Die Feier

Der Kostenrahmen
„Das Catering ist der größte Kostenfaktor einer Hochzeit, deshalb ist er auch ganz wichtig für die Budgetplanung“, sagt Bettina Funke-Redlich vom Bund deutscher Hochzeitsplaner. Für ein „schickes Essen“ müssen Paare laut Ferdinand W. Patzer, Präsident des Party Service Bundes Deutschland, mit etwa 26 bis 36 Euro pro Gast rechnen – in Großstädten auch mit mehr. Dazu kommen noch die Getränke und eventuell die Hochzeitstorte oder ein Mitternachtssnack. Grundsätzlich muss
das Brautpaar entscheiden, ob es ein Buffet geben soll oder das Essen am Platz serviert wird. „Wenn man es besonders festlich haben will, ist es schon nett, wenn man am Platz bedient wird“, sagt Rupert Berndl, Autor eines Hochzeitratgebers. Allerdings kann das ins Geld gehen: „Am Tisch serviert ist es immer etwas teurer“, ergänzt Patzer. Denn dafür sei mehr Personal und mehr Essensvorrat nötig. Und die Hochzeitsratgeber-Autorin Alexandra Dionisio gibt zu bedenken: „Je mehr Gänge, desto förmlicher die Feier und damit umso kostspieliger.“ Der große Vorteil eines
Buffets ist, dass sich jeder Gast das aussuchen kann, was er mag. Außerdem ist der Aufwand für den Caterer geringer. Berndl weist aber darauf hin: Wenn viele ältere Menschen zur Hochzeitsgesellschaft gehören, könnte ihnen der Gang zum Essenholen schwerfallen.

Der Zeitplan
„Der Zeitpunkt für die Planung des Hochzeitsessens ist abhängig von der Wahl der Location“, sagt Funke-Redlich. Wer im Restaurant oder Hotel feiere, könne das Menü oder Buffet auch kurzfristig auswählen, da es nur um die Auswahl der Speisen geht. „Brautpaare, die in einer Location feiern, die becatert wird, sollten früh damit beginnen – eigentlich direkt nach der Buchung der Location.“ Denn sie müssen recherchieren und Angebote einholen, um den passenden Caterer auszuwählen. „Der Vorlauf hängt auch von der Jahreszeit ab“, ergänzt Patzer. Ist die Hochzeit für Januar geplant, reiche es, vier Wochen vorher zu buchen. Wer in den beliebten Hochzeitsmonaten Mai oder Juni heiratet, sollte sich ein Jahr vor dem Termin um das Thema kümmern. Soll es im Laufe der FeieraucheineHochzeitstorte geben, empfiehlt Berndl, drei Monate vorher den Konditor der Wahl damit zu beauftragen.

Die Essensauswahl
Dionisio rät, auf jeden Fall bei mehreren Caterern Angebote einzuholen und vor der endgültigen Entscheidung Probe zu essen. Schon bei der Einladung sollte das Paar seine Gäste fragen, ob es Allergien gibt oder jemand Vegetarier ist, empfiehlt Funke-Redlich. Das Essen an sich sei grundsätzlich eine Frage des persönlichen Geschmacks gewisser Entscheidungsträger, fügt Patzer hinzu. Dazu zählten in der Regel die Eltern der Brautleute und die Braut. „Wenn man deren Geschmack kennt und aufnimmt, liegt man meist richtig“, sagt er. Auch ein Blick auf die Jahreszeit lohnt: So bieten sich im Mai oder Juni zum Beispiel Desserts mit frischen Erdbeeren an. Grundsätzlich sollte sich das Paar Berndl zufolge ausgiebig mit dem Gastronom beraten und überlegen, ob am besten mehr Fisch als Fleisch oder mehr vegetarische Kost auf dem Menüplan steht. Wird am Platz serviert, sollte die Speisenfolge so gewählt werden, dass ähnliche Gerichte oder Essen mit ähnlichen Bestandteilen nicht direkt aufeinanderfolgen. Die Intensität der Aromen sollte sich von Gang zu Gang steigern, Fleisch nach Fisch und Warmes nach Kaltem folgen.

Das Getränkeangebot
Wir empfehlen bei Getränken das ‚deutsche Gaststättenprogramm‘“, erläutert Patzer. Das heißt, die Getränkeauswahl sollte so vielfältig sein, dass jeder das trinken kann, was er wirklich mag, und dass genügend alkoholfreie Varianten zur Auswahl stehen. Zu den Hauptspeisen sollte es unbedingt mindestens zwei Rot- und zwei Weißweine sowie drei bis vier Biersorten geben, ergänzt Berndl. Aber Achtung: „Grundsätzlich geht Qualität vor Masse.“

