Steuern

Während die Steuerbehörde bisher die „regelmäßige Arbeitsstätte“ als Bezugspunkt für die Berechnung der sogenannten Entfernungspauschale ansetzte, wird diese zur „ersten Tätigkeitsstätte“. Ab 2014 wird die Entfernung zwischen Wohnung und den verschiedenen Einsatzorten berechnet. Wer von seiner Wohnung zu anderen Betriebsstätten, Baustellen oder Einsatzorten fährt, kann jedes Mal die Hin- und Rückfahrt mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen, also mehr als bisher. Für die notwendige Zweitwohnung im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung sind nur noch 1000 Euro monatlich einschließlich aller Nebenkosten absetzbar. Bei Dienst- und Geschäftsreisen inerhalb Deutschlands gibt es nur noch zwei Zeitintervalle für die steuerfreie Zuwendung vom Arbeitgeber als sogenannte Verpflegungspauschale. Der Satz liegt bei zwölf Euro bei einer Abwesenheit von mindestens acht Stunden und die Tage der An- und Abreise sowie 24 Euro bei Abwesenheit von mindestens 24 Stunden.

Die Steuerprofis wissen mehr
Wen beschäftigt zu Beginn eines neuen Steuerjahres nicht die Frage, wie man seine Steuerlast möglichst gering halten und vielleicht sogar den einen oder anderen Vorteil aus den umfangreichen Steuergesetzen schlagen kann? Trotz mancher Vereinfachungen stellen sich die vielen deutschen, europäischen und sonstigen internationalen Vorschriften vielen Steuerzahlern als ein schwer durchschaubarer Dschungel dar, den man ohne Hilfe kaum durchdringen kann. Nicht wenige Steuerpflichtige brüten deshalb lange über ihrer Steuererklärung und ärgern sich später über nur geringe Erstattungen oder sogar Nachforderungen vom Finanzamt. Auch diverse Handbücher zum Steuersparen und das Internet helfen nicht immer. Wer eine dauerhafte Entlastung durch Rückerstattung oder die Vermeidung von Steuern anstrebt, kann fachkundige Unterstützung gut gebrauchen. Dafür gibt es Fachleute: die Steuerberater. Laut Steuerberatungsgesetz sind sie als Organe der Steuerrechtspflege zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuerfragen für Privatpersonen und Unternehmer unbeschränkt berechtigt. Sie beraten bei Steuererklärungen, erstellen Jahresabschlüsse und Buchführungen. Sie arbeiten mit dem Ziel, die Steuerlast ihrer Mandanten so gering wie möglich zu halten, und zwar nicht erst, wenn das Steuerjahr vorbei ist, sondern auch während des laufenden Geschäftsjahres. Weiterhin prüfen sie die Steuerbescheide ihrer Mandanten und vertreten diese bei Steuerstreitigkeiten vor den Finanzgerichten.

Freibeträge nutzen – Freistellungsauftrag 2014
Banken, Sparkassen, Bausparkassen und sonstige Geldinstitute verwalten auch die Einkünfte aus Kapitalvermögen. Dazu zählen etwa Zinsen und Dividenden aus Wertpapieren und anderen Geschäftsanteilen, Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren und Gewinne aus Terminschäften. Wer bei diesen Einrichtungen einen Freistellungsauftrag gestellt hat oder im Jahr 2014 noch stellt, kann die pauschale Abgeltungssteuer vermeiden.
Sparer-Pauschbetrag
Der Sparer-Pauschbetrag, wie er offiziell heißt, liegt für Ledige unverändert bei 801 Euro und für steuerlich nicht getrennt veranlagte oder dauerhaft getrennt lebende Verheiratete bei 1602 Euro. Er beinhaltet bereits die Werbungskosten. Depotgebühren sind in diesem Rahmen nicht gesondert absetzbar.
