Anzeige

Region

Nachwuchs-Köhler übten sich in der Holzkohle-Produktion

02.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Michael stochert eifrig mit einem Holzstöckchen in seinem kleinen Kohlemeiler. Pfeifen setzen nennt man das in der Fachsprache. Für Michael, der mit seiner Mutter aus Nabern ins Freilichtmuseum nach Beuren gekommen ist, ist die Mitmachaktion „Kinder machen Kohle“ genau das Richtige. Denn er und seine Eltern sind in den Sommerferien nicht in den Urlaub gefahren, da ist der Tag im Museumsdorf wenigsten ein bisschen Tapetenwechsel. Zwölf Kinder und drei Mütter wollten gestern von Museumspädagoge Wolf Rühle gezeigt bekommen, wie man Holzkohle herstellt. „Die Kinder sind toll mit dabei, denn die kleinen Meiler müssen ständig im Auge behalten werden, weil sie schneller austrocknen“, lobt der das Engagement der Nachwuchs-Köhler. Rühle ist eine würdige Vertretung des Köhlers Georg Geiselhardt, der in den letzten Jahren einen Meiler auf dem Museumsgelände errichtet hatte, um sein aussterbendes Handwerk zu zeigen, dieses Jahr jedoch nicht kommt. Wie eifrig die Kinder an ihren Mini-Meilern arbeiten, hätte ihn allerdings begeistert, da ist sich Wolf Rühle sicher. „Wolf, was ist denn, wenn aus dem Meiler brauner Rauch aufsteigt?“, fragte ein Bub. Dann müsse man ihn abdecken, denn brauner Rauch ist ein Zeichen dafür, dass das Holz im Inneren des Meilers brenne, erklärt Rühle geduldig. Michael lässt seinen Meiler kaum eine Sekunde aus den Augen, bewässert ihn, wenn sich graue Asche zeigt, setzt Pfeifen, aus denen dann zum Glück grauer Rauch aufsteigt. „Er hätte am liebsten Röntgenaugen, um genau zu sehen, was im Inneren des Kohlemeilers vor sich geht“, sagt seine Mutter lachend und ein wenig stolz auf den technikbegeisterten Sohn. Der nächste Grillabend in Nabern jedenfalls ist gesichert. sg

Anzeige

Region