikation über PC
Dies ist zum Beispiel bei dementen Personen oder nach einer beunruhigenden
Unfallvorgeschichte eine mögliche Alternative. Über den eigenen Fernseher oder PC können zudem Videogespräche mit dem Hausarzt, einer Pflegeschwester und natürlich den eigenen Verwandten, Freunden und Bekannten geführt werden. Auch eine kleine Kamera vor der Haustür kann hilfreich eingesetzt werden. Jeder Besucher muss sich bei der Leitstelle vor seinem Eintreten autorisieren, so kann Trickbetrügern vorgebeugt werden. Die Zentrale könnte nach Rücksprache mit dem Bewohner sogar die Türe elektronisch öffnen lassen, sodass der Besuchte sich nicht selbst zur Türe bewegen muss. (aus:initiative-hausnotruf.de)

Zu Hause pflegen – Informationen wichtig
Oft trifft es die Angehörigen überraschend und schneller als man denkt ist man mit einem Pflegefall konfrontiert. Mit Pflege hat man sich in den wenigsten Fällen beschäftigt und jeder Handgriff ist mit Unsicherheit verbunden. Um diese Unsicherheit zu nehmen, gibt es spezielle Seminare für pflegende Angehörige. In Pflegekursen werden wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die für die häusliche Pflege von Bedeutung sind. Teil der Kurse sind zum einen die richtigen Lagerungs und Mobilisierungsmethoden, rückenschonende Transfer-Methoden (wie vom Bett in den Rollstuhl) sowie die Bewegung von Pflegebedürftigen und zum anderen auch Tipps zur richtigen Ernährung und Grundpflege. Außerdem werden auch in Frage kommende Pflegeleistungen, Hilfsmittel und Rehabilitationsmaßnahmen behandelt. Solche Kurse dienen auch der seelischen Entlastung, denn neben den richtigen Handgriffen lernt man dort auch andere Angehörige kennen. Zudem erhält man meistens auch Adressen von regionalen Betreuungs- und Selbsthilfegruppen in der Nähe, damit der Pflegende mit eventuellen psychischen Problemen nicht allein gelassen wird. Wenn der Pflegefall erst einmal da ist, ist es schwer, sich die Zeit für solch einen Kurs zu nehmen. Dennoch sollte man nicht darauf verzichten. Für diese Zeit kann man sich Hilfen von außen, wie etwa Tages- oder  Verhinderungspflege, holen. Unter anderem werden solche Kurse von Volkshochschulen, meist in Kooperation mit Pflegestationen, angeboten. Auch Krankenhäuser und Pflegekassen haben teilweise solche Kurse im Angebot. Die Gebühren werden in der Regel von den Pflegekassen übernommen.

Hilfsmittel für die Pflege
Zu einer Pflegeversicherung, die die häusliche Pflege betrifft, gehören zur Unterstützung des zu Pflegenden technische Mittel wie auch Pflegemittel. Sie können neben anderen Leistungen beantragt und gewährleistet werden. Es gibt sogar Zuschüsse für die Verbesserung des Wohnumfeldes, welche sogar unabhängig von der Pflegestufe sind. Vor allem Menschen, die zu Hause jemanden pflegen, möchten sich den Alltag erleichtern. Oft trauen sie sich nicht, Hilfsmittel für die Pflege zu beantragen, da die Pflegestufe des Patienten niedrig ist und sie meinen, keinen Anspruch zu haben. Um Hilfsmittel zu erhalten, ist es wichtig, die Vorversicherungszeit erfüllt zu haben. Außerdem muss von Seiten der Ärzte die Pflegebedürftigkeit festgestellt worden sein. Hilfsmittel für die Pflege, das sind manuell oder motorbetriebene verstellbare Betten mit einem Bettgalgen, Seitengitter und Aufrichthilfen. Produkte für die Körperhygiene können extra beantragt werden. Wichtig sind Bettpfannen und Urinflaschen, wieder verwendbare Bettschutzeinlagen und Duschwagen. Ist der Patient schon wieder relativ mobil, sind Gegenstände für seine Sicherheit relevant. Das können Notrufsysteme sein wie Hausnotrufe, die an eine Zentrale angeschlossen sind oder Solitärgeräte.

Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige
Viele pflegende Angehörige zögern zu lange, bevor sie sich eine Auszeit von der Pflege gönnen. Die Folge: Mehr als die Hälfte der Pflegenden leidet an Muskelverspannungen. Ein Fünftel der pflegenden Angehörigen zeigt depressive Symptome – dazu sind Schlafstörungen häufig. Aber welche Möglichkeiten gibt es, um pflegenden Angehörigen Urlaub von der Pflege zu ermöglichen? Verhinderungspflege
Der Anspruch auf Verhinderungspflege kann entstehen, wenn eine Pflegeperson, die in der häuslichen Pflege tätig ist, der Pflege aus Krankheitsgründen nicht nachkommen kann, verreisen will oder aus anderen Gründen verhindert ist. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Auch Pflegebedürftige, die ihre Pflege durch einen Pflegedienst und daneben durch private Pflege organisieren, haben diesen Anspruch.
Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflege wird von vielen Pflegeeinrichtungen angeboten und kann im Anschluss an eine stationäre Krankenhausbehandlung oder in sonstigen Krisensituationen, in denen vorübergehend häusliche Pflege nicht möglich ist, erfolgen. Dies kann zum Beispiel sein, wenn die Pflegeperson im Urlaub ist oder Abstand von der Pflege braucht, wenn Umbaumaßnahmen durchgeführt werden müssen oder sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen vorübergehend verschlechtert hat. Die Kurzzeitpflege ist eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Der Unterschied zu einer normalen vollstationären Unterbringung ist nur, dass die Kurzzeitpflege nicht auf Dauer angelegt, sondern auf einen Zeitraum von bis zu vier Wochen im Jahr beschränkt ist.
Gemeinsamer Urlaub
Zunehmend gibt es mehr Urlaubsangebote, die Pflegebedürftige zusammen mit den pflegenden Angehörigen wahrnehmen können. Spezielle Pensionen, Ferienhäuser von Wohlfahrtverbänden oder privaten Trägern sowie Pflegehotels am Urlaubsort bieten eine Ersatz- oder Kurzzeitpflege an. So können Pflegepersonen beispielsweise Freizeitaktivitäten oder ein Wellnessangebot genießen und gleichzeitig im Blick haben, wie es ihrem Angehörigen geht – auch können so gemeinsam Erlebnisse geteilt werden.
Tagespflege
Der Anspruch auf teilstationäre Pflege beziehungsweise Tagespflege wird von der Pflegekasse für den Einzelfall geprüft. Erforderlich kann sie beispielsweise sein, weil häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung steht. Tagespflege wird in der Regel von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen,deren Angehörige tagsüber berufstätig sind. Meist sind die Angebote speziell auf demenziell erkrankte Menschen ausgerichtet.
Niedrigschwellige Betreuungsangebote
Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinem Betreuungsaufwand können zusätzlich niedrigschwellige Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen. Dies sind Angebote, in denen freiwillige Helfer unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Pflegebedürftigen mit erheblichem Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung in Gruppen oder im häuslichen Bereich übernehmen sowie pflegende Angehörige entlasten oder beratend unterstützen. Leistungsberechtigt sind zum Beispiel Pflegebedürftige, die in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind. Sie benötigen teilweise auch Beaufsichtigung, um sich selbst nicht zu gefährden. (aus: www.zqp.de)

Förderung für Pflege-WGs
Sogenannte ambulant betreute Wohngruppen – das sind Pflege-Wohn-Gemeinschaften, die bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllen – werden von der Pflegeversicherung besonders gefördert. Pflegebedürftige, die Pflegegeld und/oder Pflegesachleistungen beziehen und die mit anderen Pflegebedürftigen in einer gemeinsamen Wohnung leben, in der sie ambulantpflegerisch versorgt werden und in der eine Pflegekraft organisatorisch, verwaltend oder pflegerisch tätig ist, erhalten zusätzlich zu den sonstigen Leistungen auf Antrag eine Pauschale in Höhe von monatlich 200 Euro.
Mindestens zu dritt
Voraussetzung ist, dass regelmäßig mindestens drei Pflegebedürftige zusammenwohnen, die Wohngemeinschaft den Zweck verfolgt, gemeinschaftlich eine pflegerische Versorgung für die Wohngruppe zu organisieren und die Pflegebedürftigen unabhängig darüber entscheiden können, welche Pflege- und Betreuungsleistungen für die Bewohner erbracht werden sollen und welche Anbieter dafür ausgewählt werden.