Gesamthöhe beachten
Es ist möglich, Freistellungsaufträge bei mehreren Instituten gleichzeitig einzureichen, sofern die Gesamthöhe die genannten Grenzen nicht übersteigt. Wird das gesetzlich zulässige Volumen des Freistellungsauftrags doch überschritten, nimmt die Steuerverwaltung eine nachträgliche Besteuerung vor. Außerdem mahnt sie die Steuerpflichtigen zu Korrekturen an. Bei neu gestellten Freistellungsaufträgen ist die Steueridentifikationsnummer anzugeben, bei zusammen veranlagten Ehegatten müssen beide Nummern genannt werden.
Abgeltungssteuer
Was den freigestellten Betrag übersteigt, unterliegt der Abgeltungssteuer.
Das ist eine Quellensteuer in Höhe von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Sie ist von den Banken direkt abzuführen. Im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung können die abgeführte Kapitalertragsteuer und der Soli-Zuschlag in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, erstattet das Finanzamt die Steuer zurück.
Kirchensteuer auf Kapitalerträge
Bisher haben private Geldanleger bei der Kirchensteuer auf Kapitalerträge die Wahl. Entweder wählt man die Besteuerung über die persönliche Einkommensteuer oder das kontoführende Geldinstitut nimmt Einbehalt und Abführung der Kirchensteuer vor. Dieses Wahlrecht wird ab dem 1. Januar 2015 entfallen. Kreditinstitute sind ab 2014 gesetzlich verpflichtet, die für den Kirchensteuerabzug notwendigen Daten beim Bundeszentralamt für Steuern jährlich im Zeitraum vom 1. September bis 31. Oktober zu erfragen und danach den Kirchensteuerabzug vorzunehmen.
Widerspruch möglich
Man kann der Weitergabe der Information über die Religionszugehörigkeit bis zum 30. Juni 2014 widersprechen. Der Widerspruch soll mit einem amtlichen Formblatt gegenüber dem Bundeszentralamt für Steuern erklärt werden. Das Formblatt ist über www.formularebfinv.de/ffw/content/do unter dem Stichwort „Kirchensteuer“ verfügbar. Im Falle des Widerspruchs unterbleibt der Einbehalt durch die Bank. Das Bundeszentralamt für Steuern informiert das jeweilige Wohnsitzfinanzamt über den Widerspruch und teilt Namen und Anschrift des Steuerpflichtigen mit. Es besteht dann die Verpflichtung, die Anlage KAP zur Steuererklärung abzugeben. Das Finanzamt ermittelt darauf die Kirchensteuer. Ist keine Einkommensteuer zu zahlen, fließt auch keine Kirchensteuer. Weitere Informationen gibt es beim Bundeszentralamt für Steuern unter www.bzst.de.

Steuern sparen mit der Haushaltshilfe
Viele, die jemanden „schwarz“ in ihrem Privathaushalt beschäftigen, wollen auf diese Weise Geld sparen: ein unnötiges Risiko, denn wer seine Hilfe anmeldet, kann damit sogar Steuern sparen. Außerdem ist ihre Haushaltshilfe dann auch gesetzlich unfallversichert. Darauf weist der Lohnsteuerhilfeverein Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung hin.
Steuerermäßigung für Minijob
Bei einer geringfügigen Beschäftigung der Haushaltshilfe im sogenannten Haushaltsscheckverfahren erfolgt die Anmeldung der Haushaltshilfe bei der Minijobzentrale. Dort werden pauschale Abgaben für die Sozialversicherung sowie eine zweiprozentige pauschale Lohnsteuer fällig. Von der Rentenversicherungspflicht kann die Haushaltshilfe sich auf Antrag befreien lassen. Die Steuerermäßigung beträgt hier 20 Prozent der Aufwendungen, maximal 510 Euro pro Jahr. Für die Steuererklärung erhalten die Arbeitgeber von der Bundesknappschaft eine Bescheinigung über die entstandenen Aufwendungen.
