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Besenrein

16.05.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(pm) Steht im Mietvertrag, dass die Wohnung beim Auszug „im vertragsgemäßen“ oder „im ordnungsgemäßen“ Zustand zurückzugeben ist, heiße das nicht, dass der Mieter am Ende des Mietverhältnisses Schönheitsreparaturen oder Renovierungsarbeiten machen muss. Darauf weist der Deutsche Mieterbund Esslingen-Göppingen hin. Das gelte erst recht, wenn die Wohnung am Ende des Mietverhältnisses „besenrein“ sein soll.

Besenrein bedeutet nach Darstellung des Mieterbunds, dass die Wohnung im sauberen Zustand zurückzugeben ist. Mieter müssten dann aber nicht beispielsweise Küche und Keller von Grund auf reinigen oder die Fenster frisch putzen. Die Formulierung „besenrein“ begründe keine speziellen Reinigungsverpflichtungen, sondern bedeute laut Bundesgerichtshof (BGH VIII ZR 124/05) „mit dem Besen grob gereinigt“. Beseitige der Mieter grobe Verschmutzungen in der Wohnung, dazu gehörten auch Spinnweben im Keller, habe er seine Pflichten erfüllt.

Auch wenn im Mietvertrag von einer besenreinen Rückgabe der Wohnung die Rede ist, seien Renovierungsarbeiten nicht hundertprozentig ausgeschlossen, warnt der Mieterbund. Sei im Mietvertrag zum Beispiel auch wirksam vereinbart, dass Mieter in der Regel die Haupträume alle fünf Jahre renovieren müssen, und seien diese Fristen beim Auszug abgelaufen, müsse er die Schönheitsreparaturen in den Räumen nachholen.

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