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Gegen Patent auf Tiere und Pflanzen

26.09.2012, Von Iris Häfner — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Landwirte setzen sich für Erhalt der Sortenvielfalt ein und erstreiten Sieg vor Gericht

Patent auf Leben – das ist das angestrebte Ziel großer, weltweit agierender Agrarkonzerne. Der Europäische Gerichtshof stärkte mit einem Urteil die Position der Bauern. Sie dürfen Saatgut künftig selbst verkaufen. „Tier- und Saatzucht ist seit Jahrtausenden eine bäuerliche Angelegenheit. Das darf nicht in die Hände von Großkonzernen gelangen“, formuliert Karl Ederle, Landwirt mit Leib und Seele, seine klare Position. Auf seinem Hof in Bissingen tummeln sich unter anderem Turopolje-Schweine, eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse aus Kroatien.

„Sich Saat- oder Erbgut patentieren zu lassen, ist reine Profitgier der großen Konzerne“, wettert Ederle. In Indien hätten viele Kleinbauern Selbstmord begangen, weil sie das Saatgut nicht mehr bezahlen können und ihre Familien dadurch hungern müssen“, wettert Karl Ederle.

Dabei waren es gerade indische Bauern, die über Jahrhunderte eine Weizensorte herauszüchteten, die Gebäck besonders knusprig werden lässt. Diese genetische Eigenschaft mischte der US-Konzern Monsanto seinem Saatgut bei und wollte 2003 prompt von seinen Kunden dafür Lizenzgebühren kassieren. Das Europäische Patentamt hat ein Jahr später dem Einspruch von Bauernverbänden und anderer Organisationen stattgegeben und die Patentierung zurückgenommen.


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