Steuerermäßigung für sozialversicherungspflichtig beschäftigte Haushaltshilfen
Ist die Haushaltshilfe ganz regulär sozialversicherungs- und lohnsteuerpflichtig
angestellt, kann der Arbeitgeber die Kosten hierfür auch steuerlich absetzen. Die Förderung beträgthier 20 Prozent der Aufwendungen von bis zu 20 000 Euro, höchstens also 4000 Euro Steuerermäßigung. Allerdings gelten hier die ganz normalen Arbeitgeberpflichten.
Welche Tätigkeiten werden gefördert?
Im Rahmen einer solchen Beschäftigung müssen Tätigkeiten ausgeübt werden, die einen engen Bezug zum Haushalt haben, zum Beispiel die Zubereitung der Mahlzeiten, die Reinigung der Wohnung, die Gartenpflege, die Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern sowie von kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen. Die Tätigkeiten müssen im inländischen oder in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Auftraggebers ausgeübt werden.
(aus: www.lohi-bw.de)
Steuertipps für Schüler und Studenten
„Häufig gehen Schüler und Studenten in den Ferien beziehungsweise Semesterferien einer Berufstätigkeit nach. Wird der Ferienjob nur kurzfristig ausgeübt, bleibt er unabhängig von der Höhe des Verdienstes sozialabgabenfrei“, erklärt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine. Der besondere Vorteil einer kurzfristigen Beschäftigung liegt also darin, dass weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber Sozialabgaben zahlen müssen.
Kurzfristig beschäftigt
Eine kurzfristige Beschäftigung liegt immer dann vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als zwei Monate beziehungsweise 50 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des Verdienstes ist unerheblich. Führt der Arbeitgeber unter Verzicht auf den Abruf von elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen oder die Vorlage einer Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug (früher: Lohnsteuerkarte) die Lohnsteuer pauschal mit 25 Prozent des Arbeitsentgelts zuzüglich des Solidaritätszuschlags und gegebenenfalls der Kirchensteuer an das Finanzamt ab, fallen auch keine Steuern an, eine Einkommensteuererklärung im Folgejahrerübrigt sich. Bei Schülern und Studenten, die das ganze Jahr über arbeiten und die monatlich nicht mehr als 450 Euro verdienen, gelten dagegen die üblichen Regelungen für Mini-Jobber.
Geringfügig beschäftigt
Schüler und Studenten erwerben mit einem Minijob bereits Zeiten für die Rentenversicherung und einen eigenen Anspruch auf Riesterförderung, denn seit 2013 werden Minijobber automatisch versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung, können sich allerdings mit einem schriftlichen Antrag davon befreien lassen.Bei einem Monatsverdienst von zum Beispiel 400 Euro werden derzeit im gewerblichen Bereich dafür 15,60 Euro (= 3,9 Prozent von 400 Euro) einbehalten. Ein prozentual höherer Beitrag muss vom Arbeitnehmer lediglich dann bezahlt werden, wenn der Bruttoarbeitslohn unter 175 Euro liegt. Liegt kein kurzfristiges oder geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vor, bleibt in der Steuerklasse I in Monatsverdienst von bis zu 920 Euro steuerfrei.