Plus Anschubfinanzierung
Darüber hinaus können Pflegebedürftige, die eine neue Pflege-WG gründen wollen und deren Mitglieder ab Einzug Anspruch auf den monatlichen Zuschlag von 200 Euro haben, eine Anschubfinanzierung zur altersgerechten oder barrierefreien Umgestaltung der gemeinsamen Wohnung erhalten – zusätzlich zu den Zuschüssen für Maßnahmen zur Verbesserung des gemeinsamen Wohnumfelds: Jeder Pflegebedürftige, der sich an der Gründung beteiligt, kann bei seiner Pflegekasse einmalig eine Förderung von bis zu 2500 Euro beantragen. Die Gesamtförderung je Wohngemeinschaft ist allerdings auf 10 000 Euro begrenzt.

Hilfe aus dem Ausland: Was ist zu beachten?
Selbst wenn ein Familienmitglied nur leicht eingeschränkt ist, wird es für die anderen Familienangehörigen schon schwierig, im ausreichenden Maße zu helfen. Sei es durch eine zu große räumliche Distanz, durch Berufstätigkeit oder auch aus dem Grund, mit dem Thema Krankheit nicht richtig umgehen zu können. Manche entscheiden sich dafür, Kräfte aus dem Ausland zu engagieren. Allein in unserem Land leben und arbeiten über 100 000 Pfleger aus dem Ausland, überwiegend aus Polen, und das legal. Doch leider gibt es auch eine Schattenseite in diesem Geschäft. Häufig durch Unwissenheit beschäftigen Familien eine Hilfe aus dem Ausland in dem Glauben, für sich, den Kranken und den Pfleger etwas Gutes zu tun. Wird der Schwindel aufgedeckt, kann es zu nachträglichen Steuerzahlungen und Sozialabgaben für den Pfleger kommen. Außerdem besteht keine Rechtssicherheit – weder für die Familie noch für die Pflegekraft. Besser ist es, sich an eine Vermittlung zu wenden. In Deutschland existieren verschiedene Agenturen, die mit Personaldienstleistern in verschiedenen EU-Ländern zusammenarbeiten. Diese haben Pflegekräfte unter Vertrag. Bei einer Beauftragung wird eine Pflegekraft nach Deutschland entsendet. Diese ist in ihrem Heimatland aufgrund des rechtsgültigen Arbeitsvertrages sowohl kranken- als auch renten- und sozialversichert. Dank der EU-weiten und nationalen Gesetzgebung ist eine Entsendung von Pflegekräften nach Deutschland, um dort einen Dienst durchzuführen, nicht nur erlaubt, sondern auch noch gefördert. Weiterhin ist an solchen Organisationen positiv, dass sie sogar Ersatzpersonal zur Verfügung stellen. Ist die Familie beispielsweise im Urlaub oder fällt selbst wegen Krankheit aus, kann immer eine Vertretung organisiert werden. Es ist sogar möglich, selbst eine Pflegekraft anzustellen. Dafür sind allerdings viele Richtlinien zu beachten.

Tages- und Kurzzeitpflege
Wird ein Patient teilweise zu Hause gepflegt oder in einer Einrichtung für eine Tagespflege, zählt dies zu einer teilstationären Pflege der Pflegeversicherung. In solchen Tagespflegeeinrichtungen erhalten Menschen, die pflegebedürftig sind oder seelische oder geistige Beeinträchtigungen haben, eine gute Betreuung, wenn sie nicht mehr tagsüber allein in ihrer Wohnung sein können, trotzdem aber von ihren Angehörigen teilweise versorgt sind. Dazu gehören vor allem auch Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Eine Tagesbetreuung kommt immer dann in Frage, wenn eine komplette Betreuung über den Tag nicht gewährleistet werden kann, beispielsweise durch Berufstätigkeit der Angehörigen.
