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„Nach vorne schauen“

14.04.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hauptversammlung des Kreisverbandes der Vertriebenen

NÜRTINGEN (pa). Kürzlich hielt der Kreisverband des Bundes der Vertriebenen – Vereinigte Landsmannschaften im Haus der Heimat in Nürtingen seine Hauptversammlung ab. Dabei konnte der Erste Vorsitzende Otto Kröner, Neckartenzlingen, zahlreiche Delegierte und Vertreter der Landsmannschaften begrüßen und willkommen heißen. Breiten Raum nahmen die Erinnerungen um die Geschehnisse nach dem Weltkrieg im Jahr 1945 ein. Desgleichen die Eingliederung der vielen Heimatlosen. Siebzig Jahre die Frage: Die Zeit heilt alle Wunden – hat sie alle Wunden geheilt?

Nach dem Totengedenken listete Otto Kröner seine Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen der Landsmannschaften im Kreisgebiet und in der Region auf, wie Heimatnachmittage, Monatstreffen, Volkstrauertag und vorweihnachtliche Feiern. Alljährlich nimmt der Tag der Heimat – immer am zweiten Sonntag im September – eine besondere Stellung ein. Er stand in Esslingen-Zollberg auf dem Pliensaufriedhof unter dem Leitwort „Deutschland geht nicht ohne uns“, bei gutem Besuch. Großen Anklang fand das Adventsmusizieren beim Böhmerwaldbund. Nicht zuletzt begeisterte das Vinzenzifest der Egerländer in Wendlingen mit seiner kulturellen Vielfalt Heimatvertriebene und Heimatverbliebene.

Den Kassenbericht gab Ewald Stritzki, Nürtingen. Insgesamt sei der Kassenstand noch zufriedenstellend. Beiträge und Spenden seien durch Todesfälle jedoch rückläufig. Geprüft wurde die Kasse von Helga Junge, Frickenhausen-Tischardt, und Ursula Rätzel, Nürtingen. Sie fanden eine einwandfreie Kassenführung vor. Dem Kassier zollten sie Lob und Anerkennung. Der Hauptversammlung empfahlen sie, dem Kassier Entlastung zu erteilen. Dem Antrag wurde stattgegeben.

In einem Referat erläuterte der Kreisvorsitzende Otto Kröner das aktuelle und historische Zeitgeschehen. Beginnend mit den Gründungen deutscher Städte und Siedlungen von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer bis zu den Bürgerkriegen unserer Tage. Zwölfeinhalb Millionen Heimatvertriebene hätten sich nach dem Krieg im Restdeutschland eingliedern müssen. Das sei gegangen, weil sie die gleiche Sprache, Kultur und Religion gehabt hätten, so der Referent. Ergebnis: Wohlstand für alle. Eine Parallele zur Eingliederung sei die Integration.

Die Frage lautet, ob die Zeit alle Wunden geheilt hat

Weitere Themen umriss der Kreisvorsitzende mit „25 Jahre deutsche Einheit aus der Sicht der Vertriebenen“ und „Die Eurogruppe mit ihrer Geldpolitik“, nicht zuletzt die Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in Berlin.

Diese Ausführungen bestimmten den Punkt Verschiedenes, an dem sich fast alle mit Beiträgen beteiligten. Da die Vertreibung der Deutschen aus ihrer Heimat ein „unverjährbares Verbrechen“ sei, gelte es den Nachkommen dieses Wissen zu vermitteln. Hat die Zeit alle Wunden geheilt? „Nach vorne schauen, die Zukunft gewinnen“, laute die Devise, hieß es.

Als letzter Punkt der Tagesordnung stand der Tag der Heimat 2015 auf der Tagesordnung. Er steht unter dem Leitwort „Vertreibungen sind Unrecht – gestern wie heute!“. Für den Kreis Esslingen findet die Veranstaltung am Sonntag, 13. September, auf dem Pliensaufriedhof in Esslingen-Zollberg um 11 Uhr statt.

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