Steuerfrei bis 920 Euro
Bei einem höheren Monatsverdienst muss der Arbeitgeber Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls Kirchensteuer einbehalten und ans Finanzamt abführen. Verdient der Schüler/Student nicht mehr als 11 000 Euro brutto im Jahr (Grundfreibetrag: 8130 Euro, Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 Euro, Arbeitnehmer-Pauschbetrag: 1000 Euro plus eine vom Arbeitslohn abhängige Vorsorgepauschale) werden ihm die zunächst vom Arbeitgeber einbehaltenen und ans Finanzamt abgeführten Steuern auf Antrag bei der Einkommensteuererklärung im Folgejahr in voller Höhe erstattet. (aus: www.lohi-bw.de)

Kindergeldregelungen zur Zweitausbildung nutzen
Seit 2012 besteht für Kinder über 18 und bis zu 25 Jahren bei einer beruflichen Erstausbildung unabhängig von deren Einkommen stets ein Anspruch auf Kindergeld. Als berufliche Erstausbildung gelten alle Ausbildungsmaßnahmen bis hin zum Hochschulstudium, die zur Aufnahme eines Berufes befähigen und mit einer staatlichen oder staatlich anerkannten Prüfung erfolgreich abgeschlossen wurden. Wenn junge Menschen zunächst eine herkömmliche Lehre auf Basis des Berufsausbildungsgesetzes abschließen und anschließend studieren, handelt es sich bei dem Erststudium um eine zweite Berufsausbildung. In diesem Fall führt eine schädliche Erwerbstätigkeit des Kindes zum Wegfall des Kindergeldanspruchs, wobei es nicht auf die Höhe der steuerpflichtigen Einkünfte und steuerfreien Einnahmen ankommt. Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine: „Erwerbstätig ist ein Kind, wenn es einer Beschäftigung nachgeht, die auf die Erzielung von Einkünften gerichtet ist und den Einsatz seiner persönlichen Arbeitskraft erfordert. Dazu gehören neben der nichtselbständigen Arbeit auch land- und forstwirtschaftliche, gewerbliche und selbständige Tätigkeiten, nicht dagegen die Verwaltung des eigenen Vermögens, also zum Beispiel bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen.“ Unschädlich ist eine solche Erwerbstätigkeit dann, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit insgesamt nicht mehr als 20 Stunden beträgt, wobei die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit zu Grunde zu legen ist. Wird die Beschäftigung nur vorübergehend, das heißt für höchstens zwei Monate, auf mehr als 20 Stunden ausgeweitet, ist dies unbeachtlich, wenn, berechnet auf den gesamten Berücksichtigungszeitraum im Kalenderjahr, die durchschnittliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Achtung: Beträgt bei dieser Berechnung die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden, entfällt der Kindergeldanspruch nur für die zwei Monate des Vollzeiterwerbs. Und weil selbst in einem solchen Fall der Kindergeldanspruch für angebrochene Monate weiterbesteht, empfiehlt Nöll den jungen Menschen, den Vollzeiterwerb möglichst nicht am ersten Tag des Monats zu beginnen und nicht am letzten Tag des Monats zu beenden.
Rechenbeispiel
Ein Beispiel, bei dem eine unschädliche Ausweitung der Beschäftigung für zwei Monate auf 40 Stunden je Woche vorliegt, verdeutlicht die Problematik: Ein Kind schließt nach dem Abitur eine Berufsausbildung ab und studiert ab Oktober 2014. Gemäß Vertrag ist das Kind ab 1. April 2014 mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden als Bürokraft beschäftigt. In den Semesterferien arbeitet das Kind – aufgrund einer zusätzlichen vertraglichen Vereinbarung vom 1. August bis zur Kündigung am 30. September 2014 – in Vollzeit mit 40 Stunden wöchentlich. Ab dem 1. November 2014 ist das Kind gemäß vertraglicher Vereinbarung mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 Stunden als Verkaufshilfe tätig. Somit ergeben sich folgende Arbeitszeiten pro voller Woche (Tage einer angebrochenen Woche fallen weg): 1. April bis 31. Juli 2014 (17 Wochen, drei Tage): 20 Std. je Woche 1. August bis 30. September 2014 (8 Wochen, 5 Tage): 40 Std. je Woche 1. November bis 31. Dezember 2014 (8Wochen, 5 Tage): 15 Std. je Woche (17  Wochen × 20 Std.) + (8 Wochen × 40 Std.) + (8 Wochen × 15 Std.): 52 Wochen = 15 Std. durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit. Das Kind ist während des gesamten Kalenderjahres zu berücksichtigen. Abwandlung: Würde das Kind auch im November und Dezember 20 Stunden arbeiten und wegen des Vollzeiterwerbs die wöchentliche Arbeitszeit aufs Jahr gerechnet dann mehr als 20 Stunden betragen, entfiele der Kindergeldanspruch nur für die zwei Monate des Vollzeiterwerbs. In diesem Fall wäre es besser, das Kind würde die Zeit der Vollzeitarbeit beschränken (zum Beispiel vom 3. August bis 27. September), weil der Vollzeiterwerb jeweils nicht den ganzen Monat umfasst, entfiele der Anspruch auf Kindergeld somit auch dann nicht. (aus: www.lohi-bw.de)
Ehegatten und Lebenspartner: Steuerklassenwahl
Erzielt einer der Partner mehr als 60 Prozent des gemeinsamen Arbeitslohns, wird mit der Steuerklassenkombination III für den höher verdienenden Partner und V für seinen Partner der geringste Lohnsteuerabzug erreicht.
