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Gute Erfolgsquoten für Suchtkranke

08.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nachbefragung bestätigt die Arbeit der Psychosozialen Beratungsstelle

NÜRTINGEN (pm). Die Erfolgsquoten der ambulanten Suchtrehabilitation und der Nachsorge der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtgefährdete und Suchtkranke in Nürtingen (PSB) können sich sehen lassen. Mehr als 53 Prozent der Menschen, die eine ambulante Suchttherapie in Nürtingen oder den Außenstellen in Kirchheim und Leinfelden-Echterdingen durchlaufen haben, sind nach einem Jahr noch abstinent. Unter denjenigen, die nach einer stationären Langzeittherapie in der Nachsorge betreut wurden, sind es gut 45 Prozent. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Maria Köster-Sommer, die Leiterin der Einrichtung.

Die erfreulichen Zahlen kamen durch eine intensive Nachbefragung, die sogenannte Katamnese, der Teilnehmer und deren wissenschaftliche Auswertung zustande. 114 Männer und Frauen haben 2015 Reha und Nachsorge der PSB durchlaufen. Sie alle wurden gefragt, ob sie ein Jahr nach Abschluss der Therapie noch abstinent sind. Ein standardisierter Fragebogen garantiert vergleichbare Zahlen. Wer den Fragebogen nicht zurücksandte, bei dem wurde auch mehrmals nachgefragt. Diejenigen, die sich gar nicht meldeten, wurden als rückfällig gewertet, erklärt Diana Schürholz.

Die Psychologin leitet federführend die Nachbefragung der Patienten. Die Auswertung, die ein unabhängiges Institut vornahm, erlaubt den bundesweiten Vergleich: „Wir sind gut, zum Teil sogar etwas besser als andere Einrichtungen“, freut sich Schürholz. Dass Menschen, die eine stationäre Behandlung durchlaufen haben, eine geringere Erfolgsquote aufweisen, liege nicht an der Form der Therapie. Die ambulante Therapie eignet sich für Menschen, die noch ein stabiles Umfeld und einen Beruf haben. Das haben die anderen oft schon verloren und brauchen deshalb einen geschützteren, stationären Rahmen.

Gefragt wurden die Absolventen auch, was für sie während der Therapie besonders hilfreich und was weniger nützlich war. „Das ist für uns die Grundlage, unsere Angebote zu verbessern“, erklärt Schürholz. So sagten sehr viele der Befragten, dass die Einzelgespräche sie vorangebracht hätten. „Möglicherweise müssen wir da mehr anbieten“, meint die Psychologin. Einige wünschen sich auch neue Angebote wie Raucherentwöhnung oder Therapie bei Depressionen.

www.suchtberatung-nuertingen.de

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