Unterbringung am Tag
Um eine Tageseinrichtung in Anspruch zu nehmen, ist eine Pflegestufe nicht erforderlich. Anders verhält es sich bei der Kurzzeitpflege. Diese erhält ein Pflegebedürftiger für einen begrenzten Zeitraum, wobei er vollstationär in einem Senioren- oder Pflegeheim aufgenommen wird. Solche Maßnahmen können geltend gemacht werden, wenn eine häusliche Krankenpflege nicht in dem erforderlichen Umfang oder auch zeitweise nicht durchgeführt werden kann.
Übergangslösung
Zum einen gilt dies in Krisensituationen, in denen für eine vorübergehende Zeit eine teilstationäre oder häusliche Pflege nicht möglich ist oder nicht in ihrem erforderlichen Umfang vollbracht werden kann. Zusätzlich kann sie verwendet werden als Übergangslösung, wenn im Anschluss der Patient stationär aufgenommen wird. Das Positive an solchen Maßnahmen ist, dass die Angehörigen sich trotzdem um den Kranken kümmern und der Patient selbst noch am Familienleben teilnimmt.

Plötzlich ein Pflegefall
Berufstätige, die einen nahen Angehörigen zu Hause pflegen, können sich bis zu sechs Monate vollständig von der Arbeit freistellen lassen (Pflegezeit). Dafür gilt ein Rechtsanspruch. Zudem haben Beschäftigte seit dem 1. Januar 2015 einen Rechtsanspruch, ihre Arbeitszeit für die Pflege eines Angehörigen über einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten zu reduzieren auf eine wöchentliche Mindestarbeitszeit von 15 Stunden (Familienpflegezeit). Zur besseren Absicherung des Lebensunterhalts können Angestellte ein zinsloses staatliches Darlehen erhalten. Mehr Informationen zur Familienpflegezeit erhalten Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, www.bmfsfj.de. Die Pflegekasse zahlt auf Antrag Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie außerdem Beiträge zur Rentenversicherung. Je nach Dauer der wöchentlichen Pflege und in Abhängigkeit vom Grad der Pflegebedürftigkeit werden Rentenversicherungsbeiträge zwischen 120 und 424 Euro im Monat gezahlt. Vorausgesetzt, dass mindestens 14 Stunden pro Woche die Pflege erfolgt.Außerdem besteht für die Pflege naher Angehöriger in häuslicher Umgebung ein beitragsfreier gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Mehr Informationen zum Unfallversicherungsschutz gibt es in der Broschüre „Zu Ihrer Sicherheit – Unfallversichert bei häuslicher Pflege von Angehörigen“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Das Erste Pflegestärkungsgesetz
Durch zwei Pflegestärkungsgesetze will das Bundesgesundheitsministerium in dieser Wahlperiode deutliche Verbesserungen in der pflegerischen Versorgung umsetzen. Durch das Erste Pflegestärkungsgesetz wurden bereits seit dem 1. Januar 2015 die Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen spürbar ausgeweitet und die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht. Zudem wurde ein Pflegevorsorgefonds eingerichtet. Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz soll noch in dieser Wahlperiode der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues  Begutachtungsverfahren eingeführt werden. Die bisherige Unterscheidung zwischen Pflegebedürftigen mit körperlichen Einschränkungen und Demenzkranken soll dadurch wegfallen. Im Zentrum steht der individuelle Unterstützungsbedarf jedes Einzelnen. Dadurch wird die Pflegeversicherung auf eine neue Grundlage gestellt. Durch die Pflegestärkungsgesetze werden die Beiträge für die Pflegeversicherung in zwei Schritten um insgesamt 0,5 Beitragssatzpunkte angehoben. Dadurch stehen fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr für Verbesserungen der Pflegeleistungen zur Verfügung. 1,2 Milliarden Euro fließen in einen Pflegevorsorgefonds. Insgesamt können die Leistungen aus der Pflegeversicherung um 20 Prozent erhöht werden.
Welche Leistungsbeträge der Pflegeversicherung werden erhöht?
Alle Leistungsbeträge der Pflegeversicherung werden um vier Prozent angehoben, um die Preisentwicklung über den gesetzlich vorgegebenen Zeitraum der letzten drei Jahre zu berücksichtigen. Für Leistungen, die erst mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz Ende 2012/Anfang 2013 eingeführt worden sind, wird für einen Zeitraum von zwei Jahren eine Anpassung um 2,67 Prozent vorgenommen. Darüber hinaus werden weitere  Leistungsverbesserungen bei der Pflege zu Hause und in Pflegeeinrichtungen umgesetzt.
