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„Viel wird in Politik zu kurz gesehen“

10.09.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Weißwurst-Frühstück mit Andreas Kenner (MdL) beim Runden Tisch

WENDLINGEN (pm). Senioren und die jungen Erwachsenen im Alter bis etwa 30 Jahren sind in der SPD die Aktivsten in Kommunen und regional – das stellte Andreas Kenner im Rahmen eines Gesprächs beim Runden Tisch der SPD AG 60plus im Kreis Esslingen fest. Der Landtagsabgeordnete war kürzlich zum Treffen ins Gasthaus Lamm in Wendlingen eingeladen worden. So ist Kenner der Meinung, dass die Arbeit des Landtags zwischen der Lokalpolitik und der Bundespolitik nicht das nötige Interesse in den Medien findet. Manche Entscheidungen des letzten Bundestages stellen sich laut Kenner als zu wenig durchdacht heraus, so die Zusammenführung der Ausbildung der Pflegeberufe: „Krankenpflege und Altenpflege haben in der Praxis verschiedene Voraussetzungen und Aufgaben. Die Krankenpflege ist attraktiver, weil vielseitiger und mit mehr Aufstiegsmöglichkeiten. Deshalb bleiben für die Altenpflege weniger Ausgebildete pro Jahrgang“, sagte Andreas Kenner. Ähnlich sei es in den Schulen mit der Inklusion von behinderten und schwachen Schülern. Die Lehrer seien hier sehr häufig überfordert und würden dadurch den Schülern nicht gerecht.

Bildungspolitik ist aus Sicht des SPD-Landtagsabgeordneten überhaupt ein Problem, weil alle paar Jahre etwas Neues gefordert würde. „Bildungspolitik muss langfristig geplant werden im Blick auf die Schüler, die Lehrkräfte, und die Angebote“, sagte Kenner dazu. Auch müssten nicht unbedingt alle einigermaßen begabten Kinder aufs Gymnasium, um dort das Abitur zu machen. Zum Abitur gebe es verschiedene Wege und überhaupt sei das Abitur nicht der einzige Weg zu einem erfolgreichen Berufsleben.

„Wir feiern dieses Jahr 100 Jahre aktives Frauenwahlrecht, aber wie steht es mit dem passiven Frauenwahlrecht: wie viele Frauen sind in den Gemeinde- und Stadträten, in den Landtagen und im Bundestag?“, stieß Kenner zum Nachdenken an. „Innere Sicherheit brauchen wir, aber wo sind die für Baden-Württemberg versprochenen Polizisten?“ Weitere Themen waren Wohnen, der industrielle Umbau, die Rente. Bei diesen Aufgaben werde zu kurzfristig gedacht: ein oder zwei Legislaturperioden, weiter nicht – kritisierte Kenner.

In der anschließenden Diskussion ging es hauptsächlich um die Rente. Wie kann sie langfristig auch bis 2040 finanziert werden? Der Blick geht nach Österreich und in die Schweiz, wo alle, die Einkommen haben, in die Rentenkasse einzahlen. Auch der Verkehr in der Region und in den Kommunen sowie die zu hohen Preise des VVS kamen bei der Diskussion zur Sprache.

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