III/V oder IV/IV?
Mit der Wahl dieser Kombination verpflichten sich die Ehe- oder Lebenspartner allerdings auch, nach Abschluss des Kalenderjahres eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen, wobei es auch zu einer Nachzahlung kommen kann. Erzielen Ehegatten und Lebenspartner etwa gleich hohe Arbeitslöhne, führt die Kombination der Steuerklassen IV/IV grundsätzlich zu einem geringeren Lohnsteuerabzug als die Kombination III/V. Bei der Einkommensteuerveranlagung kommt es dann regelmäßig zu einer (kleinen) Steuererstattung. Bei der Steuerklassenwahl IV/IV besteht keine Verpflichtung, eine Steuererklärung abzugeben. Die Kombination IV/IV mit Faktor soll dazu führen, dass weder eine Nachzahlung noch eine Erstattung eintritt. Dies wird allerdings nur dann erreicht, wenn der tatsächliche Arbeitslohn des Jahres dem zugrunde gelegten voraussichtlichen Lohn entspricht, was am Jahresende nachgeprüft wird. Daher ist eine Einkommensteuererklärung einzureichen. Die Partner können beim Finanzamt beantragen, die vom Finanzamt automatisch festgelegten Steuerklassen zu ändern.
Auswirkungen auf Elterngeld
Die Höhe des Elterngeldes bestimmt sich nach dem pauschalierten Nettoeinkommen in den zwölf Monaten vor Geburt des Kindes. Dabei ist jene Steuerklasse anzuwenden, die in der überwiegenden Zahl dieser Monate gegolten hat. Elterngeld, das nach der Steuerklasse III berechnet wird, ist folglich am höchsten. Um das höchstmögliche Elterngeld zu erzielen, müssten die Eltern schon zu Beginn der Schwangerschaft beantragen, dass der Elternteil, der später in Elternzeit geht, die Steuerklasse III erhält, der andere Elternteil die Klasse V. Das „Mehr“ an monatlich zu zahlender Lohnsteuer können sich die Ehegatten über die Einkommensteuerveranlagung zurückholen.
Vorsicht ist geboten
Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine, mahnt jedoch zur Vorsicht: „Die Wahl der Steuerklasse III allein wegen des zu erwartenden höheren Elterngeldes ist risikobehaftet. Erkrankt zum Beispiel der Partner mit der Steuerklasse V, verringert sich das Krankengeld entsprechend, da dessen Höhe abhängig vom letzten Monatsentgelt vor der Arbeitsunfähigkeit ist. Beim Bezug von Arbeitslosengeld sieht es etwas anders aus. Bei dessen Berechnung wird in der Regel die Steuerklasse zugrunde gelegt, die zu Beginn des Jahres auf der Lohnsteuerkarte eingetragen war. In diesem Zusammenhang sollte grundsätzlich auch überlegt werden, ob der Eintrag eines Freibetrags möglich ist. Denn er führt zu einem höheren monatlichen Nettobezug und damit zu einer höheren Bezugsgröße bei Lohnersatzleistungen, zum Beispiel Krankengeld.“
Beim Finanzamt beantragen
Die Ehegatten bzw. Lebenspartner können den Steuerklassenwechsel gemeinsam anhand des beim Wohnsitzfinanzamt erhältlichen Vordrucks „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartner“ beantragen.
(aus: www.lohi-bw.de)