Was verbessert sich für die Pflege zu Hause?
Die meisten Pflegebedürftigen wünschen sich, so lange wie möglich zu Hause in der vertrauten Umgebung gepflegt zu werden. Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden auch zu Hause gepflegt, meist durch Angehörige oder ambulante Pflegedienste. Um die Pflege zu Hause besser zu unterstützen, werden die Leistungen für die häusliche Pflege um rund 1,4 Milliarden Euro erhöht. Die Leistungen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege können in Zukunft besser miteinander kombiniert werden. Wer eine Kurzzeitpflege in Anspruch nimmt, zum Beispiel wenn der Pflegeaufwand nach einem Krankenhausaufenthalt so hoch ist, dass für ein paar Wochen die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung nötig wird, kann schon heute seinen Anspruch auf Verhinderungspflege hierfür verwenden. Statt vier Wochen sind bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr möglich, die Pflegekasse übernimmt dafür künftig bis zu 3224 Euro (bisher bis zu 3100 Euro). Künftig gilt dies in ähnlicher Weise auch bei der Verhinderungspflege: Wenn der pflegende Angehörige krank ist oder eine Auszeit braucht, wird eine Pflegekraft oder Vertretung benötigt. Diese sogenannte Verhinderungspflege soll künftig unter entsprechender Anrechnung auf den Anspruch auf Kurzzeitpflege bis zu sechs Wochen in Anspruch genommen werden können statt bisher bis zu vier. Bisher standen für Verhinderungspflege pro Jahr bis zu 1550 Euro, künftig stehen bis zu 2418 Euro jährlich zur Verfügung. So können pflegende Angehörige besser die Unterstützung wählen, die in ihrer konkreten Situation am besten hilft.

Was hat sich seit dem 1. Januar 2015 geändert?
Die Leistungen für Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Pflege) werden ausgebaut. Bisher wurden die Inanspruchnahme von Tages-/Nachtpflege und die ambulanten Pflegeleistungen (Pflegegeld und/oder ambulante Sachleistungen) zum Teil aufeinander angerechnet. Das ändert sich: Wer ambulante Sachleistungen und/oder Pflegegeld bekommt, kann künftig Tages und Nachtpflege daneben ohne Anrechnung voll in Anspruch nehmen. Damit steht deutlich mehr Geld für Betreuung zur Verfügung. Beispiel: Bisher gab es für die Kombination von Tagespflege und ambulanten Pflegesachleistungen in Pflegestufe III bis zu 2325 Euro. Künftig stehen bis zu 3224 Euro monatlich zur Verfügung. Auch Demenzkranke profitieren erstmals von dieser Leistung.
Was verbessert sich in den stationären Pflegeeinrichtungen?
Mehr zusätzliche Betreuungskräfte in voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen. In stationären Pflegeeinrichtungen werden die Leistungen im Umfang von rund eine Milliarde Euro verbessert. Damit wird die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte von bisher rund 25 000 auf bis zu 45 000 Betreuungskräften erhöht werden kann. Die ergänzenden Betreuungsangebote durch zusätzliche Betreuungskräfte sollen künftig allen Pflegebedürftigen offen stehen, bisher waren sie Pflegebedürftigen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf (zum Beispiel Demenzkranke) vorbehalten. Das verbessert den Pflegealltag in den voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen. Zudem profitieren die Pflegebedürftigen in Pflegeeinrichtungen natürlich auch von der Erhöhung der Leistungsbeträge aus der Pflegeversicherung.
Was verbessert sich für Demenzkranke?
Der Leistungsanspruch von demenziell Erkrankten wird deutlich erweitert. Bislang hatten Menschen, die zwar in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind, deren Pflegebedarf aber unterhalb der Pflegestufe I liegt (sogenannte Pflegestufe 0), nur einen eingeschränkten Leistungsanspruch. Dieser wird jetzt maßgeblich erweitert: Künftig können diese Versicherten Leistungen der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeitpflege und den Zuschlag für Mitglieder ambulant betreuter Wohngruppen erhalten. Zudem wird ermöglicht, die Anschubfinanzierung für ambulant betreute Wohngruppen zu bekommen. Damit erhalten sie Zugang zu allen Leistungen im ambulanten Bereich, die auch Personen mit einer Pflegestufe zustehen. Das vereinfacht die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

So findet sich das geeignete Pflegeheim
Pflegestützpunkte beraten Sie: In vielen Regionen gibt es einen Pflegestützpunkt, bei dem Sie sich unabhängig über verschiedene Pflegemaßnahmen beraten lassen können.
