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Holz-Her-Beschäftigte fordern Tarifbindung

10.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit einem Warnstreik verliehen die Beschäftigten der Firma Holz Her in Nürtingen (ehemals Reich Spezialmaschinen) am Montag ihrer Forderung nach einer Tarifbindung des Unternehmens Nachdruck. Von 6.30 bis 11 Uhr hatten sich nach Gewerkschaftsangaben fast alle rund 70 Mitarbeiter vor dem Eingang versammelt. Ihnen geht es um längerfristige Sicherheit bei der Einkommensentwicklung und den sonstigen Arbeitsbedingungen, so Andreas Streitberger von der IG Metall Esslingen: „Wir fordern hier nichts Unverschämtes oder Revolutionäres, sondern nur die in der Branche selbstverständlichen, üblichen Regelungen. Diese werden den Beschäftigten von Holz Her zumindest hinsichtlich der Entwicklung der Entgelte aber bisher verweigert.“ Dies sei für die Nürtinger Kollegen umso befremdlicher, als bei den anderen Unternehmen des Mutterkonzerns Weinig aus Tauberbischofsheim die tariflichen Konditionen gälten. Die Weinig AG hatte 2010 den damals insolventen Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen übernommen. In Nürtingen befinden sich Entwicklung, Service und Vertrieb. Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Geschäftsleitung waren vergangene Woche abgebrochen worden. Holz-Her-Geschäftsführer Frank Epple begründet die Ablehnung der Gewerkschaftsforderung unter anderem mit der aktuellen Marktentwicklung bei Holzbearbeitungsmaschinen. „Der Weltmarkt schrumpft dieses Jahr um 20 Prozent. Das schlägt sich auch auf Holz Her nieder.“ Das Unternehmen befinde sich nach der Insolvenz noch in der Aufbauphase, ein Beitrag der Belegschaft sei notwendig. Man wisse aber auch um die Bedeutung von Fachkräften und wolle sich nicht langfristig vom Gehaltsniveau in der Branche abkoppeln. Epple: „Das geht auch ohne Tarifvertrag.“ Er signalisierte der IG Metall aber die Bereitschaft zu weiteren Gesprächen. rik/Foto: Einsele

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