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Miteinander statt übereinander sprechen

13.10.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Köngener SPD feierte „100 Jahre Frauenwahlrecht“

Luisa Boos, Gemeinderat Gerhard Gorzellik, Bürgermeister Otto Ruppaner und der Kirchheimer Landtagsabgeordnete Andreas Kenner freuen sich über den gelungenen Abend. pm

KÖNGEN (pm). „100 Jahre Frauenwahlrecht – 100 Jahre wählbar sein“, unter diesem Motto hat der Landtagsabgeordnete Andreas Kenner gemeinsam mit dem SPD-Ortsverein Köngen eingeladen. Unter den fast 50 Gästen war auch Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner, um den Vortrag der SPD-Generalsekretärin Luisa Boos zu hören.

„Es ist leider bis heute so, dass eine gute Repräsentation von Frauen in den Parlamenten nicht gelungen ist“, gaben Kenner und Boos zu bedenken. „Im Mai 2019 besteht bei der Kommunalwahl wieder die Möglichkeit zu kandidieren“, ermutigt Kenner Frauen dazu, sich aufstellen zu lassen. „Der Frauenanteil in der deutschen Bevölkerung liegt bei 52 Prozent, wohingegen im baden-württembergischen Landtag nicht mal ein Viertel aller Abgeordneten weiblich ist“, gab Boos ein Beispiel.

„Im Jubiläumsjahr geht es deshalb nicht nur um den Stolz auf das Erreichte, sondern vor allem um die Verpflichtungen für die Zukunft“, sagte Boos. Als Ziele für die Zukunft nannte sie beitragsfreie Kindergärten, die Möglichkeit, Kinder gemeinschaftlich zu erziehen, gleiche Bezahlung für Frauen und Männer und die Zahl der Bürgermeisterinnen zu erhöhen. „Man muss Frauen aussichtsreicher platzieren und stärken, damit sie gewählt werden“, so Boos. Außerdem sei es besonders für junge Frauen wichtig, dass sie gute Vorbilder in der Politik haben.

Aus eigener Erfahrung berichtete Boos, dass Frauen häufiger angefeindet und diffamiert werden als Männer: „Man sollte mehr miteinander sprechen als übereinander.“ Boos und Kenner sind sich einig, dass es wichtig ist, gute Rahmenbedingungen für Frauen zu schaffen, damit sie selbstbestimmt ihr Leben planen können. „Oftmals geht es mit einem Kind noch, dass Frauen Beruf und Erziehung verbinden, ab dem zweiten sind die Rahmenbedingungen oft schlecht“, so Boos. Deshalb seien gut ausgebildete Frauen häufig am Ende doch zu Hause bei den Kindern.

Ein Highlight des Abends waren die emotionalen Gesangseinlagen der Musicalsängerin Anja Schulenburg.

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