Gewünschte Leistungen: Schon bevor Sie sich auf die Suche nach einer Pflegeeinrichtung machen, sollten Sie sich im Klaren sein, auf welche Leistungen Sie großen Wert legen.
Online-Portale nutzen: Die Bundesverbände der Krankenkassen bieten im Internet häufig Suchfunktionen zu Pflegeeinrichtungen in Ihrer Nähe an.
Angebote vergleichen: Stürzen Sie sich nicht auf das erstbeste Angebot, sondern vergleichen Sie die Leistungen und Kosten verschiedener Pflegedienste und Pflegeheime. Die teuerste Einrichtung ist nicht immer die beste.
Pflegenoten helfen bei Auswahl: Die Pflegenoten können Ihnen einen ersten Überblick über die Qualität einer Pflegeeinrichtung unter verschiedenen Aspekten liefern. Vertrauen Sie diesen jedoch nicht blind, sondern schauen Sie sich die Einrichtung unbedingt persönlich an.
Ehrenamtliche Mitarbeiter: In vielen Pflegeeinrichtungen gibt es ehrenamtliche Mitarbeiter, die die Bewohner besuchen und ihnen ein wenig Abwechslung bieten.
Die „Chemie“ muss stimmen: Auch die besten Pflegenoten nützen nichts, wenn die Chemie zwischen Pflegeperson und Bewohner nicht stimmt. Ein Pflegebedürftiger muss sich aufgehoben fühlen – nur dann ist die Pflege wirklich gut.
Verträge genau prüfen: Bevor Sie einen Vertrag unterzeichnen, sollten Sie diesen genau prüfen. Die Gesamtkosten und die Eigenbeteiligung sollten klar formuliert sein. Auch über die Zahlungs und Kündigungsfristen sollten Sie sich bewusst sein.(aus: pflegeversicherung.net)

Das Pflegegutachten
Das Pflegegutachten ist eine Voraussetzung zum Erhalt von Leistungen aus der Pflegeversicherung. Das Gutachten wird in der Regel vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) durchgeführt. Bei Privatversicherten ist hierfür die Medicproof GmbH zuständig. Nach der Beendigung des Gutachtens wird der MDK eine Empfehlung zur Pflegestufe und einen individuellen Pflegeplan an die Pflegekasse senden. Bei der Durchführung sollten nicht nur die pflegebedürftige Person selbst, sondern auch deren nächste Angehörige sowie die pflegende Person anwesend sein. Während des gesamten Besuches wird sich der Gutachter ein genaues Bild über die pflegebedürftige Person verschaffen. Alle im Besitz befindlichen Krankenunterlagen, ärztlichen Atteste und Ähnliches sollten zum Zeitpunkt des Pflegegutachtens vorliegen. Diese sind entscheidend, um die Krankengeschichte nachzuweisen und dem Pflegebedarf Nachdruck zu verleihen. Auch das Führen eines Pflegetagebuches kann sich als nützlich erweisen. Es empfiehlt sich, über mindestens zwei Wochen ein Pflegetagebuch zu führen. Entsprechende Vordrucke sind bei vielen Pflegekassen erhältlich. Ebenso erhalten Antragssteller einen Fragebogen im Vorfeld der Begutachtung, den sie gut ausfüllen sollten. Dazu können noch extra Notizen gemacht werden, damit beim Termin auch nichts vergessen wird. Das Gutachten über die Pflegebedürftigkeit wird durch den MDK beziehungsweise die Medicproof GmbH anhand festgelegter Kriterien überprüft. Erfolgt eine Ablehnung des Pflegeantrages oder eine zu niedrige Einstufung bei der Erstbegutachtung, so besteht die Möglichkeit zum Widerspruch. Dieser muss in der Regel vier Wochen nach Eingang der Ablehnung erfolgen und kann formlos bei der Pflegekasse eingereicht werden.