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Sainte-Lague statt d’Hondt

06.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bei der nächsten Kreistagswahl gibt es ein neues Auszählverfahren

(jg) Das baden-württembergische Kommunalwahlrecht mit der Möglichkeit, Stimmen anzuhäufen („Kumulieren“ lautet der Fachausdruck) und sich für Kandidaten von mehr als einer Liste zu entscheiden (Panaschieren) ist zwar sehr gerecht, aber auch sehr kompliziert. Bei der nächsten Wahl am 25. Mai 2014 gibt es dabei eine Neuerung. Die die Sache für den Laien allerdings wohl kaum einfacher macht.

Bisher wurden die Sitze nach dem so genannten d’hondtschen Verfahren vergeben. Das bedeutete: die absoluten Stimmzahlen der Listen wurden durch eins, zwei, drei (und so weiter) geteilt. Dann schaute man sich die Rangfolge an. Nürtingen zum Beispiel hatte (und hat auch künftig) sieben Regel-Sitze. Die entfielen auf die Gruppierungen, die bei den sieben höchsten Ziffern ein- oder mehrmals vertreten waren.

Nun gibt es ein neues Prozedere, benannt nach André Sainte-Lague, einem französischen Mathematiker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Künftig wird nur noch durch ungerade Zahlen geteilt. Laut Wolf-Dieter Roser von der Geschäftsstelle des Kreistags soll das die kleinen Gruppierungen stärken. Seit letztem April muss diese Auszählweise bei allen Kommunalwahlen angewendet werden. Und wurde im Kreistag auch schon praktiziert: Nach dem Ausscheiden eines Mitglieds des Ausschusses für Technik und Umwelt ging dabei ein bisheriger SPD-Sitz an die Republikaner.

Doch auch auf die Verteilung der (wegen der gestiegenen Einwohnerzahl künftig 86 statt 84) Regel-Sitze auf die einzelnen Wahlkreise hat das Einfluss. Esslingen muss künftig mit einem Mandat weniger auskommen. Die Gewinner (um ebenfalls je einen Sitz) sind die Wahlkreise Aichtal sowie Reichenbach und Neuhausen/Filder.

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