Wendlingen

Die Unterboihinger Mohnblumenwiese – ein berauschender Anblick

04.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auch wenn die Regenschauer und Überschwemmungen der letzten Tage nicht gerade an schöne Sommertage denken lassen, der Klatschmohn, der im Moment am Ortseingang von Unterboihingen blüht, ist eindeutig ein Sommerbote. Zwischen Mai und September blüht die Pflanze, die den botanischen Namen Papaver trägt. Diesen lateinischen Namen soll die Pflanze bekommen haben, weil man bei den guten alten Römern den Milchsaft des Mohns, des Schlafmohns allerdings, gerne mal dem Kinderbrei der lieben Kleinen beigemengt hat, damit diese besser schlafen (papa = Kinderbrei; verum = echt). Im Schlafmohn (Papaver somniferum) stecken Alkaloide, wie das Morphin, das als starkes Schmerzmittel verwendet wird, aus dem aber auch das Rauschmittel Heroin hergestellt wird. Schon die Sumerer, ein mesopotamisches Volk, das im 3. Jahrtausend vor Christus lebte, nannte den Schlafmohn „Pflanze der Freude“. Die Griechen verwendeten Opium für kultische Zwecke, für ihren Gott Morpheus, den Gott der Träume, war die Mohnkapsel das Symbol. Die frühen Christen waren weniger erpicht auf Träume. Für sie war ab dem 4. Jahrhundert die Anwendung von schmerzstillenden Mitteln verboten, da eine Krankheit als Strafe Gottes angesehen wurde. Auch Karl der Große verstand in dieser Hinsicht keinen Spaß. Die Römer hingegen kannten Schlafmohn als Wohlstandsdroge. Bei einer Inventur des Palastes des Kaisers Caracalla im Jahr 214 wurden ganze 17 Tonnen Opium gezählt. Wir berauschen uns vielleicht doch lieber am Anblick der schönen Mohnblumenwiese. sg

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