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Schlechte Zeiten für Mostobst

14.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Streuobstparadies-Verein kritisiert niedrige Preise

(mke) Die Preise für Mostobst sind im Keller. Das berichtet der Verein Schwäbisches Streuobstparadies. Gerade einmal 3,50 Euro pro 100 Kilogramm Mostobst seien zu Beginn der Ernte bezahlt worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Seit Ende August sei der Preis nur auf fünf Euro gestiegen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Streuobstwiesen-Bewirtschafter“, so Heinz Eininger, Esslinger Landrat und Vorsitzender des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies.

„Das sind schlechte Zeiten für eine paradiesische Landschaft“, sagt auch Geschäftsführerin Maria Schropp: „Das aufwändige Bewirtschaften der Streuobstwiesen wird mit diesem lächerlichen Preis geradezu verhöhnt.“ Wie der aktuelle Mostobstpreis zustande komme, sei schwer nachzuvollziehen. Wegen der diesjährigen Rekordernte müssten die Mostereien in der Region bis zu 75 Prozent des Safts weiterverkaufen, weil nicht alles in der Region abgesetzt werden könne. Doch dafür erhielten sie nur den Weltmarktpreis, der durch billiges Obst aus dem europäischen Ausland im Keller sei.

Dass die Landesregierung eine Pflegeförderung mit 15 Euro für den Baumschnitt auf den Weg bringe, sei derzeit der einzige Lichtblick. „Hätten wir vernünftige Preise und die notwendige Wertschätzung für Streuobst-Produkte, wären die Fördergelder für die Streuobstpflege nicht so bitter nötig“, sagt Schropp.

Landrat Eininger appelliert an die Verbraucher, die zahlreichen Apfelsaftinitiativen zu berücksichtigen. Sie zahlten den Bewirtschaftern einen angemessenen Preis für das Obst bezahlen und vermarkteten „hochwertige Streuobst-Produkte“.

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