Wendlingen

Eine österliche Tradition lebt wieder auf: Ein prächtiger Palmbusch in Köngen

19.03.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eigentlich ist Helga Lorch evangelisch. Doch so manches katholische Brauchtum ist ihr näher, als die evangelischen. Und so bindet sie Jahr für Jahr einen Palmbusch für die Köngener Katholische Kirche „Zum guten Hirten“. Rot-weiß ist er, denn das Festgewand des Priesters zum Palmsonntag ist ebenfalls rot-weiß. Stolz ist Helga Lorch auf die vier bemalten Gänseeier, die den Palmbusch zieren, denn auf ihnen sind Teile der Passionsgeschichte festgehalten. „Die Bemalung stammt von Paula Holderried aus Bad Saulgau. Als Vorlage dienten ihr die 14 Bilder des „Wasseralfinger Kreuzwegs“ von Monsignore Sieger Köder, der im Ostalbkreis wirkte. Helga Lorch selbst hat das Binden des Palmbuschs in Bad Saulgau gelernt und nach ihrem Umzug nach Köngen in die katholische Gemeinde mitgebracht. Bis zum Weißen Sonntag, dem ersten Sonntag nach Ostern, wird der Palmbusch in der Kirche „Zum guten Hirten“ zu sehen sein. Und während Helga Lorch in der Kirche noch letzte Hand an ihr Werk legt, fertigen die Kirchengemeindeglieder im Gemeindehaus nebenan kleinere Palmbüsche für die Prozession am Sonntagmorgen an. Wobei: „Prozession kann man eigentlich nicht sagen. Es ist mehr ein Prozessiönchen“, sagte eine Dame lachend, denn lediglich vom Gemeindehaus zur Kirche werden die Palmbüsche feierlich getragen. Die Kinder und Jugendlichen, die die von ihnen angefertigten Büsche nach Hause tragen, sind trotzdem stolz auf die schönen Gebinde. sg

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