Wendlingen

Köngens „alte Dame“ wird 25 Jahre jung

16.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Zehntscheuer in Köngen öffnete am Samstag ihre Pforten. Grund: Der 25-jährige Geburtstag der „alten Dame“ wurde gebührend gefeiert. Dem maroden Gebäude drohte damals der Abrissbagger. Vor allem Bürgermeister Hans Weil (links im Foto vor einer Schautafel im Gespräch mit Bürgern) setzte sich dafür ein, dass die barocke Scheuer aus dem Jahr 1722 aufwendig renoviert wurde. Der Widerstand war groß, jemand wollte sogar einen angrenzenden Hühnerstall erhalten. Hans Weil untermalte seine wohltuend kurze Festansprache mit eindrucksvollen Bildern von der alten heruntergekommenen Bruchbude über die jeweiligen Bauabschnitte bis zum fertigen Schmuckstück 1988. Fünf Millionen Mark hat es damals gekostet. Heute ist das Kulturgut mit seinen vielfältigen Einrichtungen aus dem Ortsbild von Köngen nicht mehr wegzudenken. Der Namen des kleinsten Zimmers ist übrigens einem Dieb gewidmet. Johannes Brändlen hatte zwölf Kinder und große Not, sodass er ein paar Früchte klaute. Die Klosterherren kannten keine Gnade und entließen ihn. Am Samstag musste keiner vor die Tür, Jung und Alt kamen auf ihre Kosten. Die Kinder beim Kasperle-Theater, beim Katzen-Leseabend und beim Tollen auf der Hüpfburg. Die Erwachsenen bei Kaffee und Kuchen sowie abends beim „Märchenzauber“. Ein Teil der Einnahmen kommt einer sozialen Einrichtung in Köngen zugute. Text und Foto: Jenne

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