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Gebet statt Opfer

09.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Religion heißt Opfer. Über viertausend Quadratmeter misst der Altar Hierons II. von Syrakus auf Sizilien. Mehrere Hundert Stiere konnten auf ihm gleichzeitig geschlachtet werden. Bei der Einweihung des Jerusalemer Tempels opferte König Salomo „zweiundzwanzigtausend Rinder und hundertzwanzigtausend Schafe“ (1. Könige 8, 63). Ein Meer von Blut, um der Gottheit zu danken, ihre Gunst zu erwerben, ihren Zorn abzuwenden – und als Opferherr den eigenen Wohlstand und die eigene Frömmigkeit zu demonstrieren.

„Womit soll ich mich dem Herrn nahen, mich beugen vor dem hohen Gott? Soll ich mich ihm mit Brandopfern nahen und mit einjährigen Kälbern? Wird wohl der Herr Gefallen haben an viel tausend Widdern?“ Die Antwort des Propheten Micha auf diese Frage leitet eine epochale Wende ein, und das ist eine religions-, ja eine weltgeschichtliche Sensation: Keine Tieropfer mehr begehrt Gott. Er fragt nach der Liebe und dem aufmerksamen Mitgehen mit ihm (Micha 6, 6–8).

Jesus vertreibt die Geldwechsler aus dem Tempel. Nur mit tyrischer oder althebräischer Währung aber konnten die Pilger im Tempelareal die Opfertiere kaufen. Ohne Geldwechsler kein Opferbetrieb mehr. An die Stelle des Opfers setzt Jesus das Gebet: „Mein Haus wird ein Haus des Gebets heißen für alle Völker.“ (Markus 11, 17).


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