Wirtschaft

Wangener Beschäftigte protestieren vor HOS-Zentrale in Wendlingen

28.03.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rund 50 Mitarbeiter der Neuen Textilveredelung Wangen (NTW) im Allgäu demonstrierten am Freitag vor der HOS-Zentrale (Heinrich Otto Söhne) in Wendlingen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die NTW ist eines von vier Tochterunternehmen der HOS Anlagen und Beteiligungen. Im Januar hatte NTW-Geschäftsführer Dirk Otto für das Unternehmen Insolvenzantrag gestellt. Die Mitarbeiter fühlen sich im Stich gelassen, weil ihnen noch bei der Weihnachtsfeier im Dezember von Dirk Otto versichert worden sei, dass der HOS-Beirat an dem Werk festhalten wolle und die Finanzierung bis 2016 gesichert sei. Dies bestreitet Otto auch nicht, doch hätten mehrere Entwicklungen Anfang des Jahres den Gang zum Amtsgericht unausweichlich gemacht, sagte er gegenüber unserer Zeitung. So ein „extrem schwacher“ Auftragseingang im Dezember und Januar, eine von einem Wirtschaftsprüfer als risikobehaftet eingeschätzte Finanzplanung und vor allem ein Brand in der Färbestraße des Betriebs, der zu einem wochenlangen Produktionsausfall geführt habe. Die intensive Suche nach einem Partner oder Investor sei erfolglos geblieben. Die NTW schreibe bereits seit etlichen Jahren rote Zahlen. Betriebsrat und Gewerkschaft sagen jedoch, dass ein zuletzt eingeschlagener Weg mit einem Aufbauplan in eine aussichtsreiche Richtung geführt habe. Betroffen von der Insolvenz sind rund 90 Beschäftigte. Ihnen läuft die Zeit davon, denn das vorläufige Insolvenzverfahren endet am 31. März. Dann droht die Stilllegung des Betriebs. Am Freitag tagte der HOS-Beirat in Wendlingen. In einem Gespräch zuvor mit den Gesellschaftern habe es positive Signale gegeben, berichten Arbeitnehmervertreter. Jetzt warten sie gespannt, wie sich der Beirat entscheidet. rik/Foto: Holzwarth

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