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Im Haus des Tunti

06.03.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(vh) Was ist so erheiternd am Katholischen Männerverein in Tuntenhausen? Natürlich nichts. Die honorigen Herren laden zweimal jährlich in dem zum Kreis Rosenheim gehörenden 7000-Seelen-Wallfahrtsort Tuntenhausen zu ihrer Tagung ein und erfreuen sich dabei regelmäßig des Besuchs namhafter CSU-Politiker.

Wie kam der Ort, der übrigens 57 amtlich benannte Ortsteile vorweisen kann, zu seinem – zugegeben – etwas ungewöhnlichen Namen? Natürlich hat der Ortsname nichts mit feminin auftretenden schwulen Männern zu tun. Vielmehr weist „der Ortsname auf einen Siedler mit dem Namen Tunti oder Tunto hin, dessen Name seit etwa 770 überliefert ist und dem Ort mit wechselnden Schreibweisen spätestens im 13. Jahrhundert den Namen Tuntenhausen gab“, liest man dazu auf Wikipedia. Alles ganz seriös. Schließlich konnte damals niemand ahnen, was man Jahrhunderte später unter einer Tunte verstehen würde. Dennoch ist man in Frickenhausen sicher froh, dass der Ortsgründer Fricko und nicht Tunto oder Tunti geheißen hat.

Man kann sich freilich denken, dass – ungeachtet des historischen Hintergrunds – ein Ort wie Tuntenhausen in den Medien nicht ungestreift davonkommt. Als 2013 zwei Tuntenhäuser die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit der Gemeinde feierten, war das „Focus online“ eine Riesenstory wert. Bräutigam und Bräutigam waren darob sehr erfreut und ließen sich bereitwillig in ortsüblicher Tracht – in der sie den Bund fürs Leben schlossen – vor dem Ortsschild fotografieren.

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