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Peter Härtling: "Glaube

17.02.2006, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Ich habe schon immer auch politisch dreingeredet“, sagte der Schriftsteller Peter Härtling bei seinem Besuch in der Neckartenzlinger Realschule, angesprochen auf die Auswüchse im Gefolge der Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung. Klar, dass er auch diesmal Farbe bekennt. Und klar ist es beinahe auch, dass es ihm nicht darum geht, einfach mit den Wölfen zu heulen. „Das Grundgesetz kennt den Schutz des Glaubens“, wendet er ein. Darüber aber werde nicht gesprochen. In den Medien. In der politischen Öffentlichkeit. Doch er stellt unmissverständlich klar: Mit Gewalt dürfe dies nichts zu tun haben. Eben das sei seine Haltung. Und so sagt Härtling mit Blick auf die gewalttätigen Ausschreitungen: „Der Glaube wird missbraucht.“ Die Gläubigen respektiere er, doch die Friedfertigkeit sei wichtiger. Da ist er, der Verdacht, den viele mit Härtling teilen: Dass viele der Ausschreitungen politisch motiviert sind, ja gelenkt sind.

Freilich bricht der Denker auch eine Lanze für die Freiheit: „Die Meinungsfreiheit ist eine Errungenschaft der Aufklärung, und die Aufklärung hat Europa geprägt.“ Ein deutlicher Appell, kulturelle Kontinuitäten nicht zu vergessen, zu gewissen Werten zu stehen. Gegen den Sturm der Beliebigkeit. Gerade hier kann Europa ein Stück Identität gewinnen. Aus dem Wissen um seine gemeinsame (Geistes-)Geschichte heraus.


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