Liebe rund um den Globus:
Egal wie modern, gleichberechtigt und individuell ein Paar ist, am Tag Egal wie modern, gleichberechtigt und individuell ein Paar ist, am Tag der Hochzeit besinnt es sich doch auf den ein oder anderen alten Brauch. Und das schon seit Jahrhunderten und in allen Kulturen, oft sogar nach ähnlichen Strukturen und meist mit ähnlicher Symbolik. Für viele steht es außer Frage: Brautstrauß, Hochzeitstorte und Blumenmädchen müssen schon sein, wenn man den Bund fürs Leben schließt. Und gemeinsam fahren die Brautleute an diesem Tag nur selten zu Standesamt, Kirche oder Zeremonienhaus – auch wenn das Paar schon seit Jahren zusammenlebt. Etwas altertümlich muten solche Rituale an. Die Hochzeit ist und war in allen Kulturen ein Übergangsritual, das nach sehr ähnlichen Strukturen begangen wird und ähnliche Symbole verwendet. Diese Symbole thematisieren eine der drei Phasen der Hochzeit – Abtrennung, Übergang und Angliederung – oder stehen für Glück, Fruchtbarkeit und Reichtum. Und egal, wie unzeitgemäß so mancher Brauch erscheinen mag, er gibt an diesem Tag auch Halt und nimmt die Brautleute an die Hand. Und er macht den Tag zu etwas ganz Besonderem: Ohne diese Riten würde sich eine Hochzeit ja gar nicht von einem Sommerfest oder runden Geburtstag unterscheiden. Ein Überblick der Bräuche von hier und anderswo: Das Strumpfband und das Spiel damit sind in vielen europäischen Ländern und den USA beliebt. In Frankreich zieht die Braut umringt von den männlichen Gästen langsam ihren Rock hoch, während die Männer Geld bieten. Ist das Strumpfband zu sehen, erhält es der aktuell Höchstbietende.

Andere Länder, andere Hochzeitssitten
In England wird es in die Menge der Männer geworfen. Manchmal muss der Bräutigam es seiner Braut mit den Zähnen von dem Bein abstreifen. Aber Vorsicht ist bei so manchem Spielchen dieser Art geboten: Vielen ist das peinlich und zu anzüglich. Geld und Geschenke sind in jeder Kultur wichtig. Mit der Strumpfbandversteigerung kommt beispielsweise ein wenig Geld in die Kasse des Brautpaares – das aber durchaus dezent. In anderen Ländern wird mit dem Geld auf der Feier nicht so zimperlich umgegangen: In der Türkei und in Griechenland werden der Braut die Geld- und Goldgeschenke direkt ans Kleid geheftet. Beim „Dollar-Dance“ in den USA tanzt das Brautpaar über eine gewisse Zeit nur gegen Bares, das ihm an die Kleidung oder in die Taschen gesteckt wird. In Italien und in Griechenland werden Gastgeschenke wie gezuckerte Mandeln verteilt. Sie symbolisieren das Süße und das Bittere im Leben und auch in der Ehe.

Cocktails: Mit Genuss ins Eheglück
Wenn geheiratet wird, kommen Freunde, Bekannte und Verwandte aus nah und fern, um dem Brautpaar zu gratulieren und die besten Wünsche mit auf seinen Lebensweg zu geben. Traditionsgemäß werden solche guten Wünsche gern bekräftigt, indem man mit einem besonderen Getränk anstößt. Ein leichter Cocktail, gerne auch nichtalkoholisch, ist den Gratulanten wie dem Brautpaar meist sehr willkommen. Hübsch ist es, wenn beispielsweise ein roter Cocktail serviert wird. Schließlich ist Rot die Farbe der Liebe. So kann man zum Beispiel fünf Zentiliter eines roten Bitters und drei Spritzer Zitronensaft mit Eis im Shaker schütteln. Dann wird der Drink in eine flache Cocktailschale geseiht. Zur Dekoration wird eine kleine Schlange aus Zitronenschale gewählt. Alternativ oder zusätzlich ist es auch nett anzusehen, wenn das Glas einen rosafarbenen Zuckerrand erhält. Auch mit einem „Flirtini“ kann man die Hochzeitsgäste begrüßen. Dieser süße Cocktail schimmert in zartem Rosa bis kräftigem Orange.

Der Mitternachtssnack
„Ein Mitternachtsbuffet hat heute viel weniger Bedeutung als früher“, sagt Ferdinand W. Patzer, Präsident des Party Service Bundes Deutschland. Oft unterbreche der spät angebotene Snack die Party und sei damit ein echter Stimmungskiller. Sinnvoll sei daher, schon am frühen Abend, zu Beginn des Festes, darauf hinzuweisen, dass zu später Stunde auch noch etwas gereicht wird und das Essen als Buffet dann ab 23 Uhr einfach zugänglich zu machen. Je nach Aufwand – von Currywurst bis Lachshäppchen – fallen dafür pro Gast nochmals 8 bis 20 Euro an.
dpa